RS OGH 2025/3/20 13Os125/92; 14Os101/96; 14Os107/99; 14Os148/00; 14Os186/08x; 12Os117/12s (12Os118/1

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Veröffentlicht am 29.09.1993
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Norm

StGB §153
  1. StGB § 153 heute
  2. StGB § 153 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. StGB § 153 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 154/2015
  4. StGB § 153 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  5. StGB § 153 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  6. StGB § 153 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Die Tathandlung liegt in einer missbräuchlichen Vornahme (oder Unterlassung) eines Rechtsgeschäftes oder einer sonstigen Rechtshandlung. Ein rein faktisches Handeln zum Nachteil des Machtgebers ohne rechtlichen Charakter kommt demnach als Tathandlung der Untreue nicht in Betracht.

Entscheidungstexte

  • RS0094733">13 Os 125/92
    Entscheidungstext OGH 29.09.1993 13 Os 125/92
  • RS0094733">14 Os 101/96
    Entscheidungstext OGH 01.07.1997 14 Os 101/96
    Beisatz: Durch Unterlassen kann Untreue nur ausnahmsweise, nämlich dann begangen werden, wenn die Unterlassung einer Rechtshandlung - und nicht bloß einer tatsächlichen Verrichtung - einem Befugnismissbrauch durch aktives Tun gleichzuhalten ist. (T1)
  • RS0094733">14 Os 107/99
    Entscheidungstext OGH 28.06.2000 14 Os 107/99
    Auch; Beisatz: Die Tathandlung muss notwendig in einem Rechtsgeschäft oder einer sonstigen Rechtshandlung bestehen. Gefordert ist somit eine Handlung mit rechtlichem Charakter; sie mag etwa in (pflichtwidrigen) Anordnungen oder Weisungen an Untergebene oder auch in der Erschleichung der Zustimmung anderer (mit-)verfügungsberechtigter Organe bestehen. (T2)
  • RS0094733">14 Os 148/00
    Entscheidungstext OGH 25.09.2001 14 Os 148/00
    Auch; Beisatz: Die Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder den anderen zu verpflichten, kann auch durch Nichtvornahme eines rechtlich gebotenen Handelns ausgeübt, somit gebraucht und solcherart auch missbraucht werden, indem der Machthaber es pflichtwidrig unterlässt, mit der gebotenen rechtsgestaltenden Kraft die Vermögenslage des Machtgebers zu verbessern. (T3)
  • RS0094733">14 Os 186/08x
    Entscheidungstext OGH 17.02.2009 14 Os 186/08x
    Beisatz: Gleiches gilt, wenn der Täter im Außenverhältnis keine den Machtgeber verpflichtende Vermögensverfügung getroffen, sondern lediglich intern die Entscheidung der zuständigen Organe maßgeblich beeinflusst und somit einen Akt vorbereitender Tätigkeit gesetzt hat, weil die Heranziehung zu solchen unterstützenden Tätigkeiten, worunter auch die Kontrolle von Zahlungseingängen und ihre den Tatsachen entsprechende Verbuchung fallen, keine tatbestandsmäßige Befugnis begründet. (T4)
  • RS0094733">12 Os 117/12s
    Entscheidungstext OGH 30.01.2014 12 Os 117/12s
    Vgl auch
  • RS0094733">14 Os 34/16f
    Entscheidungstext OGH 14.09.2016 14 Os 34/16f
    Auch
  • RS0094733">11 Os 126/16p
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 11 Os 126/16p
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Damit eine pflichtwidrige Weisung zu einer schädigenden Handlung als Tathandlung des § 153 StGB in Frage kommt, muss diese schädigende Handlung selbst – auch wenn sie an Untergebene delegiert wurde – in die Kompetenz des Täters fallen. (T5)
  • RS0094733">12 Os 12/18h
    Entscheidungstext OGH 19.04.2018 12 Os 12/18h
    Auch
  • RS0094733">11 Os 51/18m
    Entscheidungstext OGH 28.08.2018 11 Os 51/18m
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T5
  • RS0094733">11 Os 32/19v
    Entscheidungstext OGH 28.05.2019 11 Os 32/19v
  • RS0094733">11 Os 17/21s
    Entscheidungstext OGH 29.03.2021 11 Os 17/21s
    Vgl
  • RS0094733">14 Os 74/21w
    Entscheidungstext OGH 22.02.2022 14 Os 74/21w
    Vgl; Beis wie T4
  • RS0094733">13 Os 14/22s
    Entscheidungstext OGH 18.05.2022 13 Os 14/22s
    Vgl
  • RS0094733">14 Os 72/23d
    Entscheidungstext OGH 28.11.2023 14 Os 72/23d
    vgl; Beisatz: Nicht in Erfüllung einer Rechtspflicht geleistete Zahlungen, die nicht durch Kontoüberweisung, sondern in bar erfolgen, sowie die bloße (faktische) Entnahme aus dem Vermögen des Machtgebers ("Griff in die Kassa") stellen keine Vornahme eines Rechtsgeschäfts oder einer sonstigen rechtlichen Handlung dar. (T6)
  • RS0094733">11 Os 156/23k
    Entscheidungstext OGH 18.06.2024 11 Os 156/23k
    vgl
  • RS0094733">11 Os 66/24a
    Entscheidungstext OGH 27.08.2024 11 Os 66/24a
    vgl
  • RS0094733">14 Os 130/23h
    Entscheidungstext OGH 03.09.2024 14 Os 130/23h
    vgl
  • RS0094733">13 Os 109/24i
    Entscheidungstext OGH 19.03.2025 13 Os 109/24i
    vgl
  • RS0094733">14 Os 61/23m
    Entscheidungstext OGH 20.03.2025 14 Os 61/23m
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0094733

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.08.2025
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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