TE Dok 2015/6/30 4 Ds 3/15

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Veröffentlicht am 30.06.2015
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Dienstpflichtverletzung

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EINSTELLUNGSBESCHEID

Die Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz hat durch die Senatspräsidentin des OLG Dr. Ingrid Brandstätter als Vorsitzende sowie die Richterin des LG Mag. Helga Moser und KI Martin Johann Schöpf als weitere Mitglieder des Disziplinarsenates in der Disziplinarsache gegen GI *** *** in nichtöffentlicher Sitzung am 05.05.2015 beschlossen:

Gegen GI *** *** wird wegen des Verdachtes, am *** den Untersuchungshäftling *** ***, geboren am ***, durch Versetzen eines Schlages auf den Hinterkopf, wodurch dieser mit dem Kopf gegen die Haftraumtür gestoßen sei, am Körper verletzt zu haben und dadurch gegen seine Dienstpflichten nach § 43 Abs 1 und 2 BDG 1979, wonach er verpflichtet ist, seine dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen und in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt, verstoßen und damit Dienstpflichtverletzungen im Sinne des § 91 BDG 1979 begangen zu haben, gemäß § 123 Abs 1 iVm § 118 Abs 1 Z 2 BDG 1979 ein Disziplinarverfahren n i c h t eingeleitet.Gegen GI *** *** wird wegen des Verdachtes, am *** den Untersuchungshäftling *** ***, geboren am ***, durch Versetzen eines Schlages auf den Hinterkopf, wodurch dieser mit dem Kopf gegen die Haftraumtür gestoßen sei, am Körper verletzt zu haben und dadurch gegen seine Dienstpflichten nach Paragraph 43, Absatz eins und 2 BDG 1979, wonach er verpflichtet ist, seine dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen und in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt, verstoßen und damit Dienstpflichtverletzungen im Sinne des Paragraph 91, BDG 1979 begangen zu haben, gemäß Paragraph 123, Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 118, Absatz eins, Ziffer 2, BDG 1979 ein Disziplinarverfahren n i c h t eingeleitet.

BEGRÜNDUNG:

Der am *** geborene GI *** *** ist Justizwachebeamter der Justizanstalt *** und führt den Amtstitel Gruppeninspektor.

Am *** erstattete die Vollzugsdirektion als Dienstbehörde gegen GI *** *** Disziplinaranzeige wegen des Verdachtes von Dienstpflichtverletzungen gemäß § 43 Abs 1 und 2 BDG 1979. Dieser Anzeige liegt zusammengefasst folgender Inhalt zugrunde:Am *** erstattete die Vollzugsdirektion als Dienstbehörde gegen GI *** *** Disziplinaranzeige wegen des Verdachtes von Dienstpflichtverletzungen gemäß Paragraph 43, Absatz eins und 2 BDG 1979. Dieser Anzeige liegt zusammengefasst folgender Inhalt zugrunde:

Der Untersuchungshäftling *** ***, geboren am ***, habe am *** gegenüber dem ***kommandanten der *** Abteilung der Justizanstalt *** (BI *** ***) behauptet, GI *** *** habe ihm um 09.15 Uhr einen Schlag auf den Hinterkopf versetzt, wodurch er mit dem Kopf gegen die Haftraumtür gestoßen sei. Bei der Untersuchung des Häftlings durch die Anstaltsärztin am *** sei bei diesem eine minimale, cirka 4 mm im Durchmesser große Rötung frontal zwischen den Augenbrauen festgestellt worden.

Dieser Vorfall wurde durch die Vollzugsstelle der Justizanstalt *** am *** der Staatsanwaltschaft *** angezeigt, die zu *** St ***/*** gegen GI *** *** ein Verfahren wegen §§ 83, 313 StGB einleitete. Im Zuge der Ermittlungen wurden der GI *** *** als Beschuldigter und *** *** sowie die eingeteilten Beamten BI *** ***, Insp. *** *** und Insp. *** *** als Zeugen vernommen.Dieser Vorfall wurde durch die Vollzugsstelle der Justizanstalt *** am *** der Staatsanwaltschaft *** angezeigt, die zu *** St ***/*** gegen GI *** *** ein Verfahren wegen Paragraphen 83, 313, StGB einleitete. Im Zuge der Ermittlungen wurden der GI *** *** als Beschuldigter und *** *** sowie die eingeteilten Beamten BI *** ***, Insp. *** *** und Insp. *** *** als Zeugen vernommen.

GI *** *** verantwortete sich zusammengefasst dahingehend, dass er am *** für die Bewachung der Bewegung der Häftlinge der Abteilung *** zuständig gewesen sei. Der Häftling *** *** habe verbotener Weise Kontakt mit anderen Häftlingen aufgenommen, weshalb er, GI ***, ihm im Vorbeigehen auf die Schulter geklopft und gesagt habe, dass er das unterlassen möge, da es verboten sei. Der Häftling habe nichts gesagt und er (GI ***) sei weitergegangen. GI *** *** habe nicht gesehen, dass *** *** gegen die Tür gestoßen sei. Das Klopfen gegen die Schulter sei nicht so stark gewesen, dass das möglich gewesen wäre. GI *** vermute, dass sich der Häftling eventuell dermaßen erschreckt habe und dadurch gegen den Türspion gestoßen sei; von einer Verletzung habe er jedenfalls nichts bemerkt (Niederschrift vom ***, AS *** in ON *** in *** St ***/***, Staatsanwaltschaft ***).

Im Beisein eines Dolmetschers gab *** *** am *** zu Protokoll, es sei richtig, dass er geschlagen worden sei; das sei absichtlich gewesen. Hinten könne er nicht sehen, „das sei passiert“. Darüber hinaus wollte *** *** weder eine weitere Aussage noch eine Anzeige machen und erklärte, dass es für ihn erledigt sei (Niederschrift AS *** in ON *** in *** St ***/***, Staatsanwaltschaft ***).

BI *** *** deponierte im Wesentlichen, dass er den Vorfall nicht gesehen habe. Gegen 09.15 Uhr des *** sei *** *** auf ihn zugekommen und habe gesagt, dass er soeben von einem Beamten geschlagen worden sei. Dabei habe der Häftling auf seinen Kollegen GI *** *** gezeigt. Es habe deshalb unter den anderen Insassen einen Aufruhr gegeben, da diese den Vorfall gesehen haben dürften. Der Zeuge vermochte nicht anzugeben, um welche Insassen es sich dabei gehandelt habe (Niederschrift vom ***, AS *** in ON *** in *** St ***/***, Staatsanwaltschaft ***).

Insp. *** *** erklärte, den Vorfall aufgrund ihres Standortes nicht beobachtet zu haben. Sie habe erfahren, dass irgendetwas vorgefallen sei. Ein paar Insassen seien auf sie zugekommen, seien aufgebracht gewesen und hätten geschrien „das gehört angezeigt“. Sie hätten das immer und immer wieder wiederholt. Über ihre Fragen hätten die Insassen ihr gesagt, dass „das der ältere Beamte mit der Brille gewesen sei“. Was dieser „ältere Beamte“ gemacht habe, hätten sie ihr nicht mitgeteilt. Sie könne sich nicht erinnern, mit welchen Insassen sie gesprochen habe (Niederschrift vom ***, AS *** in ON *** in *** St ***/***, Staatsanwaltschaft ***).

Insp. *** ***, welcher zum Vorfall ebenfalls keine Angaben machen konnte, schilderte, gesehen zu haben, dass Insassen zu seinem Kollegen BI *** *** etwas gesagt hätten. Danach habe ihm sein Kollege erzählt, dass diese angegeben hätten, *** *** sei von einem Beamten geschlagen worden. Er habe bei *** *** keine Verletzung gesehen (Niederschrift vom ***, AS *** in ON *** in *** St ***/***, Staatsanwaltschaft ***).

Am *** stellte die Staatsanwaltschaft *** das Verfahren gegen GI *** *** wegen §§ 83, 313 StGB gemäß § 190 Z 2 StPO mangels Erweislichkeit ein.Am *** stellte die Staatsanwaltschaft *** das Verfahren gegen GI *** *** wegen Paragraphen 83, 313, StGB gemäß Paragraph 190, Ziffer 2, StPO mangels Erweislichkeit ein.

Die bisherigen Beweisergebnisse reichen nicht aus, um GI *** eine schuldhafte Verletzung seiner Dienstpflichten iSd § 91 BDG 1979 anzulasten, zumal die diesbezüglichen Vorwürfe durch die durchgeführten Erhebungen nicht ausreichend objektiviert werden konnten. Die Angaben des *** *** vor der Polizei sind zu wenig konkret, um darauf eine Verdachtslage gegen GI *** stützen zu können. Nach der Aktenlage ist auch eine weitere Konkretisierung und Substantiierung der in der Disziplinaranzeige vom *** dargestellten Anschuldigungen nicht zu erwarten, da weitere Tatzeugen nicht ausgemittelt werden konnten.Die bisherigen Beweisergebnisse reichen nicht aus, um GI *** eine schuldhafte Verletzung seiner Dienstpflichten iSd Paragraph 91, BDG 1979 anzulasten, zumal die diesbezüglichen Vorwürfe durch die durchgeführten Erhebungen nicht ausreichend objektiviert werden konnten. Die Angaben des *** *** vor der Polizei sind zu wenig konkret, um darauf eine Verdachtslage gegen GI *** stützen zu können. Nach der Aktenlage ist auch eine weitere Konkretisierung und Substantiierung der in der Disziplinaranzeige vom *** dargestellten Anschuldigungen nicht zu erwarten, da weitere Tatzeugen nicht ausgemittelt werden konnten.

Kann die dem Disziplinarbeschuldigten zur Last gelegte Tat nicht erwiesen werden, ist das Disziplinarverfahren gemäß § 123 Abs 1 iVm § 118 Abs. 1 Z 2 BDG 1979 einzustellen bzw. ein solches Verfahren erst gar nicht einzuleiten.Kann die dem Disziplinarbeschuldigten zur Last gelegte Tat nicht erwiesen werden, ist das Disziplinarverfahren gemäß Paragraph 123, Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 118, Absatz eins, Ziffer 2, BDG 1979 einzustellen bzw. ein solches Verfahren erst gar nicht einzuleiten.

RECHTSMITTELBELEHRUNG:

Gegen diesen Bescheid kann binnen vier Wochen nach seiner Zustellung Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht erhoben werden. Die Beschwerde ist schriftlich bei der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz einzubringen. Sie hat den Bescheid zu bezeichnen, gegen den sie sich richtet und einen begründeten Beschwerdeantrag zu enthalten.

Zuletzt aktualisiert am

24.03.2016
Quelle: Disziplinarkommissionen, Disziplinaroberkommission, Berufungskommission Dok, https://www.ris.bka.gv.at/Dok
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