RS Vfgh 1993/6/17 V44/92

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 17.06.1993
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Index

82 Gesundheitsrecht
82/03 Ärzte, sonstiges Sanitätspersonal

Norm

B-VG Art18 Abs2
B-VG Art139 Abs1 / Präjudizialität
Beitrags- und UmlagenO der Ärztekammer für Stmk §11 Abs1
ÄrzteG §46 Abs3
ÄrzteG §75 Abs5
  1. B-VG Art. 18 heute
  2. B-VG Art. 18 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  5. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  6. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1997 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  8. B-VG Art. 18 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 18 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. ÄrzteG § 75 gültig von 01.01.1994 bis 10.11.1998 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 169/1998
  2. ÄrzteG § 75 gültig von 01.08.1992 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 461/1992
  3. ÄrzteG § 75 gültig von 01.01.1987 bis 31.07.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 314/1987

Leitsatz

Feststellung der Gesetzwidrigkeit von Bestimmungen der Beitrags- und UmlagenO der Ärztekammer für Stmk über den Einbehalt von Beiträgen und Umlagen vom Kassenhonorar durch Sozialversicherungsträger mangels gesetzlicher Grundlage bis zum Inkrafttreten der ÄrzteG-Novelle 1987

Rechtssatz

Der erste Satz des §11 Abs1 der Beitrags- und UmlagenO der Ärztekammer für Stmk vom 28.06.66 idF des Beschlusses der Vollversammlung vom 10.12.75 war gesetzwidrig.Der erste Satz des §11 Abs1 der Beitrags- und UmlagenO der Ärztekammer für Stmk vom 28.06.66 in der Fassung des Beschlusses der Vollversammlung vom 10.12.75 war gesetzwidrig.

Der erste und zweite Satz des §11 Abs1 der Beitrags- und UmlagenO der Ärztekammer für Stmk vom 28.06.66 idF des Beschlusses der Vollversammlung vom 24.07.86 waren bis 31.12.86 gesetzwidrig.Der erste und zweite Satz des §11 Abs1 der Beitrags- und UmlagenO der Ärztekammer für Stmk vom 28.06.66 in der Fassung des Beschlusses der Vollversammlung vom 24.07.86 waren bis 31.12.86 gesetzwidrig.

Präjudiziell sind Regelungen nicht nur dann, wenn sich eine Behörde im Bescheid expressis verbis auf sie stützt, sondern auch dann, wenn sie diese Bestimmung anzuwenden hatte.

Das Legalitätsprinzip des Art18 Abs2 B-VG gilt auch für die Besorgung hoheitlicher Aufgaben im Rahmen der Selbstverwaltung.

Weder in §46 Abs3 noch in §75 Abs5 ÄrzteG ist eine Ermächtigung enthalten, die es erlaubt hätte, in der Beitrags- und Umlagenordnung eine Regelung für den Einbehalt von Beiträgen und Umlagen vom Kassenhonorar durch Sozialversicherungsträger vorzusehen. Eine solche Ermächtigung findet sich erst in §56 Abs3 und §75 Abs5 ÄrzteG idF der Novelle 1987.Weder in §46 Abs3 noch in §75 Abs5 ÄrzteG ist eine Ermächtigung enthalten, die es erlaubt hätte, in der Beitrags- und Umlagenordnung eine Regelung für den Einbehalt von Beiträgen und Umlagen vom Kassenhonorar durch Sozialversicherungsträger vorzusehen. Eine solche Ermächtigung findet sich erst in §56 Abs3 und §75 Abs5 ÄrzteG in der Fassung der Novelle 1987.

Die angefochtenen Bestimmungen beschränken sich nicht auf den inneren Organisationsbereich eines Selbstverwaltungskörpers, sondern richten sich nach außen, nämlich an den Sozialversicherungsträger. Der Verfassungsgerichtshof vermag deshalb die Ansicht der Landesregierung, daß bereits das ÄrzteG, BGBl. 373/1984, eine hinreichend bestimmte gesetzliche Grundlage für den Inhalt der angefochtenen Bestimmungen darstellt, nicht zu teilen.Die angefochtenen Bestimmungen beschränken sich nicht auf den inneren Organisationsbereich eines Selbstverwaltungskörpers, sondern richten sich nach außen, nämlich an den Sozialversicherungsträger. Der Verfassungsgerichtshof vermag deshalb die Ansicht der Landesregierung, daß bereits das ÄrzteG, Bundesgesetzblatt 373 aus 1984,, eine hinreichend bestimmte gesetzliche Grundlage für den Inhalt der angefochtenen Bestimmungen darstellt, nicht zu teilen.

(Anlaßfall B1065/91, E v 17.06.93, Aufhebung des angefochtenen Bescheides; Quasianlaßfall B386/93, E v 12.10.94, Aufhebung des angefochtenen Bescheides).

Entscheidungstexte

Schlagworte

VfGH / Präjudizialität, Ärzte Versorgung, Selbstverwaltungsrecht, Versorgungsrecht Ärzte, Legalitätsprinzip

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1993:V44.1992

Dokumentnummer

JFR_10069383_92V00044_01
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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