Norm
BDG 1979 §43Schlagworte
DienstpflichtverletzungText
DISZIPLINARERKENNTNIS
Die Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz, Senat 2, hat durch den Vorsitzenden Vizepräsident des Oberlandesgerichtes Dr. Haidacher und die weiteren Mitglieder Richter des Oberlandesgerichtes Mag. Ohrnhofer und Bezirksinspektor Zöhrer in der Disziplinarsache gegen *** in Anwesenheit des Disziplinaranwaltes Oberstaatsanwalt Dr. Kirschenhofer, des Disziplinarbeschuldigten *** sowie des Schriftführers Richteramtsanwärter Mag. Wieland durchgeführten mündlichen Verhandlung zu Recht erkannt:
*** ist schuldig, er hat dadurch, dass er ohne berechtigt zu sein für die Justizanstalt *** Waren bei der Firma *** zu bestellen und Gutscheincodes der Justizanstalt in Anspruch zu nehmen, in der Zeit von *** bis Frühjahr *** der Justizanstalt *** zustehende Boni/Gutschriften der Firma *** (***) teils für private Bestellungen verwendete, gegen die Verpflichtungen nach § 43 Abs 1 und 2 BDG 1979 verstoßen und gemäß § 91 BDG 1979 schuldhaft seine Dienstpflichten verletzt.*** ist schuldig, er hat dadurch, dass er ohne berechtigt zu sein für die Justizanstalt *** Waren bei der Firma *** zu bestellen und Gutscheincodes der Justizanstalt in Anspruch zu nehmen, in der Zeit von *** bis Frühjahr *** der Justizanstalt *** zustehende Boni/Gutschriften der Firma *** (***) teils für private Bestellungen verwendete, gegen die Verpflichtungen nach Paragraph 43, Absatz eins und 2 BDG 1979 verstoßen und gemäß Paragraph 91, BDG 1979 schuldhaft seine Dienstpflichten verletzt.
Er wird hiefür gemäß § 92 Abs 1 Z 3 BDG 1979 mit einer Geldstrafe von einem Monatsbezug bestraft.Er wird hiefür gemäß Paragraph 92, Absatz eins, Ziffer 3, BDG 1979 mit einer Geldstrafe von einem Monatsbezug bestraft.
Gemäß § 117 Abs 1 BDG 1979 fallen ihm die mit EUR 70,-- bestimmten Verfahrenskosten zur Last.Gemäß Paragraph 117, Absatz eins, BDG 1979 fallen ihm die mit EUR 70,-- bestimmten Verfahrenskosten zur Last.
BEGRÜNDUNG:
Aufgrund einer Disziplinaranzeige der Vollzugsdirektion vom *** (***) bzw einer dazu erfolgten Ergänzung vom *** (***) wurde von der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz, Senat 2, mit Beschluss vom *** gemäß § 123 Abs 1 BDG 1979 ein Disziplinarverfahren gegen *** eingeleitet, wobei zu den Anschuldigungen zur Vermeidung von Wiederholungen auf diesen (***) verwiesen wird.Aufgrund einer Disziplinaranzeige der Vollzugsdirektion vom *** (***) bzw einer dazu erfolgten Ergänzung vom *** (***) wurde von der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz, Senat 2, mit Beschluss vom *** gemäß Paragraph 123, Absatz eins, BDG 1979 ein Disziplinarverfahren gegen *** eingeleitet, wobei zu den Anschuldigungen zur Vermeidung von Wiederholungen auf diesen (***) verwiesen wird.
Aufgrund des abgeführten Beweisverfahrens geht die Disziplinarkommission von nachfolgendem Sachverhalt aus:
Der am *** geborene Disziplinarbeschuldigte *** absolvierte nach dem Besuch der Pflichtschule eine ***lehre, legte in der Folge die Meisterprüfung ab und war nahezu drei Jahre selbstständig als *** tätig. Nach etwa eineinhalbjähriger Tätigkeit bei der Gemeinde *** trat er mit *** in die Justiz ein. Während seiner durchgehenden Tätigkeit in der Justizanstalt *** war er zunächst im *** eingesetzt, dann als Vertreter im ***. Seit *** ist er Sachbearbeiter im *** der *** in der Justizanstalt ***. Sein Aufgabenbereich umfasst dabei ***, *** und *** von *** und ***. *** wird als äußerst gewissenhafter und zuverlässiger Mitarbeiter in der Justizanstalt *** geschätzt. Sein monatliches Nettoeinkommen beträgt derzeit ca. EUR ***. Er ist *** und hat keine Sorgepflichten.
*** hat ohne berechtigt zu sein namens der Justizanstalt *** Waren für private Zwecke bei der Firma *** bestellt und dabei Gutschein-Codes der Justizanstalt in Anspruch genommen. Bei der mit Rechnung vom *** (***) abgerechneten, auf den Namen der Justizanstalt *** erfolgten Bestellung von Privatartikeln wurde der Bonus der Justizanstalt *** für *** und *** und ein Rest im Gesamtbetrag von EUR *** eingelöst, sodass der Disziplinarbeschuldigte keine Zahlung in Ansehung dieser Privatbestellung leistete. Weiters „zahlte“ er auf den Namen der Justizanstalt bestellte private Gegenstände laut Rechnung vom *** unter Verwendung des der Justizanstalt *** zustehenden Bonus für *** im Betrag von EUR ***, wobei davon noch ein Gutschriftsbetrag von EUR *** verblieb. Bei der weiteren private Gegenstände betreffenden, jedoch auch auf die Justizanstalt lautenden Rechnung vom *** verrechnete er den verbliebenen Bonus für *** im Betrag von EUR ***, sodass lediglich ein Betrag von EUR *** von ihm zu bezahlen war. Den sich unter Berücksichtigung einer Gegenverrechnung mit den dem Disiziplinarbeschuldigten aufgrund seiner Privatbestellungen zustehenden Boni ergebenden ausstehenden (Schadens)Betrag von EUR *** hinterlegte der Disziplinarbeschuldigte am *** in der Wirtschaftsstelle der Justizanstalt *** in bar.
*** wusste, dass er die Boni der Justizanstalt *** nicht zur Begleichung der auf den Namen der Justizanstalt bestellten privaten Artikel verwenden durfte.
Die getroffenen Feststellungen zur Person gründen sich auf die Angaben des Disziplinarbeschuldigten in der Disziplinarverhandlung bzw auch die Darstellung im Bericht der Leiterin der Justizanstalt *** vom *** (***), insbesondere in Bezug auf die Beschreibung des Disziplinarbeschuldigten.
Die Feststellungen zur Sache stützen sich auf die geständige Einlassung des Disziplinarbeschuldigten und die damit korrespondierenden Ermittlungsergebnisse (siehe insbesondere ON *** samt den angeschlossenen Beilagen). Die Annahmen zur subjektiven Komponente ergeben sich neben der geständigen Verantwortung insbesondere auch aus dem objektiven Geschehensablauf mit der erforderlichen Sicherheit.
In rechtlicher Hinsicht ist auszuführen, dass **** durch den festgestellten Sachverhalt gegen § 43 Abs 1 und 2 BDG 1979 verstoßen hat. In rechtlicher Hinsicht ist auszuführen, dass **** durch den festgestellten Sachverhalt gegen Paragraph 43, Absatz eins und 2 BDG 1979 verstoßen hat.
Gemäß § 43 Abs 1 BDG 1979 ist der Beamte verpflichtet, seine dienstlichen Aufgaben unter Berücksichtigung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft, engagiert und unparteiisch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen. Gemäß Paragraph 43, Absatz eins, BDG 1979 ist der Beamte verpflichtet, seine dienstlichen Aufgaben unter Berücksichtigung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft, engagiert und unparteiisch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen.
Gemäß § 43 Abs 2 BDG 1979 hat der Beamte in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt. Diese Dienstpflicht schützt das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung der dienstlichen Aufgaben. Schutzobjekt dieser Bestimmung im weitesten Sinn ist auch die Funktionsfähigkeit der Verwaltung und die Wertschätzung, die das Beamtentum in der Öffentlichkeit genießt (VwGH 24. November 1979, 95/09/0348), weshalb § 43 Abs 2 BDG 1979 einen spezifischen dienstlichen Aspekt enthält (siehe dazu auch Kucsko-Stadlmayer, Das Disziplinarrecht der Beamten4 S 198 f).Gemäß Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979 hat der Beamte in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt. Diese Dienstpflicht schützt das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung der dienstlichen Aufgaben. Schutzobjekt dieser Bestimmung im weitesten Sinn ist auch die Funktionsfähigkeit der Verwaltung und die Wertschätzung, die das Beamtentum in der Öffentlichkeit genießt (VwGH 24. November 1979, 95/09/0348), weshalb Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979 einen spezifischen dienstlichen Aspekt enthält (siehe dazu auch Kucsko-Stadlmayer, Das Disziplinarrecht der Beamten4 S 198 f).
Bei der Strafbemessung war als mildernd das reumütige und der Wahrheitsfindung dienliche Geständnis, seine disziplinarrechtliche Unbescholtenheit und die durch ihn bereits erfolgte Gutmachung des der Justizanstalt *** entstandenen Schadens zu berücksichtigen. Erschwerend wirkt das Zusammentreffen der Dienstpflichtverletzungen nach Abs 1 und 2 des § 43 BDG 1979. Beim gegenständlichen, den Kernbereich der Tätigkeit des Disziplinarbeschuldigten betreffenden vorsätzlich verwirklichten Sachverhalt, mit dem ein (zumindest vorübergehender) finanzieller Nachteil der Justizanstalt *** einherging, bedarf es – insbesondere auch um einer Begehung von derartigen Pflichtverletzungen durch ihn in Zukunft bzw auch durch andere entgegenzuwirken – einer Geldstrafe nach § 92 Abs 1 Z 3 BDG 1979 und kann mit einer Geldbuße nach § 92 Abs 1 Z 2 BDG 1979 nicht mehr das Auslangen gefunden werden. In Anbetracht des (auch gewichtige Milderungsgründe umfassenden) Strafzumessungssachverhalts und unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit war diese mit einem Monatsbezug zu bemessen.Bei der Strafbemessung war als mildernd das reumütige und der Wahrheitsfindung dienliche Geständnis, seine disziplinarrechtliche Unbescholtenheit und die durch ihn bereits erfolgte Gutmachung des der Justizanstalt *** entstandenen Schadens zu berücksichtigen. Erschwerend wirkt das Zusammentreffen der Dienstpflichtverletzungen nach Absatz eins und 2 des Paragraph 43, BDG 1979. Beim gegenständlichen, den Kernbereich der Tätigkeit des Disziplinarbeschuldigten betreffenden vorsätzlich verwirklichten Sachverhalt, mit dem ein (zumindest vorübergehender) finanzieller Nachteil der Justizanstalt *** einherging, bedarf es – insbesondere auch um einer Begehung von derartigen Pflichtverletzungen durch ihn in Zukunft bzw auch durch andere entgegenzuwirken – einer Geldstrafe nach Paragraph 92, Absatz eins, Ziffer 3, BDG 1979 und kann mit einer Geldbuße nach Paragraph 92, Absatz eins, Ziffer 2, BDG 1979 nicht mehr das Auslangen gefunden werden. In Anbetracht des (auch gewichtige Milderungsgründe umfassenden) Strafzumessungssachverhalts und unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit war diese mit einem Monatsbezug zu bemessen.
Unter Zugrundelegung der in § 117 Abs 2 BDG 1979 normierten Kriterien sind mit Blick darauf, dass weder Sachverständigen- noch Zeugengebühren angefallen sind, sondern lediglich Reisegebühren (vgl dazu Kucsko-Stadlmayer, Das Disziplinarrecht der Beamten4 S 501) vom Disziplinarbeschuldigten EUR 70,-- an Verfahrenskosten zu tragen.Unter Zugrundelegung der in Paragraph 117, Absatz 2, BDG 1979 normierten Kriterien sind mit Blick darauf, dass weder Sachverständigen- noch Zeugengebühren angefallen sind, sondern lediglich Reisegebühren vergleiche dazu Kucsko-Stadlmayer, Das Disziplinarrecht der Beamten4 S 501) vom Disziplinarbeschuldigten EUR 70,-- an Verfahrenskosten zu tragen.
RECHTSMITTELBELEHRUNG:
Gegen dieses Disziplinarerkenntnis (Bescheid) ist (soweit nicht auf ein Rechtsmittel verzichtet wurde) gemäß Art 130 Abs. 1 Z 1, 132 Abs 1 Z 1, Abs 5 (iVm § 103 Abs 4 Z 1 BDG 1979)
B-VG eine Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig. Die Beschwerde ist binnen vier Wochen (§ 7 Abs 4 VwGVG) nach Zustellung des Bescheides schriftlich, telegrafisch oder fernschriftlich bei der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz einzubringen. Die Beschwerde hat folgende Punkte zu enthalten (§ 9 Abs. 1 VwGVG):Gegen dieses Disziplinarerkenntnis (Bescheid) ist (soweit nicht auf ein Rechtsmittel verzichtet wurde) gemäß Artikel 130, Absatz eins, Ziffer eins, 132, Absatz eins, Ziffer eins,, Absatz 5, in Verbindung mit Paragraph 103, Absatz 4, Ziffer eins, BDG 1979), B-VG eine Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig. Die Beschwerde ist binnen vier Wochen (Paragraph 7, Absatz 4, VwGVG) nach Zustellung des Bescheides schriftlich, telegrafisch oder fernschriftlich bei der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz einzubringen. Die Beschwerde hat folgende Punkte zu enthalten (Paragraph 9, Absatz eins, VwGVG):
1. die Bezeichnung des angefochtenen Bescheides,
2. die Bezeichnung der belangten Behörde,
3. die Gründe, auf die sich die Behauptung der Rechtswidrigkeit stützt,
4. das Begehren und
5. die Angaben, die erforderlich sind, um zu beurteilen, ob die Beschwerde rechtzeitig eingebracht ist.
Eine rechtzeitig eingebrachte und zulässige Beschwerde gemäß Art 130 Abs 1 Z 1 B-VG hat – sofern eine solche nicht ausgeschlossen wird (§ 13 Abs 2 VwGVG) – aufschiebende Wirkung (§ 13 Abs 1 VwGVG). Eine rechtzeitig eingebrachte und zulässige Beschwerde gemäß Artikel 130, Absatz eins, Ziffer eins, B-VG hat – sofern eine solche nicht ausgeschlossen wird (Paragraph 13, Absatz 2, VwGVG) – aufschiebende Wirkung (Paragraph 13, Absatz eins, VwGVG).
Zuletzt aktualisiert am
02.10.2015