RS OGH 2026/3/18 14Os65/03; 14Os116/05y; 13Os142/08v; 13Os152/08i; 13Os105/08b; 13Os18/09k; 13Os129/

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 16.12.2003
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Norm

FinStrG §21 Abs1
FinStrG §33 Abs2 lita
FinStrG §33 Abs2 litb
7.ZPMRK Art4 Abs1
  1. FinStrG Art. 1 § 21 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 21 gültig ab 01.01.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2010
  3. FinStrG Art. 1 § 21 gültig von 01.01.1976 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 335/1975
  1. FinStrG Art. 1 § 33 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 33 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2025
  3. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 23.07.2019 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2019
  4. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 15.08.2018 bis 22.07.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2018
  5. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 12.01.2013 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2013
  6. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 01.01.2011 bis 11.01.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2010
  7. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 13.01.1999 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 28/1999
  8. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 21.08.1996 bis 12.01.1999 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 421/1996
  9. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 01.01.1995 bis 20.08.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 681/1994
  10. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 01.10.1989 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 375/1989
  11. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 01.01.1986 bis 30.09.1989 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 571/1985
  1. FinStrG Art. 1 § 33 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 33 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2025
  3. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 23.07.2019 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2019
  4. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 15.08.2018 bis 22.07.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2018
  5. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 12.01.2013 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2013
  6. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 01.01.2011 bis 11.01.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2010
  7. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 13.01.1999 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 28/1999
  8. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 21.08.1996 bis 12.01.1999 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 421/1996
  9. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 01.01.1995 bis 20.08.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 681/1994
  10. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 01.10.1989 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 375/1989
  11. FinStrG Art. 1 § 33 gültig von 01.01.1986 bis 30.09.1989 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 571/1985

Rechtssatz

Selbstständige Tat (iSd § 21 Abs 1 FinStrG) beim Finanzvergehen der Abgabenhinterziehung nach § 33 Abs 2 lit a FinStrG ist die vom Steuerpflichtigen unter vorsätzlicher Verletzung seiner Verpflichtung zur Abgabe inhaltlich richtiger Umsatzsteuervoranmeldungen wissentlich bewirkte Verkürzung der im Voranmeldungszeitraum zu entrichtenden Umsatzsteuer. Durch diesen Tatbestand wird die vom Täter unter Zuwiderhandlung gegen die Voranmeldungspflicht (Nichteinreichung von bzw Abgabe unrichtiger Umsatzsteuervoranmeldungen oder Geltendmachung ungerechtfertigter bzw überhöhter Abgabengutschriften) für den jeweiligen Voranmeldungszeitraum (Kalendermonat) bewirkte Vorauszahlungsverkürzung in ihrer Gesamtheit erfasst. Ein gegen den Abgabenschuldner wegen des Finanzvergehens der Abgabenhinterziehung nach § 33 Abs 2 lit a FinStrG ergangenes, in Rechtskraft erwachsenes Straferkenntnis der Finanzstrafbehörde entfaltet im Umfang der darin abgestraften Tat Sperrwirkung dergestalt, dass eine gerichtliche Verfolgung und Aburteilung wegen derselben Tat als Verkürzung der Umsatzsteuervorauszahlung nach § 33 Abs 2 lit a FinStrG - ohne vorherige Wiederaufnahme des verwaltungsbehördlichen Finanzstrafverfahrens (vgl etwa § 165 Abs 1 lit a FinStrG) zum Zwecke eines finanzstrafbehördlichen Vorgehens nach § 54 Abs 1 FinStrG - selbst bei nachträglichem Hervorkommen von im selben Tatzeitraum zusätzlich bewirkter Vorauszahlungsverkürzung ausgeschlossen ist (Art 4 Abs 1 7. ZPMRK).Selbstständige Tat (iSd Paragraph 21, Absatz eins, FinStrG) beim Finanzvergehen der Abgabenhinterziehung nach Paragraph 33, Absatz 2, Litera a, FinStrG ist die vom Steuerpflichtigen unter vorsätzlicher Verletzung seiner Verpflichtung zur Abgabe inhaltlich richtiger Umsatzsteuervoranmeldungen wissentlich bewirkte Verkürzung der im Voranmeldungszeitraum zu entrichtenden Umsatzsteuer. Durch diesen Tatbestand wird die vom Täter unter Zuwiderhandlung gegen die Voranmeldungspflicht (Nichteinreichung von bzw Abgabe unrichtiger Umsatzsteuervoranmeldungen oder Geltendmachung ungerechtfertigter bzw überhöhter Abgabengutschriften) für den jeweiligen Voranmeldungszeitraum (Kalendermonat) bewirkte Vorauszahlungsverkürzung in ihrer Gesamtheit erfasst. Ein gegen den Abgabenschuldner wegen des Finanzvergehens der Abgabenhinterziehung nach Paragraph 33, Absatz 2, Litera a, FinStrG ergangenes, in Rechtskraft erwachsenes Straferkenntnis der Finanzstrafbehörde entfaltet im Umfang der darin abgestraften Tat Sperrwirkung dergestalt, dass eine gerichtliche Verfolgung und Aburteilung wegen derselben Tat als Verkürzung der Umsatzsteuervorauszahlung nach Paragraph 33, Absatz 2, Litera a, FinStrG - ohne vorherige Wiederaufnahme des verwaltungsbehördlichen Finanzstrafverfahrens vergleiche etwa Paragraph 165, Absatz eins, Litera a, FinStrG) zum Zwecke eines finanzstrafbehördlichen Vorgehens nach Paragraph 54, Absatz eins, FinStrG - selbst bei nachträglichem Hervorkommen von im selben Tatzeitraum zusätzlich bewirkter Vorauszahlungsverkürzung ausgeschlossen ist (Artikel 4, Absatz eins, 7. ZPMRK).

Entscheidungstexte

  • RS0118311">14 Os 65/03
    Entscheidungstext OGH 16.12.2003 14 Os 65/03
  • RS0118311">14 Os 116/05y
    Entscheidungstext OGH 22.11.2005 14 Os 116/05y
    Auch; Beisatz: Art 4 des 7. ZPMRK gewährt dem von einer in Rechtskraft erwachsenen finanzstrafbehördlichen Entscheidung Betroffenen bis zu deren Außerkraftsetzen ein subjektives Recht, nicht wegen der selben Tat vor ein Strafgericht gestellt zu werden. Die Vorschrift des § 54 Abs 4 FinStrG ändert trotz ihres Auftrags, einen allenfalls eingeleiteten Strafvollzug zu unterbrechen, am Fortbestand einer bereits ergangenen Entscheidung nichts. Da Art 4 Abs 2 des 7. ZPMRK auf innerstaatliches Recht verweist, scheidet auch eine unmittelbar auf diese Konventionsbestimmung gestützte Befugnis zur Wiederaufnahme aus. (T1)
  • RS0118311">13 Os 142/08v
    Entscheidungstext OGH 22.01.2009 13 Os 142/08v
    Vgl; Beisatz: Finanzvergehen der Abgabenhinterziehung nach § 33 Abs 2 lit a oder b FinStrG werden durch dort pönalisiertes Verhalten bezogen auf Voranmeldungs- (lit a) oder Entrichtungszeiträume (lit b) verwirklicht, sodass sachverhaltsmäßig hinsichtlich jedes solchen Zeitraums und jeder Steuerart unabhängig von der Höhe der Hinterziehungsbeträge eine selbstständige Tat und damit jeweils ein Finanzvergehen verwirklicht wird. (T2)
  • RS0118311">13 Os 152/08i
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 13 Os 152/08i
    Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Für die - auf ein Veranlagungsjahr bezogene - Forschungsprämie nach § 108c Abs 2 Z 1 EStG kann nichts anderes gelten. Durch Geltendmachung und anschließende Berichtigung des Antrags auf Gutschrift der Prämie für ein Veranlagungsjahr wird demzufolge eine selbstständige Tat und damit ein Finanzvergehen verwirklicht. (T3)
  • RS0118311">13 Os 105/08b
    Entscheidungstext OGH 19.03.2009 13 Os 105/08b
    Vgl; Beis wie T2
  • RS0118311">13 Os 18/09k
    Entscheidungstext OGH 23.07.2009 13 Os 18/09k
    Vgl; Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Unter Berücksichtigung des Umstands, wonach jeweils ein Finanzvergehen iSd § 33 Abs 1 FinStrG - unabhängig von der Höhe des Hinterziehungsbetrags - als selbstständige Tat bezogen auf ein Veranlagungsjahr und jeweils eine Steuerart verwirklicht wird, kann die in § 33 Abs 3 lit a zweiter Fall FinStrG angesprochene Unkenntnis der Abgabenbehörde nur (jeweils) eine Abgabenart dem Grunde nach- bezogen auf ein Veranlagungsjahr- betreffen (vgl § 4 BAO zur Entstehung des Abgabenanspruchs). Die Vergabe einer Steuernummer bringt hingegen bloß die Kenntnis der Abgabenbehörde von Abgabenansprüchen aus früheren Veranlagungszeiträumen zum Ausdruck. (T4)
  • RS0118311">13 Os 129/10k
    Entscheidungstext OGH 16.12.2010 13 Os 129/10k
    Auch
  • RS0118311">13 Os 93/11t
    Entscheidungstext OGH 25.08.2011 13 Os 93/11t
    Auch
  • RS0118311">13 Os 66/11x
    Entscheidungstext OGH 25.08.2011 13 Os 66/11x
    Vgl
  • RS0118311">13 Os 74/11y
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 13 Os 74/11y
    Auch
  • RS0118311">13 Os 70/12m
    Entscheidungstext OGH 30.08.2012 13 Os 70/12m
    Vgl; Beisatz: Finanzvergehen der Abgabenhinterziehung nach § 33 Abs 2 lit a FinStrG hingegen werden durch dort pönalisiertes Verhalten in Bezug auf Voranmeldungszeiträume begangen, sodass sachverhaltsmäßig hinsichtlich jedes solchen Zeitraums und jeder Abgabenart (unabhängig von der Höhe des Hinterziehungsbetrags) eine selbständige Tat vorliegt. (T5)
  • RS0118311">13 Os 15/13z
    Entscheidungstext OGH 02.07.2013 13 Os 15/13z
    Vgl auch; Auch Beis wie T2
  • RS0118311">13 Os 115/14g
    Entscheidungstext OGH 15.04.2015 13 Os 115/14g
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Ein Schuldspruch nach § 33 Abs 2 lit a FinStrG muss sich daher stets auf einen konkreten Kalendermonat beziehen. (T6)
  • RS0118311">13 Os 8/15y
    Entscheidungstext OGH 15.04.2015 13 Os 8/15y
    Beis wie T5
  • RS0118311">13 Os 67/14y
    Entscheidungstext OGH 10.06.2015 13 Os 67/14y
    Auch; Beis wie T5
  • RS0118311">13 Os 42/15y
    Entscheidungstext OGH 30.06.2015 13 Os 42/15y
    Auch
  • RS0118311">13 Os 1/15v
    Entscheidungstext OGH 18.12.2015 13 Os 1/15v
    Auch; Beis wie T6
  • RS0118311">13 Os 139/15p
    Entscheidungstext OGH 18.12.2015 13 Os 139/15p
    Auch; Beis wie T6
  • RS0118311">13 Os 114/15m
    Entscheidungstext OGH 09.03.2016 13 Os 114/15m
    Auch; Beis wie T2
  • RS0118311">13 Os 9/17y
    Entscheidungstext OGH 05.04.2017 13 Os 9/17y
    Auch
  • RS0118311">13 Os 119/16y
    Entscheidungstext OGH 22.02.2017 13 Os 119/16y
    Auch; Beis wie T2
  • RS0118311">13 Os 88/17s
    Entscheidungstext OGH 11.10.2017 13 Os 88/17s
    Auch
  • RS0118311">13 Os 40/18h
    Entscheidungstext OGH 09.05.2018 13 Os 40/18h
    Auch
  • RS0118311">13 Os 75/18f
    Entscheidungstext OGH 10.10.2018 13 Os 75/18f
    Auch; Beis wie T2
  • RS0118311">13 Os 88/19v
    Entscheidungstext OGH 11.12.2019 13 Os 88/19v
  • RS0118311">13 Os 46/21w
    Entscheidungstext OGH 29.09.2021 13 Os 46/21w
    Vgl
  • RS0118311">13 Os 47/22v
    Entscheidungstext OGH 23.11.2022 13 Os 47/22v
    Vgl
  • RS0118311">13 Os 110/22h
    Entscheidungstext OGH 28.06.2023 13 Os 110/22h
    vgl; Beisatz nur wie T2
  • RS0118311">13 Os 111/22f
    Entscheidungstext OGH 28.06.2023 13 Os 111/22f
    vgl; Beisatz nur wie T2
  • RS0118311">13 Os 94/24h
    Entscheidungstext OGH 19.02.2025 13 Os 94/24h
    vgl; Beisatz wie T5
  • RS0118311">13 Os 9/25k
    Entscheidungstext OGH 24.09.2025 13 Os 9/25k
    vgl; Beisatz nur wie T2
  • RS0118311">13 Os 130/25d
    Entscheidungstext OGH 07.01.2026 13 Os 130/25d
    vgl; Beisatz wie T2
  • RS0118311">13 Os 117/25t
    Entscheidungstext OGH 11.02.2026 13 Os 117/25t
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T5; Beisatz wie T6
  • RS0118311">13 Os 140/25z
    Entscheidungstext OGH 18.03.2026 13 Os 140/25z
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T6

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0118311

Im RIS seit

15.01.2004

Zuletzt aktualisiert am

17.04.2026
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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