RS Vfgh 1995/3/15 B1673/94

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Veröffentlicht am 15.03.1995
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Index

41 Innere Angelegenheiten
41/04 Sprengmittel, Waffen, Munition

Norm

B-VG-Nov 1991 BGBl 565
B-VG Art7 Abs1 / Verwaltungsakt
B-VG Art78b
B-VG Art83 Abs2
BVG BGBl 142/1946 .Verfassungsrang von §15 Behörden-ÜG.
Behörden-ÜG §15
WaffenG 1986 §6 Abs1
WaffenG 1986 §20 Abs1
WaffenG 1986 §35
SicherheitspolizeiG
AVG §66 Abs4
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 78b heute
  2. B-VG Art. 78b gültig ab 01.09.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 49/2012
  3. B-VG Art. 78b gültig von 01.01.2004 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 78b gültig von 01.05.1993 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 565/1991
  1. B-VG Art. 83 heute
  2. B-VG Art. 83 gültig ab 01.02.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 83 gültig von 01.01.2014 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 83 gültig von 29.02.1968 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 73/1968
  5. B-VG Art. 83 gültig von 19.12.1945 bis 28.02.1968 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  6. B-VG Art. 83 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. Behörden-ÜG § 15 gültig von 01.01.1989 bis 30.04.1993 aufgehoben durch BGBl. Nr. 565/1991
  2. Behörden-ÜG § 15 gültig von 11.09.1946 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 142/1946

Leitsatz

Kein Entzug des gesetzlichen Richters durch die Entscheidung der Sicherheitsdirektion über eine Berufung gegen die Entziehung eines Waffenpasses und einer Waffenbesitzkarte mangels Verläßlichkeit des Inhabers; Zuständigkeit der Sicherheitsdirektion und nicht des Landeshauptmannes gegeben; kein Austausch des Verfahrensgegenstandes; keine Willkür

Rechtssatz

Zuständigkeit der Sicherheitsdirektion zur Erlassung eines Berufungsbescheides in Waffensachen.

Der Wirkungskreis der Sicherheitsdirektion war rechtlich nicht unmittelbar vom Aufgabenkreis der Landeshauptmänner abgeleitet (siehe VfSlg. 2282/1952).

Auch nach Inkrafttreten der B-VG-Nov 1991 in Waffensachen ist - ebenso wie etwa in Vereins- und Versammlungsangelegenheiten - weiterhin die Zuständigkeit der Sicherheitsdirektion gegeben und wurde nicht etwa jene des Landeshauptmannes begründet:

§15 Behörden-ÜG iVm BVG BGBl 142/1946 hat eigenständig die Kompetenz der Sicherheitsdirektion begründet und nicht jene des Landeshauptmannes vorübergehend verdrängt.§15 Behörden-ÜG in Verbindung mit BVG Bundesgesetzblatt 142 aus 1946, hat eigenständig die Kompetenz der Sicherheitsdirektion begründet und nicht jene des Landeshauptmannes vorübergehend verdrängt.

Weder die B-VG-Nov 1991 noch das SicherheitspolizeiG haben die Sicherheitsdirektion beseitigt; durch diese (verfassungs-)gesetzlichen Regelungen wurde - im Gegenteil - der provisorische Charakter der Sicherheitsdirektion eliminiert und diese Behörde als Dauerinstitution in das B-VG eingebaut.

Auch der Gesetzgeber der WaffenG-Nov 1994 ist davon ausgegangen, es sei in Waffenangelegenheiten nicht zwischenzeitig die Zuständigkeit der Sicherheitsdirektion von jener des Landeshauptmannes abgelöst worden.

Kein Entzug des gesetzlichen Richters durch die Entscheidung der Sicherheitsdirektion über eine Berufung gegen die Entziehung eines Waffenpasses und einer Waffenbesitzkarte.

Wenn die Sicherheitsdirektion NÖ den Sachverhalt rechtlich etwas anders als die Bezirkshauptmannschaft gewürdigt hat, hat sie sich im Rahmen des ihr nach §66 Abs4 AVG zustehenden Abänderungsrechtes bewegt, ohne den Verfahrensgegenstand auszutauschen.

Keine willkürliche Entziehung eines Waffenpasses und einer Waffenbesitzkarte iSd §20 Abs1 WaffenG 1986 mangels Verläßlichkeit des Inhabers iSd §6 Abs1 WaffenG 1986.

Entscheidungstexte

Schlagworte

Behördenzuständigkeit, Landeshauptmann, Polizeibehörden, Sicherheitsdirektion, Waffenrecht, Waffenpaß, Verläßlichkeit, Berufung, Behördenüberleitung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1995:B1673.1994

Dokumentnummer

JFR_10049685_94B01673_2_01
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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