RS Uvs 2010/5/28 1-174/10

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 28.05.2010
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Norm

StVO §99 Abs6 litc
StGB §88 Abs2 Z3
StPO §190 Z1
StPO §191 Abs1
VStG §22
7. ZPMRK Art4 Abs1
  1. StGB § 88 heute
  2. StGB § 88 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. StGB § 88 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 154/2015
  4. StGB § 88 gültig von 01.01.2011 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  5. StGB § 88 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 135/2009
  6. StGB § 88 gültig von 01.07.2006 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2006
  7. StGB § 88 gültig von 01.03.2005 bis 30.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 152/2004
  8. StGB § 88 gültig von 01.01.2002 bis 28.02.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  9. StGB § 88 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2001
  1. StPO § 190 heute
  2. StPO § 190 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 190 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  4. StPO § 190 gültig von 01.03.1997 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996
  5. StPO § 190 gültig von 01.01.1994 bis 28.02.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  6. StPO § 190 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.1993
  1. StPO § 191 heute
  2. StPO § 191 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  3. StPO § 191 gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 191 gültig von 01.03.1997 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996
  5. StPO § 191 gültig von 01.07.1983 bis 28.02.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 168/1983

Rechtssatz

Der Berufungswerber hat die Auffassung vertreten, die Verwaltungsstrafbehörde sei im gegenständlichen Fall gemäß § 99 Abs 6 lit c StVO unzuständig, da § 88 Abs 2 Z 3 StGB die Tatbestandsmäßigkeit nicht beseitige. Diesem Vorbringen ist die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes entgegenzuhalten, wonach bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 88 Abs 2 StGB nicht gesagt werden kann, dass die Tat den Tatbestand einer in die Zuständigkeit der Gerichte fallenden strafbaren Handlung bildet (VwGH 86/18/0029). Soweit der Berufungswerber geltend macht, dass nach der Rechtsprechung des VwGH (Zl 83/03/0190) bei Vorliegen des Strafausschließungsgrundes des § 42 StGB keine Strafbefugnis der Verwaltungsbehörde vorliege, ist festzuhalten, dass im vorliegenden Fall die Einstellung des Strafverfahrens aus dem Grunde des § 190 Z 1 StPO und nicht nach § 191 Abs 1 StPO (Einstellung wegen Geringfügigkeit) erfolgte. An dieser Stelle wird auch auf die ständige Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes hingewiesen, dass die Zurücklegung einer Anzeige gemäß § 90 Abs 1 StPO noch nicht dazu führt, dass eine Verfolgung einer (wie auch im gegenständlichen Fall vorgeworfenen) Verwaltungsübertretung aus dem Grund des Art 4 Abs 1 des 7. Zusatzprotokolles zur Menschenrechtskonvention ausgeschlossen ist.Der Berufungswerber hat die Auffassung vertreten, die Verwaltungsstrafbehörde sei im gegenständlichen Fall gemäß Paragraph 99, Absatz 6, Litera c, StVO unzuständig, da Paragraph 88, Absatz 2, Ziffer 3, StGB die Tatbestandsmäßigkeit nicht beseitige. Diesem Vorbringen ist die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes entgegenzuhalten, wonach bei Vorliegen der Voraussetzungen des Paragraph 88, Absatz 2, StGB nicht gesagt werden kann, dass die Tat den Tatbestand einer in die Zuständigkeit der Gerichte fallenden strafbaren Handlung bildet (VwGH 86/18/0029). Soweit der Berufungswerber geltend macht, dass nach der Rechtsprechung des VwGH (Zl 83/03/0190) bei Vorliegen des Strafausschließungsgrundes des Paragraph 42, StGB keine Strafbefugnis der Verwaltungsbehörde vorliege, ist festzuhalten, dass im vorliegenden Fall die Einstellung des Strafverfahrens aus dem Grunde des Paragraph 190, Ziffer eins, StPO und nicht nach Paragraph 191, Absatz eins, StPO (Einstellung wegen Geringfügigkeit) erfolgte. An dieser Stelle wird auch auf die ständige Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes hingewiesen, dass die Zurücklegung einer Anzeige gemäß Paragraph 90, Absatz eins, StPO noch nicht dazu führt, dass eine Verfolgung einer (wie auch im gegenständlichen Fall vorgeworfenen) Verwaltungsübertretung aus dem Grund des Artikel 4, Absatz eins, des 7. Zusatzprotokolles zur Menschenrechtskonvention ausgeschlossen ist.

Schlagworte

Zuständigkeit Gericht oder Verwaltungsbehörde, Einstellung des gerichtlichen Verfahrens, keine Doppelbestrafung

Zuletzt aktualisiert am

02.06.2010
Quelle: Unabhängige Verwaltungssenate UVS, http://www.wien.gv.at/uvs/index.html
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