RS OGH 1991/1/16 9ObA311/90, 9ObA607/90, 1Ob625/94, 5Ob192/97i, 5Ob193/97m, 5Ob209/97i, 5Ob190/97w,

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Veröffentlicht am 16.01.1991
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Rechtssatz

Nach der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes (VfSlg 6780/1972 mwN) kann der einfache Gesetzgeber verfassungsrechtlich einwandfreie Eigentumsbeschränkungen nur verfügen, wenn er dadurch nicht den Wesensgehalt des Grundrechts berührt oder in anderer Weise gegen einen auch ihn bindenden Verfassungsgrundsatz verstößt und - wie in der jüngeren Rechtsprechung (wegen Art 1 ZPMRK) hinzugefügt wurde - soweit die Eigentumsbeschränkung im öffentlichen Interesse ("Allgemeininteresse") liegt (VfSlg 9911/1983; 11402/1987). Insofern gewährt der Grundsatz der Unverletzlichkeit des Eigentums nicht bloß Schutz vor dem Entzug des Vollrechts, sondern (jetzt) auch gegen bloße Eigentumsbeschränkungen.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 311/90
    Entscheidungstext OGH 16.01.1991 9 ObA 311/90
    Veröff: JBl 1991,665 = RdW 1991,210
  • 9 ObA 607/90
    Entscheidungstext OGH 16.01.1991 9 ObA 607/90
  • 1 Ob 625/94
    Entscheidungstext OGH 29.08.1995 1 Ob 625/94
    Auch; Beisatz: Der Verfassungsgerichtshof stellt bei der Prüfung der Verfassungsmäßigkeit von Eigentumseingriffen auf Sachlichkeitserwägungen und auch auf die Verhältnismäßigkeit ab. (T1)
    Veröff: SZ 68/145
  • 5 Ob 192/97i
    Entscheidungstext OGH 24.06.1997 5 Ob 192/97i
    nur: Nach der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes (VfSlg 6780/1972 mwN) kann der einfache Gesetzgeber verfassungsrechtlich einwandfreie Eigentumsbeschränkungen nur verfügen, wenn er dadurch nicht den Wesensgehalt des Grundrechts berührt oder in anderer Weise gegen einen auch ihn bindenden Verfassungsgrundsatz verstößt. (T2)
  • 5 Ob 193/97m
    Entscheidungstext OGH 08.07.1997 5 Ob 193/97m
    nur T2
  • 5 Ob 209/97i
    Entscheidungstext OGH 24.06.1997 5 Ob 209/97i
    nur T2
  • 5 Ob 190/97w
    Entscheidungstext OGH 08.07.1997 5 Ob 190/97w
    nur T2
  • 6 Ob 109/01z
    Entscheidungstext OGH 06.06.2001 6 Ob 109/01z
    Auch; nur: Nach der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes kann der einfache Gesetzgeber verfassungsrechtlich einwandfreie Eigentumsbeschränkungen nur verfügen, soweit die Eigentumsbeschränkung im öffentlichen Interesse ("Allgemeininteresse") liegt. Insofern gewährt der Grundsatz der Unverletzlichkeit des Eigentums nicht bloß Schutz vor dem Entzug des Vollrechts, sondern (jetzt) auch gegen bloße Eigentumsbeschränkungen. (T3)
    Beis ähnlich wie T1
  • 6 Ob 99/01d
    Entscheidungstext OGH 05.07.2001 6 Ob 99/01d
    Auch; nur T3; Beis ähnlich wie T1
  • 10 ObS 205/02y
    Entscheidungstext OGH 12.11.2002 10 ObS 205/02y
    Vgl auch; Beisatz: Insbesondere ist zu prüfen, ob die in Rede stehenden eigentumsbeschränkenden Regelungen im öffentlichen Interesse liegen (vgl VfSlg 11402, 12227) und nicht unverhältnismäßig sind (VfSlg 13587, 13659, 13964). (T4)
    Veröff: SZ 2002/151
  • 10 ObS 360/02t
    Entscheidungstext OGH 12.11.2002 10 ObS 360/02t
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 9 ObA 103/03t
    Entscheidungstext OGH 25.02.2004 9 ObA 103/03t
    nur: Nach der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes kann der einfache Gesetzgeber verfassungsrechtlich einwandfreie Eigentumsbeschränkungen nur verfügen, wenn er dadurch nicht den Wesensgehalt des Grundrechts berührt oder in anderer Weise gegen einen auch ihn bindenden Grundsatz verstößt und soweit die Eigentumsbeschränkung im öffentlichen Interesse liegt. (T5) Beisatz: Bei der Normierung von im öffentlichen Interesse liegenden Eigentumsbeschränkungen hat der Gesetzgeber den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten. (T6)
  • 9 ObA 132/03g
    Entscheidungstext OGH 17.03.2004 9 ObA 132/03g
    nur T5; Beis wie T6
  • 4 Ob 11/04b
    Entscheidungstext OGH 30.03.2004 4 Ob 11/04b
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 271/09b
    Entscheidungstext OGH 11.02.2010 5 Ob 271/09b
    Auch
  • 6 Ob 32/10i
    Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 32/10i
    nur T5; Beis wie T6; Beis wie T4; Bem: Hier: § 25 Stmk NSchG. (T7)
  • 9 Ob 15/11p
    Entscheidungstext OGH 28.06.2011 9 Ob 15/11p
    nur T5
  • 6 Ob 109/11i
    Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 109/11i
    nur T5; Beis wie T6; Bem: hier: TirHöfeG. (T8)
  • 6 Ob 88/12b
    Entscheidungstext OGH 24.05.2012 6 Ob 88/12b
    Vgl auch; Beisatz: Im Hinblick auf die von den Anerbengesetzen verfolgte Zielsetzung, nämlich der Erhaltung einer krisenfesten landwirtschaftlichen Struktur, und den Umstand, dass die Miterben ohnedies in Geld abzufinden sind, liegt in der Regelung, wonach ein Anerbe den Hof zu einem begünstigten Übernahmspreis übernehmen kann, kein Eingriff in das verfassungsgesetzlich gewährleistete Recht auf Unversehrtheit des Eigentums. (T9)
  • 5 Ob 124/13s
    Entscheidungstext OGH 06.11.2013 5 Ob 124/13s
    Auch; nur ähnlich T2; Veröff: SZ 2013/105
  • 5 Ob 125/13p
    Entscheidungstext OGH 06.11.2013 5 Ob 125/13p
    Auch; nur ähnlich T2
  • 5 Ob 126/13k
    Entscheidungstext OGH 06.11.2013 5 Ob 126/13k
    Auch; nur ähnlich T2
  • 10 Ob 27/14i
    Entscheidungstext OGH 17.06.2014 10 Ob 27/14i
    Auch; nur T2; nur T3; Beis wie T6

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0038544

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.02.2016
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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