RS OGH 2020/1/30 Bsw32381/96; Bsw67950/01; Bsw12555/03; Bsw30003/02; Bsw29749/04; Bsw10781/08; Bsw29

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 20.12.2001
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Norm

MRK Art6 Abs1 II2
MRK Art6 Abs1 II4
FinStrG §66
FinStrG §68
  1. FinStrG Art. 1 § 66 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 66 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2025
  3. FinStrG Art. 1 § 66 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2013
  4. FinStrG Art. 1 § 66 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. FinStrG Art. 1 § 66 gültig von 01.01.2003 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 97/2002
  6. FinStrG Art. 1 § 66 gültig von 12.07.1975 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 381/1975
  1. FinStrG Art. 1 § 68 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 68 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2025
  3. FinStrG Art. 1 § 68 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2013
  4. FinStrG Art. 1 § 68 gültig von 15.12.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2012
  5. FinStrG Art. 1 § 68 gültig von 01.01.2011 bis 14.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2010
  6. FinStrG Art. 1 § 68 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 161/2005
  7. FinStrG Art. 1 § 68 gültig von 01.05.2004 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 124/2003
  8. FinStrG Art. 1 § 68 gültig von 01.01.2003 bis 30.04.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 97/2002
  9. FinStrG Art. 1 § 68 gültig von 01.01.1986 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 571/1985

Rechtssatz

Ein „tribunal" ist in materieller Hinsicht charakterisiert durch seine Aufgabe als Rechtsprechungsorgan, das auf der Grundlage von Rechtsnormen und als Ergebnis eines ordnungsgemäßen Verfahrens alle seiner Zuständigkeit unterliegenden Fragen zu entscheiden hat. Es muss auch eine Reihe anderer Bedingungen erfüllen - Unabhängigkeit, insb von der Exekutive, Unparteilichkeit, Dauer des Mandats seiner Mitglieder und Verfahrensgarantien, von denen mehrere im Text des Art 6 Abs 1 MRK genannt werden. Die österreichischen UVS sind als „tribunals" iSd Art 6 MRK anzusehen. Baischer gegen Österreich.Ein „tribunal" ist in materieller Hinsicht charakterisiert durch seine Aufgabe als Rechtsprechungsorgan, das auf der Grundlage von Rechtsnormen und als Ergebnis eines ordnungsgemäßen Verfahrens alle seiner Zuständigkeit unterliegenden Fragen zu entscheiden hat. Es muss auch eine Reihe anderer Bedingungen erfüllen - Unabhängigkeit, insb von der Exekutive, Unparteilichkeit, Dauer des Mandats seiner Mitglieder und Verfahrensgarantien, von denen mehrere im Text des Artikel 6, Absatz eins, MRK genannt werden. Die österreichischen UVS sind als „tribunals" iSd Artikel 6, MRK anzusehen. Baischer gegen Österreich.

Entscheidungstexte

  • RS0121238">Bsw 32381/96
    Entscheidungstext AUSL EGMR 20.12.2001 Bsw 32381/96
    Veröff: NL 2002,9
  • RS0121238">Bsw 67950/01
    Entscheidungstext AUSL EGMR 06.04.2004 Bsw 67950/01
    nur: Ein „tribunal" ist in materieller Hinsicht charakterisiert durch seine Aufgabe als Rechtsprechungsorgan, das auf der Grundlage von Rechtsnormen und als Ergebnis eines ordnungsgemäßen Verfahrens alle seiner Zuständigkeit unterliegenden Fragen zu entscheiden hat. Es muss auch eine Reihe anderer Bedingungen erfüllen - Unabhängigkeit, insb von der Exekutive, Unparteilichkeit, Dauer des Mandats seiner Mitglieder und Verfahrensgarantien, von denen mehrere im Text des Art 6 Abs 1 MRK genannt werden. (T1
    Beisatz: Der Spruchsenat des Hauptzollamtes und der Berufungssenat der Finanzlandesdirektion sind „tribunals" iSd Art 6 MRK. Wird ein Bsf ausreichend darüber belehrt, dass er seinen Fall vor einen Spruch- bzw Berufungssenat bringen kann, und unterlässt er dies, so ist sein Recht auf Zugang zu einem Gericht im Finanzstrafverfahren gewahrt. Rozsa gegen Österreich. (T2)
    Veröff: NL 2004,64
  • RS0121238">Bsw 12555/03
    Entscheidungstext AUSL EGMR 05.10.2006 Bsw 12555/03
    nur: Die österreichischen UVS sind als „tribunals" iSd Art 6 MRK anzusehen. (T3)
    Veröff: NL 2006,239
  • RS0121238">Bsw 30003/02
    Entscheidungstext AUSL EGMR 09.11.2006 Bsw 30003/02
    nur T1; Beisatz: Hier: Berufungskommission nach Beamten-Dienstrechtsgesetz. (T4)
    Veröff: NL 2006,299
  • RS0121238">Bsw 29749/04
    Entscheidungstext AUSL EGMR 06.05.2008 Bsw 29749/04
    nur T3; Veröff: NL 2008,131
  • RS0121238">Bsw 10781/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 18.09.2012 Bsw 10781/08
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Hier: Berufungskommission nach Beamten-Dienstrechtsgesetz beim Bundeskanzleramt. (Bem: Ohneberg gg. Österreich) (T5)
    Veröff: NL 2012,304
  • RS0121238">Bsw 29295/16
    Entscheidungstext AUSL 30.01.2020 Bsw 29295/16
    vgl; Beisatz: Eine Verletzung von Art 6 Abs 1 EMRK kann nicht auf die angebliche fehlende Unabhängigkeit oder Unparteilichkeit eines Tribunals gestützt werden, wenn die getroffene Entscheidung (hier: des Notarsenats eines deutschen OLG) der nachfolgenden Kontrolle eines gerichtlichen Organs unterworfen war, das volle Jurisdiktionsgewalt hatte und die Achtung der in der genannten Konventionsbestimmung festgesetzten Garantien sicherstellte (hier ging es um die Überprüfungsbefugnis des deutschen BGH). (Franz gg Deutschland) (T6)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:AUSL000:2001:RS0121238

Im RIS seit

19.01.2002

Zuletzt aktualisiert am

28.04.2025
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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