RS Vfgh 2007/10/2 V83/05 ua

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Veröffentlicht am 02.10.2007
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Index

L8 Boden- und Verkehrsrecht
L8200 Bauordnung

Norm

B-VG Art7 Abs1 / Verordnung
B-VG Art18 Abs2
B-VG Art139 Abs1 / Individualantrag
Plandokument Nr 7550. Beschluss des Wr Gemeinderates vom 23.05.03
Wr BauO 1930 §1, §2
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 18 heute
  2. B-VG Art. 18 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  5. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  6. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1997 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  8. B-VG Art. 18 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 18 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Leitsatz

Keine Gesetzwidrigkeit eines Wiener Plandokumentes hinsichtlich der Umwidmung von Grundstücken von "Grünland - ländliches Gebiet" in "Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel, landwirtschaftliche Nutzung", teils mit einem Verbot der Errichtung landwirtschaftlicher Nutzbauten; Vorliegen wichtiger, eine Abänderung erfordernder Rücksichten; hinreichende Berücksichtigung der Interessen der Eigentümer an der Beibehaltung der bisherigen Widmung

Rechtssatz

Zulässigkeit der Individualanträge von Grundeigentümern auf Aufhebung von Teilen des Plandokuments Nr 7550, Beschluss des Wr Gemeinderates vom 23.05.03.

Dem Erfordernis der erfolgreichen Behauptung eines unmittelbaren Eingriffs in die Rechtssphäre durch die Darlegung konkreter Bauabsichten werden die Antragsteller durch ihr Vorbringen, die Errichtung eines Bauernhofes mit Wohnräumen für die Betriebsinhaber und deren Beschäftigte, einer Geräte- und Maschinenhalle, einer kleinen Gärtnerei mit Glashäusern und Folientunneln, einer Bewässerungsanlage mit Brunnen, einer Halle für die Lagerung und Verarbeitung von Holz und forstwirtschaftlichen Holzprodukten, einer Halle für Maschinen und Fahrzeuge sowie einer Umzäunung zu planen, gerecht.

Keine Gesetzwidrigkeit von Teilen des Plandokuments Nr 7550, Beschluss des Wr Gemeinderates vom 23.05.03, soweit für bestimmte Grundstücke die Widmung "L" ("Grünland - ländliches Gebiet") mit der besonderen Festlegung "BB 2,3" (Verbot der Errichtung bestimmter land- und forstwirtschaftlicher Anlagen) durch "SwwL" (Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel, landwirtschaftliche Nutzung) bzw "SwwL BB 1" (mit besonderer Festlegung des Verbotes der Errichtung landwirtschaftlicher Nutzbauten, ausgenommen der Errichtung Bauten kleineren Umfanges, zB Werkzeughütten, Bienenhütten uä, die land- und forstwirtschaftlichen Zwecken dienen) ersetzt wurde.

Gegenüber dem Plandokument Nr 5974 vom 22.05.87 hat sich die Rechtslage insofern geändert, als mit der Stadtgestaltungsnovelle LGBl 44/1996 die Möglichkeit geschaffen wurde, die land- und forstwirtschaftliche Nutzung im Wald- und Wiesengürtel für zulässig zu erklären. Diese Änderung der Rechtslage stellt bereits einen wichtigen Grund für die Abänderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes dar (vgl §1 Abs4 Wr BauO).Gegenüber dem Plandokument Nr 5974 vom 22.05.87 hat sich die Rechtslage insofern geändert, als mit der Stadtgestaltungsnovelle Landesgesetzblatt 44 aus 1996, die Möglichkeit geschaffen wurde, die land- und forstwirtschaftliche Nutzung im Wald- und Wiesengürtel für zulässig zu erklären. Diese Änderung der Rechtslage stellt bereits einen wichtigen Grund für die Abänderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes dar vergleiche §1 Abs4 Wr BauO).

Der Verfassungsgerichtshof kann der Beurteilung der verordnungserlassenden Behörde, dass die im "Vorlagebericht" betreffend die Erlassung des PD 7550 genannten "Rücksichten" (landwirtschaftliche Nutzung, Sicherung der gebietsprägenden Sichtbeziehungen zu den Ortskernen von Stammersdorf und Strebersdorf, dem Bisamberg und dem Leopoldsberg sowie dem Grünraum des Marchfeldkanals) die Interessen überwiegen, die gegen die Abänderung, also für die Beibehaltung der Widmung "Grünland/ländliches Gebiet" sprechen würden, nicht entgegentreten. Denn in ihrem Bericht über die erhobenen Einwendungen gem §2 Abs7 Wr BauO hat die verordnungserlassende Behörde auf die Nachteile, die die Eigentümer der betroffenen Grundstücke ins Treffen geführt hatten, durchaus Bezug genommen.

Kein Eingehen auf die Problematik im Zusammenhang mit einer Bewertung der Grundstücke durch Banken im Falle einer Kreditbesicherung, da diesbezüglich keine rechtliche Betroffenheit, sondern nur wirtschaftliche Interessen geltend gemacht werden.

Hinreichende Würdigung der Interessen der Grundeigentümer an einer Beibehaltung der bisherigen Widmung bzw Berücksichtigung deren Interessen bei der Neufestlegung der Widmung.

Kein fehlerhaftes Verfahren.

Die Behörde hat Maßnahmen im Sinne der Stellungnahme der Bezirksvertretung Floridsdorf getroffen; nochmalige Stellungnahme der Bezirksvertretung daher nicht erforderlich.

Keine Gleichheitsverletzung, insbesondere nicht des Vertrauensschutzes.

Keine substanzielle Änderung hinsichtlich der zulässigen Nutzung der betroffenen Liegenschaften.

Keine unsachliche Auswahl jener Grundstücke, auf denen innerhalb eines 45 m breiten Streifens entlang der Josef-Flandorfer-Straße die einschränkende besondere Bestimmung (BB 1) fallen gelassen wurde. Die Behörde erachtet die Bebauung mit landwirtschaftlichen Nutzbauten auf Grund der Randlage in Bezug auf den Landschaftsraum Bisambergvorland bzw der Ortskernnähe (erweitertes "Hintaus") als mit dem Landschaftsbild verträglich und sieht dadurch auch die Möglichkeit zur Förderung einer zukünftigen Entwicklung der Landwirtschaftsbetriebe.

Entscheidungstexte

  • V 83/05 ua
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 02.10.2007 V 83/05 ua

Schlagworte

Baurecht, Raumordnung, Flächenwidmungsplan, Bebauungsplan, VfGH / Individualantrag

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2007:V83.2005

Zuletzt aktualisiert am

30.01.2009
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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