TE Vwgh Erkenntnis 2004/10/19 2004/02/0214

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Veröffentlicht am 19.10.2004
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Index

90/02 Kraftfahrgesetz;

Norm

KFG 1967 §102 Abs10;
  1. KFG 1967 § 102 heute
  2. KFG 1967 § 102 gültig ab 21.04.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 35/2023
  3. KFG 1967 § 102 gültig von 14.05.2022 bis 20.04.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2022
  4. KFG 1967 § 102 gültig von 01.01.2021 bis 13.05.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2020
  5. KFG 1967 § 102 gültig von 16.12.2020 bis 31.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2020
  6. KFG 1967 § 102 gültig von 01.04.2019 bis 15.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2019
  7. KFG 1967 § 102 gültig von 07.03.2019 bis 31.03.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2019
  8. KFG 1967 § 102 gültig von 25.05.2018 bis 06.03.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2018
  9. KFG 1967 § 102 gültig von 20.05.2018 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 102/2017
  10. KFG 1967 § 102 gültig von 20.05.2018 bis 31.07.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 9/2017
  11. KFG 1967 § 102 gültig von 01.10.2017 bis 19.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 102/2017
  12. KFG 1967 § 102 gültig von 01.08.2017 bis 30.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 102/2017
  13. KFG 1967 § 102 gültig von 14.01.2017 bis 31.07.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 9/2017
  14. KFG 1967 § 102 gültig von 02.08.2016 bis 13.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 67/2016
  15. KFG 1967 § 102 gültig von 09.06.2016 bis 01.08.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2016
  16. KFG 1967 § 102 gültig von 26.02.2013 bis 08.06.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2013
  17. KFG 1967 § 102 gültig von 14.02.2013 bis 25.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2013
  18. KFG 1967 § 102 gültig von 19.08.2009 bis 13.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2009
  19. KFG 1967 § 102 gültig von 01.01.2008 bis 18.08.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 6/2008
  20. KFG 1967 § 102 gültig von 01.08.2007 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2007
  21. KFG 1967 § 102 gültig von 15.11.2006 bis 31.07.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2006
  22. KFG 1967 § 102 gültig von 28.10.2005 bis 14.11.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2005
  23. KFG 1967 § 102 gültig von 05.05.2005 bis 27.10.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2004
  24. KFG 1967 § 102 gültig von 01.05.2005 bis 04.05.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2004
  25. KFG 1967 § 102 gültig von 01.05.2005 bis 30.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 107/2004
  26. KFG 1967 § 102 gültig von 31.12.2004 bis 30.04.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2004
  27. KFG 1967 § 102 gültig von 25.05.2002 bis 30.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 80/2002
  28. KFG 1967 § 102 gültig von 01.07.1999 bis 24.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 146/1998
  29. KFG 1967 § 102 gültig von 01.11.1997 bis 30.06.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/1997
  30. KFG 1967 § 102 gültig von 20.08.1997 bis 31.10.1997 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/1997
  31. KFG 1967 § 102 gültig von 08.03.1995 bis 19.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 162/1995
  32. KFG 1967 § 102 gültig von 24.08.1994 bis 07.03.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 654/1994
  33. KFG 1967 § 102 gültig von 01.01.1994 bis 23.08.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 456/1993
  34. KFG 1967 § 102 gültig von 01.07.1991 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990
  35. KFG 1967 § 102 gültig von 01.10.1990 bis 30.06.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Stoll und die Hofräte Dr. Riedinger und Dr. Beck als Richter, im Beisein der Schriftführerin Mag. Schlegel-Lanz, über die Beschwerde des G P in Wien, vertreten durch Dr. Werner Zach, Rechtsanwalt in Wien 1, Spiegelgasse 19, gegen den Bescheid des Unabhängigen Verwaltungssenates Wien vom 27. April 2004, Zl. UVS-03/P/52/4397/2003-8, betreffend Übertretungen der StVO 1960, des FSG und des KFG 1967, zu Recht erkannt:

Spruch

I. Die Beschwerde wird hinsichtlich der Spruchpunkte 1., 4. und 5. (Übertretungen nach § 5 Abs. 2 StVO, § 14 Abs. 1 FSG und § 102 Abs. 5 lit. b KFG) als unbegründet abgewiesen.römisch eins. Die Beschwerde wird hinsichtlich der Spruchpunkte 1., 4. und 5. (Übertretungen nach Paragraph 5, Absatz 2, StVO, Paragraph 14, Absatz eins, FSG und Paragraph 102, Absatz 5, Litera b, KFG) als unbegründet abgewiesen.

II. Hingegen wird der angefochtene Bescheid hinsichtlich der Spruchpunkte 2. und 3. (Übertretungen nach § 102 Abs. 10 KFG) wegen Rechtswidrigkeit seines Inhaltes aufgehoben.römisch zwei. Hingegen wird der angefochtene Bescheid hinsichtlich der Spruchpunkte 2. und 3. (Übertretungen nach Paragraph 102, Absatz 10, KFG) wegen Rechtswidrigkeit seines Inhaltes aufgehoben.

Der Bund hat dem Beschwerdeführer Aufwendungen in der Höhe von EUR 1.171,20 binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Begründung

Mit dem im Instanzenzug ergangenen Bescheid der belangten Behörde vom 27. April 2004 wurde der Beschwerdeführer für schuldig befunden, er sei am 18. Dezember 2002 um 22.00 Uhr an einem näher umschriebenen Ort 1. als Lenker eines dem Kennzeichen nach bestimmten Kraftfahrzeuges zu einer Lenker- und Fahrzeugkontrolle angehalten worden, wobei er sich um 22.05 Uhr geweigert habe, seine Atemluft von einem besonders geschulten und von der Behörde hiezu ermächtigten Organ der Straßenaufsicht auf Alkoholgehalt untersuchen zu lassen, obwohl vermutet hätte werden können, dass er sich in einem durch Alkohol beeinträchtigten Zustand befunden habe, weiters habe er 2. das Verbandzeug und 3. das Pannendreieck nicht vorgewiesen, sowie 4. den Führerschein und 5. den Zulassungsschein nicht mitgeführt.

Der Beschwerdeführer habe dadurch Verwaltungsübertretungen und zwar zu 1. nach § 5 Abs. 2 StVO, zu 2. und 3. nach § 102 Abs. 10 KFG, zu 4. nach § 114 Abs. 1 FSG und zu 5. nach § 102 Abs. 5 lit. b KFG begangen; es wurden Geldstrafen (Ersatzfreiheitsstrafen) verhängt.Der Beschwerdeführer habe dadurch Verwaltungsübertretungen und zwar zu 1. nach Paragraph 5, Absatz 2, StVO, zu 2. und 3. nach Paragraph 102, Absatz 10, KFG, zu 4. nach Paragraph 114, Absatz eins, FSG und zu 5. nach Paragraph 102, Absatz 5, Litera b, KFG begangen; es wurden Geldstrafen (Ersatzfreiheitsstrafen) verhängt.

Gegen diesen Bescheid richtet sich die vorliegende Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof. Dieser hat erwogen:

Was zunächst das Vorbringen in der Beschwerde (im Sinne des § 18 Abs. 4 erster Satz AVG) anlangt, im angefochtenen Bescheid fehle das wesentliche Merkmal der bescheiderlassenden Behörde, so kann dies im Hinblick auf die völlig klare Formulierung dieses Bescheides nicht ernst genommen werden; der Gerichtshof sieht sich daher nicht veranlasst, auf diesen mutwilligen Einwand näher einzugehen.Was zunächst das Vorbringen in der Beschwerde (im Sinne des Paragraph 18, Absatz 4, erster Satz AVG) anlangt, im angefochtenen Bescheid fehle das wesentliche Merkmal der bescheiderlassenden Behörde, so kann dies im Hinblick auf die völlig klare Formulierung dieses Bescheides nicht ernst genommen werden; der Gerichtshof sieht sich daher nicht veranlasst, auf diesen mutwilligen Einwand näher einzugehen.

I. Zu Spruchpunkt 1. (Übertretung nach § 5 Abs. 2 StVO):römisch eins. Zu Spruchpunkt 1. (Übertretung nach Paragraph 5, Absatz 2, StVO):

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist die von ihm behauptete Verfolgungsverjährung in Hinsicht auf die von der belangten Behörde vorgenommene Ergänzung und Präzisierung des Tatortes schon auf Grund der in der "Verständigung vom Ergebnis der Beweisaufnahme" vom 10. April 2003 enthaltenen Tatortangabe - worauf die belangte Behörde in der Gegenschrift zutreffend verweist - nicht eingetreten.

Zu den Spruchpunkten 4. und 5. (Übertretungen nach § 14 Abs. 1 FSG und § 102 Abs. 5 lit. b KFG): Zu den Spruchpunkten 4. und 5. (Übertretungen nach Paragraph 14, Absatz eins, FSG und Paragraph 102, Absatz 5, Litera b, KFG):

Der Beschwerdeführer behauptet hier die Rechtswidrigkeit der jeweiligen Strafbemessung, weil die belangte Behörde nicht vom § 21 Abs. 1 erster Satz VStG Gebrauch gemacht hat. Dies wäre allerdings nur in Frage gekommen, wenn das (jeweilige) tatbildmäßige Verhalten des Täters hinter dem in der betreffenden Strafdrohung typisierten Unrechts- und Schuldgehalt erheblich zurückbleibt (vgl. das hg. Erkenntnis vom 11. Mai 2004, Zl. 2004/02/0005). Dass dies in den vorliegenden Fällen zuträfe, vermag der Verwaltungsgerichtshof nicht zu erkennen.Der Beschwerdeführer behauptet hier die Rechtswidrigkeit der jeweiligen Strafbemessung, weil die belangte Behörde nicht vom Paragraph 21, Absatz eins, erster Satz VStG Gebrauch gemacht hat. Dies wäre allerdings nur in Frage gekommen, wenn das (jeweilige) tatbildmäßige Verhalten des Täters hinter dem in der betreffenden Strafdrohung typisierten Unrechts- und Schuldgehalt erheblich zurückbleibt vergleiche das hg. Erkenntnis vom 11. Mai 2004, Zl. 2004/02/0005). Dass dies in den vorliegenden Fällen zuträfe, vermag der Verwaltungsgerichtshof nicht zu erkennen.

Die vorliegende Beschwerde erweist sich somit hinsichtlich der Spruchpunkte 1., 4. und 5. als unbegründet und war daher insoweit gemäß § 42 Abs. 1 VwGG abzuweisen.Die vorliegende Beschwerde erweist sich somit hinsichtlich der Spruchpunkte 1., 4. und 5. als unbegründet und war daher insoweit gemäß Paragraph 42, Absatz eins, VwGG abzuweisen.

II. Zu den Spruchpunkten 2. und 3. (Übertretungen nach § 102 Abs. 10 KFG):römisch zwei. Zu den Spruchpunkten 2. und 3. (Übertretungen nach Paragraph 102, Absatz 10, KFG):

§ 102 Abs. 10 erster Satz KFG lautet: Paragraph 102, Absatz 10, erster Satz KFG lautet:

"Der Lenker hat auf Fahrten Verbandzeug, das zur Wundversorgung geeignet und in einem widerstandsfähigen Behälter staubdicht verpackt und gegen Verschmutzung geschützt ist, sowie bei mehrspurigen Kraftfahrzeugen eine geeignete Warneinrichtung mitzuführen."

Zu Recht rügt der Beschwerdeführer zu diesen ihm vorgeworfenen Verwaltungsübertretungen, dass ihm lediglich das "Nicht-Mitführen" von Verbandzeug und Pannendreieck angelastet hätte werden können:

Der Verwaltungsgerichtshof hat nämlich im Erkenntnis vom 28. Oktober 1987, Zl. 86/03/0131, zu § 102 Abs. 10 (erster Satz) KFG die Rechtsansicht vertreten, dass diese Gesetzesstelle keine Handhabe bietet, den Lenker wegen des "Nicht-Vorweisens" - wie im vorliegenden Beschwerdefall spruchgemäß angelastet - dieser Gegenstände zu bestrafen. Mit dem Hinweis der belangten Behörde in der Gegenschrift auf das hg. Erkenntnis vom 24. November 1993, Zl. 93/02/0071, ist für sie nichts gewonnen, weil dem dortigen Beschwerdeführer eben nicht das "Nicht-Vorweisen", sondern das "Nicht-Mitführen" (der Warneinrichtung) angelastet worden war.Der Verwaltungsgerichtshof hat nämlich im Erkenntnis vom 28. Oktober 1987, Zl. 86/03/0131, zu Paragraph 102, Absatz 10, (erster Satz) KFG die Rechtsansicht vertreten, dass diese Gesetzesstelle keine Handhabe bietet, den Lenker wegen des "Nicht-Vorweisens" - wie im vorliegenden Beschwerdefall spruchgemäß angelastet - dieser Gegenstände zu bestrafen. Mit dem Hinweis der belangten Behörde in der Gegenschrift auf das hg. Erkenntnis vom 24. November 1993, Zl. 93/02/0071, ist für sie nichts gewonnen, weil dem dortigen Beschwerdeführer eben nicht das "Nicht-Vorweisen", sondern das "Nicht-Mitführen" (der Warneinrichtung) angelastet worden war.

Der angefochtene Bescheid war daher hinsichtlich dieser beiden Spruchpunkte gemäß § 42 Abs. 2 Z. 1 VwGG wegen Rechtswidrigkeit seines Inhaltes aufzuheben.Der angefochtene Bescheid war daher hinsichtlich dieser beiden Spruchpunkte gemäß Paragraph 42, Absatz 2, Ziffer eins, VwGG wegen Rechtswidrigkeit seines Inhaltes aufzuheben.

III. Die Kostenentscheidung gründet sich auf die §§ 47 ff, insbesondere § 50, VwGG, in Verbindung mit der VwGH-Aufwandersatzverordnung 2003, BGBl. II Nr. 333.römisch drei. Die Kostenentscheidung gründet sich auf die Paragraphen 47, ff, insbesondere Paragraph 50,, VwGG, in Verbindung mit der VwGH-Aufwandersatzverordnung 2003, Bundesgesetzblatt , römisch zwei Nr. 333.

Wien, am 19. Oktober 2004

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2004:2004020214.X00

Im RIS seit

19.11.2004

Zuletzt aktualisiert am

14.12.2011
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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