Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 31.Juli 1986 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Harbich als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Müller, Dr. Kießwetter, Dr. Schneider und Dr. Brustbauer als weitere Richter in Gegenwart des Richteramtsanwärters Dr. Steinberger als Schriftführers in der Strafsache gegen Rudolf B***, Hannes K*** und Karl Heinz H*** wegen des Verbrechens des schweren Diebstahls durch Einbruch nach §§ 127 ff. StGB und einer weiteren strafbaren Handlung über die Nichtigkeitsbeschwerden und die Berufungen der Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Graz als Schöffengerichts vom 13.Dezember 1985, GZ 9 Vr 4090/84-170, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den BeschlußDer Oberste Gerichtshof hat am 31.Juli 1986 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Harbich als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Müller, Dr. Kießwetter, Dr. Schneider und Dr. Brustbauer als weitere Richter in Gegenwart des Richteramtsanwärters Dr. Steinberger als Schriftführers in der Strafsache gegen Rudolf B***, Hannes K*** und Karl Heinz H*** wegen des Verbrechens des schweren Diebstahls durch Einbruch nach Paragraphen 127, ff. StGB und einer weiteren strafbaren Handlung über die Nichtigkeitsbeschwerden und die Berufungen der Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Graz als Schöffengerichts vom 13.Dezember 1985, GZ 9 römisch fünf r 4090/84-170, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluß
gefaßt:
Spruch
Die Nichtigkeitsbeschwerden (aller drei Angeklagten) und die Berufung des Angeklagten Hannes K*** werden zurückgewiesen. Über die Berufungen der Angeklagten Rudolf B*** und Karl Heinz H*** wird bei einem Gerichtstag zur öffentlichen Verhandlung entschieden werden.
Gemäß § 390 a StPO fallen dem Angeklagten Hannes K*** auch die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zur Last.Gemäß Paragraph 390, a StPO fallen dem Angeklagten Hannes K*** auch die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Text
Gründe:
Der am 2.Juni 1941 geborene Kellner Rudolf B***, der am 21. Juli 1943 geborene Vertreter Hannes K*** und der am 18. Mai 1945 geborene Kaufmann Karl Heinz H*** wurden mit dem angefochtenen Urteil des Verbrechens des schweren Diebstahls durch Einbruch nach §§ 127 Abs 1 und 2 Z. 1, 128 Abs (1 und) 2, 129 Z. 1 StGB (Punkte A bzw. B), B*** auch des Vergehens der Begünstigung nach § 299 Abs 1 StGB (C 1 und 2) schuldig erkannt und zu Freiheitsstrafen verurteilt.Der am 2.Juni 1941 geborene Kellner Rudolf B***, der am 21. Juli 1943 geborene Vertreter Hannes K*** und der am 18. Mai 1945 geborene Kaufmann Karl Heinz H*** wurden mit dem angefochtenen Urteil des Verbrechens des schweren Diebstahls durch Einbruch nach Paragraphen 127, Absatz eins und 2 Ziffer eins, 128, Abs (1 und) 2, 129 Ziffer eins, StGB (Punkte A bzw. B), B*** auch des Vergehens der Begünstigung nach Paragraph 299, Absatz eins, StGB (C 1 und 2) schuldig erkannt und zu Freiheitsstrafen verurteilt.
Inhaltlich der Schuldsprüche haben (zu A) K*** und
H*** in Gesellschaft als Beteiligte in der Nacht zum 15. oder 16. Jänner 1984 in Graz durch Einbruch und Einsteigen in das Juweliergeschäft K*** der Theresia M*** (im Spruch des angefochtenen Urteils im einzelnen aufgezählte) Schmuckgegenstände, sechs Eheringe und zwei Plaketten im Gesamt(verkehrs)wert von 840.000 S, sowie zur Reparatur im Geschäft befindliche Schmuckstücke und diverse Uhren im Wert von mindestens 80.000 S gestohlen. Rudolf B***, der die Angeklagten K*** und H*** zu diesem Diebstahl bestimmt hatte, indem er die Einbruchsmöglichkeit beschrieb und sich bereit erklärte, die Diebsbeute anzukaufen (B), liegt auch zur Last, die Strafgefangenen Jörg C*** (C 1) und Manfred P*** (C 2) der Vollstreckung von Strafresten absichtlich entzogen zu haben.
Dieses Urteil bekämpfen die drei Angeklagten in den sie betreffenden Schuldsprüchen (ausgenommen im Punkt C 1) mit Nichtigkeitsbeschwerden und in den Strafaussprüchen mit Berufungen. Dazu ist festzuhalten, daß der Angeklagte K*** weder bei der Anmeldung der Berufung (s.S. 411 i.V.m. 411 a/III. Bd.) Beschwerdepunkte bezeichnete noch innerhalb der Vierzehntagefrist des § 294 Abs 2 StPO das in Rede stehende Rechtsmittel ausführte. Die Berufung des Angeklagten K*** war daher gemäß §§ 294 Abs 4, 296 Abs 2 StPO zurückzuweisen.Dieses Urteil bekämpfen die drei Angeklagten in den sie betreffenden Schuldsprüchen (ausgenommen im Punkt C 1) mit Nichtigkeitsbeschwerden und in den Strafaussprüchen mit Berufungen. Dazu ist festzuhalten, daß der Angeklagte K*** weder bei der Anmeldung der Berufung (s.S. 411 i.V.m. 411 a/III. Bd.) Beschwerdepunkte bezeichnete noch innerhalb der Vierzehntagefrist des Paragraph 294, Absatz 2, StPO das in Rede stehende Rechtsmittel ausführte. Die Berufung des Angeklagten K*** war daher gemäß Paragraphen 294, Absatz 4, 296, Absatz 2, StPO zurückzuweisen.
Ihre Nichtigkeitsbeschwerden stützen die Angeklagten auf § 281 Abs 1 Z. 4 und 5 StPO, B*** auch auf Z. 9 lit a leg.cit.Ihre Nichtigkeitsbeschwerden stützen die Angeklagten auf Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 4 und 5 StPO, B*** auch auf Ziffer 9, Litera a, leg.cit.
Zur Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten B***:
Unter Bezugnahme auf § 281 Abs 1 Z. 4 StPO rügt dieser Angeklagte zunächst die Abweisung (S. 402 f. und 409 f./III. Bd.) der von seinem Verteidiger in den Hauptverhandlungen am 19. November 1985 (S. 269 f./III. Bd.) und am 13.Dezember 1985 (S. 400 f. und 408 f./III. Bd.) gestellten Anträge auf Vernehmung der ZeugenUnter Bezugnahme auf Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 4, StPO rügt dieser Angeklagte zunächst die Abweisung Sitzung 402 f. und 409 f./III. Bd.) der von seinem Verteidiger in den Hauptverhandlungen am 19. November 1985 Sitzung 269 f./III. Bd.) und am 13.Dezember 1985 Sitzung 400 f. und 408 f./III. Bd.) gestellten Anträge auf Vernehmung der Zeugen
Erwin S*** und Ernst P*** zum Beweis dafür, daß der Zeuge Franz Z*** im Haftraum von der Täterschaft Paul D***'S erzählte und erklärte, er habe von diesem Einbruch stammende Schmuckstücke bei dem Genannten gesehen, ferner, daß Z*** den Zeugen S*** und P*** erzählte, es sei sein Glück, aber B***'S Pech, daß P*** "in die Luft geflogen" sei (gemeint: bei einem Einbruchsversuch tödlich verunglückte);
Walter B*** zum Beweis dafür, daß der bereits vernommene Zeuge Werner P*** unabhängig von den Schilderungen dem Zeugen F*** und G*** gegenüber auch B*** von der Ausführung des Einbruches bei K*** erzählte;
Liselotte J*** zum Beweis dafür, daß um die Tatzeit verdächtige Personen in der Nähe des Tatortes waren, wodurch sich einerseits die konkrete Möglichkeit einer Täterschaft dieser (von den Angeklagten verschiedenen) Personen ergebe und andererseits erwiesen sei, daß keine weitere Fahndung bzw. Erhebung in dieser Richtung angestellt wurde, da mit den Angeklagten die vermutlichen Täter bereits gefaßt waren;
Richard B*** zum Beweis "wie bisher" und dafür, daß ihm Z*** in den letzten Tagen vor der Verhandlung erklärte, er wolle nicht zu Gericht, weil er "schwitze", seine bisherige Aussage die Unwahrheit sei, er diese nicht ändern könne und deshalb einer Zeugenaussage entgehen wolle;
Gerhard H*** zum Beweis dafür, daß sich sowohl die Zeugen P*** als auch P*** des Einbruchsdiebstahls zum Nachteil der Firma K*** bezichtigten, und daß die Aussage des Zeugen K*** im Hinblick auf die Belastung des Angeklagten H*** unrichtig sei;
Rudolf H*** und Frau N. H*** zum Beweis dafür, daß anläßlich der "Auseinandersetzung" zwischen den Angeklagten K*** und H*** im Cafe F*** der Zeuge Andreas M*** nicht anwesend gewesen sei, sowie daß H*** sich ausschließlich im Beisein K*** im Cafe F*** aufgehalten habe (und nie allein); Herbert M*** zum Beweis dafür, daß Franz Z*** diesem gegenüber erklärte, er werde für den Fall des Aufrechterhaltens der offenkundig unrichtigen Beschuldigung B***'S mit einer milden Strafe zu rechnen haben und außerdem den Führerschein wieder erlangen.
Des weiteren rügt der Beschwerdeführer die Ablehnung des Antrages auf Beischaffung des Führerscheinaktes der Bundespolizeidirektion Graz, betreffend Franz Z***, aus dem sich ergeben soll, daß der Genannte insgesamt fünf einschlägige Vorstrafen, teilweise mit Begehung des Fahrzeuges, habe, und den Führerschein auf absolut unerklärliche Weise nach seiner Verhaftung erlangen konnte.
Der Beschwerdeführer rügt unter dem Nichtigkeitsgrund des § 281 Abs 1 Z. 4 StPO auch die Verletzung des Unmittelbarkeitsgrundsatzes, weil - in der Hauptverhandlung verlesene (s.S. 405 f./III. Bd.) - Angaben folgender Personen im Vorverfahren oder in anderen Verfahren urteilsmäßig verwertet wurden: Barbara K***, Armina O***, Hannes F*** und Manfred P***.Der Beschwerdeführer rügt unter dem Nichtigkeitsgrund des Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 4, StPO auch die Verletzung des Unmittelbarkeitsgrundsatzes, weil - in der Hauptverhandlung verlesene (s.S. 405 f./III. Bd.) - Angaben folgender Personen im Vorverfahren oder in anderen Verfahren urteilsmäßig verwertet wurden: Barbara K***, Armina O***, Hannes F*** und Manfred P***.
Rechtliche Beurteilung
Die Verfahrensrüge schlägt nicht durch.
Letzterem Einwand ist zu erwidern, daß ein Antrag auf Vernehmung dieser Personen nicht gestellt wurde, sodaß es an den formalen Voraussetzungen zur Geltendmachung des Nichtigkeitsgrundes des § 281 Abs 1 Z. 4 StPO mangelt. Die Nichtausschöpfung aller möglichen (jedoch nicht beantragten) Beweismittel stellt keinen Nichtigkeitsgrund dar. Der im gegebenen Zusammenhang aufgestellten Behauptung, es habe an einem Einverständnis zur Verlesung der sicherheitsbehördlichen Angaben F*** und P*** gemangelt, ist zu entgegnen, daß diese Verlesungen gemäß § 252 Abs 2 StPO erfolgten, wozu ein Einverständnis der Parteien nicht erforderlich ist. Ein solches schreibt, wie der Vollständigkeit halber erwähnt sei, überhaupt nur § 252 Abs 1 Z. 4 StPO vor.Letzterem Einwand ist zu erwidern, daß ein Antrag auf Vernehmung dieser Personen nicht gestellt wurde, sodaß es an den formalen Voraussetzungen zur Geltendmachung des Nichtigkeitsgrundes des Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 4, StPO mangelt. Die Nichtausschöpfung aller möglichen (jedoch nicht beantragten) Beweismittel stellt keinen Nichtigkeitsgrund dar. Der im gegebenen Zusammenhang aufgestellten Behauptung, es habe an einem Einverständnis zur Verlesung der sicherheitsbehördlichen Angaben F*** und P*** gemangelt, ist zu entgegnen, daß diese Verlesungen gemäß Paragraph 252, Absatz 2, StPO erfolgten, wozu ein Einverständnis der Parteien nicht erforderlich ist. Ein solches schreibt, wie der Vollständigkeit halber erwähnt sei, überhaupt nur Paragraph 252, Absatz eins, Ziffer 4, StPO vor.
Zur Rüge der Abweisung von Beweisanträgen ist auszuführen:
Die Zeugen S*** und P*** wurden - dem Beschwerdevorbringen zuwider - in der (fortgesetzten) Hauptverhandlung am 13. Dezember 1985 ohnehin vernommen (s.S. 391 ff. bzw. 388 ff. III. Bd.), sodaß die Rüge insoweit ins Leere geht.Die Zeugen S*** und P*** wurden - dem Beschwerdevorbringen zuwider - in der (fortgesetzten) Hauptverhandlung am 13. Dezember 1985 ohnehin vernommen (s.S. 391 ff. bzw. 388 ff. römisch drei. Bd.), sodaß die Rüge insoweit ins Leere geht.
Richard B*** gab schon bei der Polizei an (S. 313 ff. III. Bd.), sich an Äußerungen H***'S im Cafe C*** über den Einbruchsdiebstahl bei K*** infolge Schwerhörigkeit und Alkoholisierung nicht erinnern zu können (S. 317/III. Bd.). Der Beschwerdeführer hat anläßlich der Antragstellung (S. 400/III. Bd.) nicht dargetan, aus welchem Grund unter den gegebenen und aktenkundigen Umständen von einer Vernehmung des Genannten in der Hauptverhandlung zweckdienliche Aussagen zu erwarten wären. Das selbe gilt für den Antrag hinsichtlich der Zeugin J*** (S. 401/III. Bd.), sagte diese Zeugin doch bei der Polizei (S. 317, 319/I. Bd.) und beim Untersuchungsrichter (S. 367 I. Bd.) aus, die Personen, die sie zur Tatzeit in der Nähe des Tatortes (vor dem Kaufhaus R***) gesehen hat, nicht identifizieren zu können. Sie schloß eine solche Möglichkeit sogar ausdrücklich aus (S. 367 I. Bd.).Richard B*** gab schon bei der Polizei an Sitzung 313 ff. römisch drei. Bd.), sich an Äußerungen H***'S im Cafe C*** über den Einbruchsdiebstahl bei K*** infolge Schwerhörigkeit und Alkoholisierung nicht erinnern zu können Sitzung 317/III. Bd.). Der Beschwerdeführer hat anläßlich der Antragstellung Sitzung 400/III. Bd.) nicht dargetan, aus welchem Grund unter den gegebenen und aktenkundigen Umständen von einer Vernehmung des Genannten in der Hauptverhandlung zweckdienliche Aussagen zu erwarten wären. Das selbe gilt für den Antrag hinsichtlich der Zeugin J*** Sitzung 401/III. Bd.), sagte diese Zeugin doch bei der Polizei Sitzung 317, 319/I. Bd.) und beim Untersuchungsrichter Sitzung 367 römisch eins. Bd.) aus, die Personen, die sie zur Tatzeit in der Nähe des Tatortes (vor dem Kaufhaus R***) gesehen hat, nicht identifizieren zu können. Sie schloß eine solche Möglichkeit sogar ausdrücklich aus Sitzung 367 römisch eins. Bd.).
Zu B*** ist noch zu bemerken, daß dieser - was die Beschwerde übergeht - unter der aus dem Akt ersichtlichen Anschrift nicht erreichbar war und mit unbekanntem Ziel verzogen ist (S. 273 f. III. Bd.). Es handelt sich in diesem Punkt um einen aussichtslosen Beweis, dessen Nichtdurchführung nicht (mit Erfolg) unter dem Gesichtspunkt des § 281 Abs 1 Z. 4 StPO geltend gemacht werden kann (vgl. dazu u.a. Mayerhofer/Rieder, Nr. 102 und 104 zu § 281 Abs 1 Z. 4 StPO 2 , und die dort zitierte Judikatur). Ob P*** und P*** im Gefangenenhaus u.a. gegenüber Gerhard H*** und Walter B*** behaupteten, den Einbruchsdiebstahl bei K*** ausgeführt zu haben, ist unerheblich, weil das Erstgericht in Ausübung freier Beweiswürdigung die in Beziehung auf den verfahrensgegenständlichen Einbruchsdiebstahl vorgenommenen Selbstbezichtigungen von Gefangenenhausinsassen als falsch beurteilte. Das Schöffengericht stellte nämlich mit hinreichender Begründung fest (vgl. S. 424 ff.), daß die drei Angeklagten (u.a.) deshalb als Täter anzusehen sind, weil H***, der Otmar M*** (im Cafe F***) erzählte, von K*** betrogen worden zu sein, indem dieser einen größeren Anteil vom Erlös des Einbruchsdiebstahls an sich gebracht habe, auch gegenüber Franz Z*** (im Cafe C***) einbekannte, den Einbruchsdiebstahl "in das Schmuckgeschäft auf der Ries" (gemeint: bei K***) mit K*** begangen zu haben und überdies im Gefangenenhaus zu Siegmund K*** eine ähnliche Äußerung von sich gab, wobei er B*** als Anstifter bezeichnete. Unabhängig davon machte K*** seinem Arbeitskollegen Franz P*** (in den Räumen der Firma M***) unter Vorweis eines entsprechenden Zeitungsberichtes die Mitteilung, er hätte mit H*** den Einbruch bei K*** verübt; sie seien von B*** dazu angestiftet worden. Bei diesem Gespräch schilderte K*** Einzelheiten, die sich als objektiv richtig erwiesen und - mangels Veröffentlichung durch die Polizei - nur den Tätern bekannt sein konnten (zum Beispiel Öffnen eines Hakens auf dem Dachboden über dem Juweliergeschäft mit einem Schirm; Stemmen eines Loches in die Decke, um mittels einer Strickleiter in das Geschäft zu gelangen; lärmauslösendes Hinunterstoßen einer Pendeluhr beim Einsteigen vom Dachboden in das Geschäft). Desweiteren ging das Schöffengericht aufgrund einer als erwiesen angenommenen, bei Eintreffen der Polizei vom Angeklagten B*** zu seinem Bruder Rupert geäußerten Aufforderung, (seine Bekannte) Christa (T***, nummehr verehelichte B***) solle "den Murer" (= Diebsgut) weggeben, worauf sich Rupert B*** sofort entfernte und ein längeres Telefongespräch führte, der Mitwirkung Christa T***'S an der Ausführung des Planes Rudolf B***'S mit, durch Inverkehrsetzen eines Teiles des bei K*** erbeuteten Schmuckes die Spur auf den inzwischen verstorbenen, in Graz als Einbrecher bekannten Paul D*** zu lenken, in welchem Zusammenhang zwei bei K*** gestohlene Schmuckstücke, die T*** weitergegeben hatte, sichergestellt werden konnten. Die genannte Frau wurde deswegen zu 12 Vr 2634/85 des Landesgerichtes für Strafsachen Graz wegen Hehlerei (§ 164 Abs 1 Z. 2, Abs 3 StGB) und Begünstigung (§ 299 Abs 1 StGB) rechtskräftig verurteilt.Zu B*** ist noch zu bemerken, daß dieser - was die Beschwerde übergeht - unter der aus dem Akt ersichtlichen Anschrift nicht erreichbar war und mit unbekanntem Ziel verzogen ist Sitzung 273 f. römisch drei. Bd.). Es handelt sich in diesem Punkt um einen aussichtslosen Beweis, dessen Nichtdurchführung nicht (mit Erfolg) unter dem Gesichtspunkt des Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 4, StPO geltend gemacht werden kann vergleiche dazu u.a. Mayerhofer/Rieder, Nr. 102 und 104 zu Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 4, StPO 2 , und die dort zitierte Judikatur). Ob P*** und P*** im Gefangenenhaus u.a. gegenüber Gerhard H*** und Walter B*** behaupteten, den Einbruchsdiebstahl bei K*** ausgeführt zu haben, ist unerheblich, weil das Erstgericht in Ausübung freier Beweiswürdigung die in Beziehung auf den verfahrensgegenständlichen Einbruchsdiebstahl vorgenommenen Selbstbezichtigungen von Gefangenenhausinsassen als falsch beurteilte. Das Schöffengericht stellte nämlich mit hinreichender Begründung fest vergleiche Sitzung 424 ff.), daß die drei Angeklagten (u.a.) deshalb als Täter anzusehen sind, weil H***, der Otmar M*** (im Cafe F***) erzählte, von K*** betrogen worden zu sein, indem dieser einen größeren Anteil vom Erlös des Einbruchsdiebstahls an sich gebracht habe, auch gegenüber Franz Z*** (im Cafe C***) einbekannte, den Einbruchsdiebstahl "in das Schmuckgeschäft auf der Ries" (gemeint: bei K***) mit K*** begangen zu haben und überdies im Gefangenenhaus zu Siegmund K*** eine ähnliche Äußerung von sich gab, wobei er B*** als Anstifter bezeichnete. Unabhängig davon machte K*** seinem Arbeitskollegen Franz P*** (in den Räumen der Firma M***) unter Vorweis eines entsprechenden Zeitungsberichtes die Mitteilung, er hätte mit H*** den Einbruch bei K*** verübt; sie seien von B*** dazu angestiftet worden. Bei diesem Gespräch schilderte K*** Einzelheiten, die sich als objektiv richtig erwiesen und - mangels Veröffentlichung durch die Polizei - nur den Tätern bekannt sein konnten (zum Beispiel Öffnen eines Hakens auf dem Dachboden über dem Juweliergeschäft mit einem Schirm; Stemmen eines Loches in die Decke, um mittels einer Strickleiter in das Geschäft zu gelangen; lärmauslösendes Hinunterstoßen einer Pendeluhr beim Einsteigen vom Dachboden in das Geschäft). Desweiteren ging das Schöffengericht aufgrund einer als erwiesen angenommenen, bei Eintreffen der Polizei vom Angeklagten B*** zu seinem Bruder Rupert geäußerten Aufforderung, (seine Bekannte) Christa (T***, nummehr verehelichte B***) solle "den Murer" (= Diebsgut) weggeben, worauf sich Rupert B*** sofort entfernte und ein längeres Telefongespräch führte, der Mitwirkung Christa T***'S an der Ausführung des Planes Rudolf B***'S mit, durch Inverkehrsetzen eines Teiles des bei K*** erbeuteten Schmuckes die Spur auf den inzwischen verstorbenen, in Graz als Einbrecher bekannten Paul D*** zu lenken, in welchem Zusammenhang zwei bei K*** gestohlene Schmuckstücke, die T*** weitergegeben hatte, sichergestellt werden konnten. Die genannte Frau wurde deswegen zu 12 römisch fünf r 2634/85 des Landesgerichtes für Strafsachen Graz wegen Hehlerei (Paragraph 164, Absatz eins, Ziffer 2,, Absatz 3, StGB) und Begünstigung (Paragraph 299, Absatz eins, StGB) rechtskräftig verurteilt.
All diese Umstände läßt der Beschwerdeführer B*** bei der Antragstellung außer acht. Er ist vielmehr bestrebt, Selbstbezichtigungen anderer Personen anläßlich Gespräche im Gefangenenhaus in den Vordergrund zu rücken, obwohl sie vom Schöffengericht mit ausführlicher Begründung als unrichtig erkannt wurden.
Hinsichtlich der Ablehnung der Vernehmung der Zeugen H*** und H*** ist den Ausführungen des Erstgerichtes in den angefochtenen Zwischenerkenntnissen beizupflichten, wonach nicht anzunehmen ist
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1986:0130OS00091.86.0731.000Dokumentnummer
JJT_19860731_OGH0002_0130OS00091_8600000_000