RS OGH 2025/2/20 16Bkd5/03; 8Bkd2/03; 4Bkd4/07; 15Bkd5/09; 10Bkd1/11; 10Bkd2/12; 13Bkd2/13; 20Os1/14

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 13.10.2003
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Norm

DSt 1990 §1 Abs1 B
RAO §10
  1. RAO § 10 heute
  2. RAO § 10 gültig ab 01.04.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2020
  3. RAO § 10 gültig von 01.01.2008 bis 31.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2007
  4. RAO § 10 gültig von 24.06.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2006
  5. RAO § 10 gültig von 01.01.1991 bis 23.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 474/1990

Rechtssatz

Die Vertretung einer Partei durch einen Rechtsanwalt in einem Falle, wo er die Gegenpartei in der selben oder in einer zusammenhängenden Sache vertreten hat, verstößt gegen das Gesetz auch dann, wenn es gewiss ist, dass durch die Vertretung die Interessen der Gegenpartei nicht beeinträchtigt, geschädigt oder aber auch nur gefährdet werden können. Es ist nicht notwendig, dass ein Vertrauensmissbrauch im materiellen Sinne stattgefunden hat, also etwa die Schädigung der Interessen des Klienten eingetreten sei. Eine Doppelvertretung ist deshalb disziplinär strafbar, weil dadurch stets der Anschein erweckt wird, es würden materielle Interessen des ehemaligen Klienten preisgegeben.

Entscheidungstexte

  • 16 Bkd 5/03
    Entscheidungstext OGH 13.10.2003 16 Bkd 5/03
  • 8 Bkd 2/03
    Entscheidungstext OGH 17.11.2003 8 Bkd 2/03
    Vgl auch; Beisatz: Der Rechtsanwalt soll zum Schutz des Vertrauens, das der Klient in den Rechtsanwalt setzt, in keinem Fall auch nur den Anschein erwecken, die Interessen seines Mandanten auf Grund einer Interessenkollision nicht mehr uneingeschränkt wahrnehmen zu können. (T1)
  • 4 Bkd 4/07
    Entscheidungstext OGH 04.02.2008 4 Bkd 4/07
    Auch; nur: Es ist nicht notwendig, dass ein Vertrauensmissbrauch im materiellen Sinn stattgefunden hat und eine Schädigung der Interessen des Klienten eingetreten ist. Eine Doppelvertretung ist deshalb disziplinär strafbar, weil dadurch stets der Anschein erweckt wird, es könnten materielle Interessen des (ehemaligen) Klienten preisgegeben werden. (T2); Beisatz: Vom Verbot der Doppelvertretung können die Parteien nicht befreien. (T3)
  • 15 Bkd 5/09
    Entscheidungstext OGH 09.11.2009 15 Bkd 5/09
    Auch; Beisatz: Hier: Unzulässige Doppelvertretung, wenn ein Rechtsanwalt in der Tagsatzung, in welcher über den Zwangsausgleichsantrag abgestimmt wird, gleichzeitig den Gemeinschuldner und mehrere Gläubiger vertritt. (T4)
  • 10 Bkd 1/11
    Entscheidungstext OGH 26.09.2011 10 Bkd 1/11
  • 10 Bkd 2/12
    Entscheidungstext OGH 03.09.2012 10 Bkd 2/12
    Auch
  • 13 Bkd 2/13
    Entscheidungstext OGH 24.06.2013 13 Bkd 2/13
    Auch
  • RS0118082">20 Os 1/14v
    Entscheidungstext OGH 20.05.2014 20 Os 1/14v
    Auch
  • RS0118082">24 Ds 1/19k
    Entscheidungstext OGH 26.06.2019 24 Ds 1/19k
  • RS0118082">20 Ds 1/20g
    Entscheidungstext OGH 14.07.2020 20 Ds 1/20g
    Vgl
  • RS0118082">30 Ds 4/19w
    Entscheidungstext OGH 18.06.2020 30 Ds 4/19w
    Vgl
  • RS0118082">23 Ds 1/21f
    Entscheidungstext OGH 11.05.2022 23 Ds 1/21f
    Vgl
  • RS0118082">24 Ds 2/22m
    Entscheidungstext OGH 21.09.2022 24 Ds 2/22m
    Vgl
  • RS0118082">21 Ds 5/22f
    Entscheidungstext OGH 14.03.2023 21 Ds 5/22f
    vgl
  • RS0118082">21 Ds 16/22y
    Entscheidungstext OGH 24.04.2023 21 Ds 16/22y
  • RS0118082">20 Ds 4/24d
    Entscheidungstext OGH 20.02.2025 20 Ds 4/24d
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0118082

Im RIS seit

12.11.2003

Zuletzt aktualisiert am

18.03.2025
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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