RS OGH 2008/7/17 15Os74/89 (15Os75/89), 15Os130/07t, 11Os6/08d (11Os7/08a, 11Os8/08y, 11Os9/08w, 11O

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 19.07.1989
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Norm

StGB §58 Abs3 Z2
  1. StGB § 58 heute
  2. StGB § 58 gültig ab 29.05.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2021
  3. StGB § 58 gültig von 01.09.2017 bis 28.05.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2017
  4. StGB § 58 gültig von 01.01.2016 bis 31.08.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  5. StGB § 58 gültig von 30.12.2014 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  6. StGB § 58 gültig von 01.01.2010 bis 29.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 142/2009
  7. StGB § 58 gültig von 01.06.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2009
  8. StGB § 58 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  9. StGB § 58 gültig von 01.07.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2006
  10. StGB § 58 gültig von 01.05.2004 bis 30.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2004
  11. StGB § 58 gültig von 01.10.1998 bis 30.04.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/1998
  12. StGB § 58 gültig von 01.01.1975 bis 30.09.1998

Rechtssatz

Gerichtsanhängigkeit nach § 58 Abs 3 Z 2 StGB tritt mit der ersten, einen richterlichen Willen zur strafrechtlichen Verfolgung einer bestimmten Person als Täter dokumentierenden gerichtlichen Maßnahme ein (SSt 52/4 = ÖJZ-LSK 1981/68), wozu zwar nicht eine - wenngleich auf richterliche Anordnung erfolgte - Registereintragung zählt (RZ 1981/29; EvBl 1979/18; SSt 49/51 = JBl 1978,547 ua), wohl aber die Beischaffung einer Strafregisterauskunft über den Verdächtigen (RZ 1981/29), die Einholung eines Sachverständigengutachtens (JBl 1978,547; ÖJZ-LSK 1977/244, 1978/164) und die Ladung von Zeugen (JBl 1978/164 = ÖJZ-LSK 1978/164).Gerichtsanhängigkeit nach Paragraph 58, Absatz 3, Ziffer 2, StGB tritt mit der ersten, einen richterlichen Willen zur strafrechtlichen Verfolgung einer bestimmten Person als Täter dokumentierenden gerichtlichen Maßnahme ein (SSt 52/4 = ÖJZ-LSK 1981/68), wozu zwar nicht eine - wenngleich auf richterliche Anordnung erfolgte - Registereintragung zählt (RZ 1981/29; EvBl 1979/18; SSt 49/51 = JBl 1978,547 ua), wohl aber die Beischaffung einer Strafregisterauskunft über den Verdächtigen (RZ 1981/29), die Einholung eines Sachverständigengutachtens (JBl 1978,547; ÖJZ-LSK 1977/244, 1978/164) und die Ladung von Zeugen (JBl 1978/164 = ÖJZ-LSK 1978/164).

Entscheidungstexte

  • RS0092098">15 Os 74/89
    Entscheidungstext OGH 19.07.1989 15 Os 74/89
  • RS0092098">15 Os 130/07t
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 15 Os 130/07t
    Vgl auch; Beisatz: Die Einholung eines DNA-Gutachtens von Spuren eines unbekannten Täters bewirkt keine Gerichtsanhängigkeit. Das DNA-Merkmalsmuster eines Menschen stellt zwar ein bis zur Unverwechselbarkeit reichendes, spezifisches Identifikationsmerkmal dar, ist aber, wenn kein biologisches Vergleichsmaterial vorliegt, nicht geeignet, dem Spurenverursacher eine bestimmte Person zuzuordnen oder deren Identität festzustellen. (T1)
  • RS0092098">11 Os 6/08d
    Entscheidungstext OGH 26.02.2008 11 Os 6/08d
    Vgl auch; Beisatz: Die Zeit der Anhängigkeit des Verfahrens bei der Staatsanwaltschaft ohne Befassung des Gerichts hatte vor der am l. Jänner 2008 in Kraft getretenen Änderung der Bestimmung des § 58 Abs 3 Z 2 StGB durch BGBl I 93/2007 (vgl dessen Art II Z 2 lit a und Art V) auf die Verfolgungsverjährung keinen Einfluss (WK-StGB - 2 § 58 Rz 25). (T2)
  • RS0092098">12 Os 49/08k
    Entscheidungstext OGH 19.06.2008 12 Os 49/08k
    Vgl; Beisatz: Die befassten Bezirksgerichte beschränkten sich bis zum Eintritt der Verjährung jeweils darauf, Befangenheiten geltend zu machen und Entscheidungen darüber zu erwirken. Es wurden jedoch keine strafgerichtlichen Aktivitäten gesetzt, welche die Verjährungsfrist nach § 58 Abs 3 StGB (aF) zu verlängern geeignet waren. (T4)
  • RS0092098">12 Os 78/08z
    Entscheidungstext OGH 17.07.2008 12 Os 78/08z
    Beisatz: Im Rahmen der Hauptverhandlung erfolgte Vernehmung als Beschuldigte gemäß § 58 Abs 3 Z 2 StGB in der seit 1. Jänner 2008 geltenden Fassung (Art II Z 2 lit a BGBl I 2007/93) hemmt den Fortlauf der Verjährungsfrist. Diese Bestimmung ist nach der ratio legis insoweit im Sinn einer hinreichenden Bedingung zu verstehen, sodass schon die Vernehmung im Ermittlungsverfahren (§§ 164, 165 StPO), umso mehr also jene im Rahmen der Hauptverhandlung (§ 245 [§§ 302 Abs 1, 447, 488 Abs 1] StPO) die Fortlaufhemmung bewirkt. (T3)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0092098

Zuletzt aktualisiert am

25.09.2008
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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