RS OGH 2025/9/9 9Os91/86; 12Os139/88; 13Os134/91; 15Os58/95 (15Os59/95); 12Os27/96; 12Os102/97; 14Os

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 24.09.1986
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Norm

StGB §201
StGB §203
StGB §212 Abs1 Fall1
  1. StGB § 201 heute
  2. StGB § 201 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2019
  3. StGB § 201 gültig von 01.08.2013 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  4. StGB § 201 gültig von 01.05.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2004
  5. StGB § 201 gültig von 01.01.2002 bis 30.04.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  6. StGB § 201 gültig von 01.07.1989 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 242/1989
  1. StGB § 203 gültig von 01.07.1989 bis 30.04.2004 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 15/2004
  1. StGB § 212 heute
  2. StGB § 212 gültig ab 01.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2017
  3. StGB § 212 gültig von 01.07.2006 bis 31.08.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2006
  4. StGB § 212 gültig von 01.05.2004 bis 30.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2004
  5. StGB § 212 gültig von 01.01.1975 bis 30.04.2004

Rechtssatz

Der sexuelle Mißbrauch einer widerständsunfähigen Person kann nicht unter Ausnützung einer Autorität erfolgen. Anders als beim Einsatz von Gewalt oder gefährlicher Drohung zur Willensbeugung ist daher bei jenen Delikten, welche die Brechung des dem sexuellen Mißbrauch entgegenstehendem Willens des Tatopfers voraussetzen, ein eintätiges Zusammentreffen mit (sämtlichen) Deliktsfällen des § 212 StGB begrifflich ausgeschlossen.Der sexuelle Mißbrauch einer widerständsunfähigen Person kann nicht unter Ausnützung einer Autorität erfolgen. Anders als beim Einsatz von Gewalt oder gefährlicher Drohung zur Willensbeugung ist daher bei jenen Delikten, welche die Brechung des dem sexuellen Mißbrauch entgegenstehendem Willens des Tatopfers voraussetzen, ein eintätiges Zusammentreffen mit (sämtlichen) Deliktsfällen des Paragraph 212, StGB begrifflich ausgeschlossen.

Entscheidungstexte

  • RS0106294">9 Os 91/86
    Entscheidungstext OGH 24.09.1986 9 Os 91/86
  • RS0106294">12 Os 139/88
    Entscheidungstext OGH 24.11.1988 12 Os 139/88
  • 13 Os 134/91
    Entscheidungstext OGH 08.04.1992 13 Os 134/91
    Vgl aber; Beisatz: nunmehr: Wird erst durch den Einsatz der Autorität als zusätzliches Mittel der Einwirkung auf das Opfer (neben dem Einsatz schwerer Gewalt) dessen Willen gebrochen, so liegt echte Idealkonkurrenz von § 201 Abs 1 und § 212 StGB vor. (T1) Veröff: RZ 1993/53 S 169
  • RS0106294">15 Os 58/95
    Entscheidungstext OGH 22.06.1995 15 Os 58/95
    Vgl auch; Beisatz: Kein eintätiges Zusammentreffen der jeweils ersten Fälle des § 212 Abs 1 und Abs 2 StGB mit Sexualdelikten nach § 201 und § 202 StGB, die unter Brechung des dem sexuellen Mißbrauch entgegenstehenden Willens des Opfers begangen wurden. (T2)
  • RS0106294">12 Os 27/96
    Entscheidungstext OGH 25.04.1996 12 Os 27/96
    Vgl auch
  • RS0106294">12 Os 102/97
    Entscheidungstext OGH 07.08.1997 12 Os 102/97
    Auch
  • RS0106294">14 Os 59/16g
    Entscheidungstext OGH 20.10.2016 14 Os 59/16g
    Vgl auch; Beisatz: Das Ausnützen einer Autoritätsstellung setzt die Fähigkeit des Opfers zur Willensbildung voraus. Diese liegt bei einem Säugling nicht vor (hier: einjähriges Kleinkind). (T3)
  • RS0106294">12 Os 86/21w
    Entscheidungstext OGH 16.09.2021 12 Os 86/21w
    Vgl; Beis wie T3
  • RS0106294">11 Os 49/22y
    Entscheidungstext OGH 28.07.2022 11 Os 49/22y
    Vgl
  • RS0106294">13 Os 32/23i
    Entscheidungstext OGH 28.06.2023 13 Os 32/23i
    vgl; Beisatz: Da „Ausnützung" einer Autoritätsstellung gegenüber einer iSd § 205 Abs 1 erster Fall StGB wehrlosen Person begrifflich ausgeschlossen ist, kommt insoweit eintätiges Zusammentreffen dieser strafbaren Handlung mit § 212 Abs 1 Z 2 StGB nicht in Betracht. (T4)
  • RS0106294">15 Os 125/23f
    Entscheidungstext OGH 14.12.2023 15 Os 125/23f
    vgl; Beisatz wie T4
  • RS0106294">14 Os 38/24f
    Entscheidungstext OGH 19.06.2024 14 Os 38/24f
    vgl; Beisatz wie T4
  • RS0106294">11 Os 59/25y
    Entscheidungstext OGH 09.09.2025 11 Os 59/25y
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0106294

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.10.2025
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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