RS Vfgh 1991/3/13 G199/90

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Veröffentlicht am 13.03.1991
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Index

14 Organisationsrecht
14/02 Gerichtsorganisation

Norm

B-VG Art18 Abs1
ASGG §61 Abs1 Z2 idF BGBl 408/1990
  1. B-VG Art. 18 heute
  2. B-VG Art. 18 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  5. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  6. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1997 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  8. B-VG Art. 18 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 18 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. ASGG § 61 heute
  2. ASGG § 61 gültig ab 01.01.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 624/1994
  3. ASGG § 61 gültig von 01.03.1992 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 210/1991
  4. ASGG § 61 gültig von 14.07.1990 bis 29.02.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 408/1990
  5. ASGG § 61 gültig von 01.01.1987 bis 13.07.1990

Leitsatz

Aufhebung des §61 Abs1 Z2 ASGG idF BGBl 408/1990 wegen Verstoßes gegen das rechtsstaatliche Prinzip; Verfassungswidrigkeit des Systems vorzeitiger Vollstreckbarkeit von Dienstnehmeransprüchen wegen Nichtberücksichtigung vom Regelfall abweichender Umstände

Rechtssatz

Die Aussage des Erk. VfSlg. 11196/1986, wonach es unter dem Aspekt des rechtsstaatlichen Prinzips nicht angeht, den Rechtsschutzsuchenden generell einseitig mit allen Folgen einer potentiell rechtswidrigen behördlichen Entscheidung solange zu belasten, bis sein Rechtsschutzgesuch endgültig erledigt ist, betrifft den Rechtsschutz in allen Arten behördlicher Verfahren.

Bezüglich der Vollstreckbarkeit in erster Instanz erstrittener Dienstnehmeransprüche gemäß §61 Abs1 Z2 ASGG idF BGBl. 408/1990 hat jedoch eine eigenständige Wertung unter Zugrundelegung der im Erk. VfSlg. 11196/1986 herausgestellten Kriterien stattzufinden.Bezüglich der Vollstreckbarkeit in erster Instanz erstrittener Dienstnehmeransprüche gemäß §61 Abs1 Z2 ASGG in der Fassung Bundesgesetzblatt 408 aus 1990, hat jedoch eine eigenständige Wertung unter Zugrundelegung der im Erk. VfSlg. 11196/1986 herausgestellten Kriterien stattzufinden.

Zwar bestehen gegen die vorzeitige Vollstreckbarkeit eines nicht rechtskräftigen Urteils über Dienstnehmeransprüche im Hinblick auf die Abwägung der Umstände an sich keine Bedenken; die geschaffene Rechtslage berücksichtigt aber bloß den Regelfall der besonders schützenswerten Lage des Dienstnehmers, nicht hievon abweichende Ausnahmsfälle (wie zB Leistungen an den Dienstnehmer aus einem neuen Dienstverhältnis, Pensionsleistungen).

Derartige vom Regelfall abweichende Fallgestaltungen erlauben nicht die Schaffung eines Systems vorzeitiger Vollstreckbarkeit, das die Berücksichtigung und Abwägung vom Regelfall abweichender Umstände zum Nachteil eines faktisch effizienten Rechtsschutzes vorbehaltlos ausschließt.

Entscheidungstexte

Schlagworte

Grundprinzipien der Verfassung, Rechtsstaatsprinzip, Rechtsschutz, Arbeitsverfassung, Arbeits- u Sozialgerichtsbarkeit, Vollstreckbarkeit (Dienstnehmeransprüche)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1991:G199.1990

Dokumentnummer

JFR_10089687_90G00199_01
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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