TE Lvwg Erkenntnis 2019/6/19 LVwG-S-1904/001-2018

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Veröffentlicht am 19.06.2019
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Entscheidungsdatum

19.06.2019

Norm

KFG 1967 §14 Abs1
KFG 1967 §102 Abs1
  1. KFG 1967 § 14 heute
  2. KFG 1967 § 14 gültig ab 17.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2014
  3. KFG 1967 § 14 gültig von 26.02.2013 bis 16.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2013
  4. KFG 1967 § 14 gültig von 28.10.2005 bis 25.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2005
  5. KFG 1967 § 14 gültig von 25.05.2002 bis 27.10.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 80/2002
  6. KFG 1967 § 14 gültig von 01.08.1997 bis 24.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/1997
  7. KFG 1967 § 14 gültig von 31.12.1982 bis 31.07.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 631/1982
  1. KFG 1967 § 102 heute
  2. KFG 1967 § 102 gültig ab 01.10.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 79/2026
  3. KFG 1967 § 102 gültig von 30.07.2026 bis 30.09.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 79/2026
  4. KFG 1967 § 102 gültig von 24.04.2026 bis 29.07.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 17/2026
  5. KFG 1967 § 102 gültig von 21.04.2023 bis 23.04.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 35/2023
  6. KFG 1967 § 102 gültig von 14.05.2022 bis 20.04.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2022
  7. KFG 1967 § 102 gültig von 01.01.2021 bis 13.05.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2020
  8. KFG 1967 § 102 gültig von 16.12.2020 bis 31.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2020
  9. KFG 1967 § 102 gültig von 01.04.2019 bis 15.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2019
  10. KFG 1967 § 102 gültig von 07.03.2019 bis 31.03.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2019
  11. KFG 1967 § 102 gültig von 25.05.2018 bis 06.03.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2018
  12. KFG 1967 § 102 gültig von 20.05.2018 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 102/2017
  13. KFG 1967 § 102 gültig von 20.05.2018 bis 31.07.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 9/2017
  14. KFG 1967 § 102 gültig von 01.10.2017 bis 19.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 102/2017
  15. KFG 1967 § 102 gültig von 01.08.2017 bis 30.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 102/2017
  16. KFG 1967 § 102 gültig von 14.01.2017 bis 31.07.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 9/2017
  17. KFG 1967 § 102 gültig von 02.08.2016 bis 13.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 67/2016
  18. KFG 1967 § 102 gültig von 09.06.2016 bis 01.08.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2016
  19. KFG 1967 § 102 gültig von 26.02.2013 bis 08.06.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2013
  20. KFG 1967 § 102 gültig von 14.02.2013 bis 25.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2013
  21. KFG 1967 § 102 gültig von 19.08.2009 bis 13.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2009
  22. KFG 1967 § 102 gültig von 01.01.2008 bis 18.08.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 6/2008
  23. KFG 1967 § 102 gültig von 01.08.2007 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2007
  24. KFG 1967 § 102 gültig von 15.11.2006 bis 31.07.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2006
  25. KFG 1967 § 102 gültig von 28.10.2005 bis 14.11.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2005
  26. KFG 1967 § 102 gültig von 05.05.2005 bis 27.10.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2004
  27. KFG 1967 § 102 gültig von 01.05.2005 bis 04.05.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2004
  28. KFG 1967 § 102 gültig von 01.05.2005 bis 30.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 107/2004
  29. KFG 1967 § 102 gültig von 31.12.2004 bis 30.04.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2004
  30. KFG 1967 § 102 gültig von 25.05.2002 bis 30.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 80/2002
  31. KFG 1967 § 102 gültig von 01.07.1999 bis 24.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 146/1998
  32. KFG 1967 § 102 gültig von 01.11.1997 bis 30.06.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/1997
  33. KFG 1967 § 102 gültig von 20.08.1997 bis 31.10.1997 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/1997
  34. KFG 1967 § 102 gültig von 08.03.1995 bis 19.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 162/1995
  35. KFG 1967 § 102 gültig von 24.08.1994 bis 07.03.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 654/1994
  36. KFG 1967 § 102 gültig von 01.01.1994 bis 23.08.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 456/1993
  37. KFG 1967 § 102 gültig von 01.07.1991 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990
  38. KFG 1967 § 102 gültig von 01.10.1990 bis 30.06.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990

Text

IM NAMEN DER REPUBLIK

Das Landesverwaltungsgericht Niederösterreich erkennt durch Mag. Marzi als Einzelrichter über die Beschwerde der A, vertreten durch C, in ***, ***, gegen das Straferkenntnis der Bezirkshauptmannschaft Mödling vom 3. Mai 2018, Zl. ***, betreffend Bestrafungen nach dem Kraftfahrgesetz 1967 (KFG 1967) zu Recht:

1.
Der Beschwerde wird Folge gegeben, der angefochtene Bescheid aufgehoben und die Verwaltungsstrafverfahren gemäß § 45 Abs. 1 Z 2 VStG eingestellt.Der Beschwerde wird Folge gegeben, der angefochtene Bescheid aufgehoben und die Verwaltungsstrafverfahren gemäß Paragraph 45, Absatz eins, Ziffer 2, VStG eingestellt.
2.
Eine Revision gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG ist nicht zulässig.Eine Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG ist nicht zulässig.

Entscheidungsgründe:

1.
Aus dem vorgelegten Verwaltungsstrafakt ergibt sich nachstehender, entscheidungswesentlicher Sachverhalt:

1.1.  Am 27. Februar 2017, gegen 16:50 Uhr, wurde die Beschwerdeführerin als Lenkerin eines Land Rover Discovery im Rahmen einer Verkehrskontrolle angehalten. Nach einer „gründlichen technischen Kontrolle“ (so die Ausführungen in der Anzeige) nahmen die beiden Polizeibeamten an, dass Gasentladungslampen (Xenon) im Kfz verbaut seien, wobei weder die „Scheinwerfer zertifiziert“ noch eine „Höhenregulierung“ vorhanden gewesen seien. In der Folge sei die Beschwerdeführerin (so die Anzeige weiter) zu einer nahe gelegenen Werkstatt begleitet worden, wo eine Umrüstung der Scheinwerfer erfolgte.

1.2.  Nach den von der belangten Behörde unwidersprochenen Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber den Polizeibeamten waren ihr die vorgeworfenen Unzulänglichkeiten iZm dem seitens der Polizeibeamten angenommenen Verbau der Gasentladungslampen nicht bewusst, da sich nur ihr Vater bzw. die Werkstätte um das Auto kümmern (vgl. die Aussagen einschreitenden Polizeibeamten AS *** und ***).1.2.  Nach den von der belangten Behörde unwidersprochenen Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber den Polizeibeamten waren ihr die vorgeworfenen Unzulänglichkeiten iZm dem seitens der Polizeibeamten angenommenen Verbau der Gasentladungslampen nicht bewusst, da sich nur ihr Vater bzw. die Werkstätte um das Auto kümmern vergleiche die Aussagen einschreitenden Polizeibeamten AS *** und ***).

1.3.  Mit dem angefochtenen Straferkenntnis wurde der Beschwerdeführerin Folgendes zur Last gelegt:

„Sie haben folgende Verwaltungsübertretungen begangen:

Zeit:
27.02.2017, 16:50 Uhr
Ort:
Gemeindegebiet *** auf der Landesstraße *** Richtung/Kreuzung: Richtung *** Kreuzung Kreisverkehr ***

Fahrzeug: ***, Personenkraftwagen

Tatbeschreibung:

1.
Sie haben sich als Lenker(in), obwohl es Ihnen zumutbar war, vor Antritt der Fahrt nicht davon überzeugt, dass das von Ihnen verwendete Fahrzeug den Vorschriften des Kraftfahrgesetzes entspricht, da festgestellt wurde, dass beim gegenständlichen Kraftfahrzeug Gasentladungslampen (Xenon) eingebaut waren, obwohl keine automatische Leuchtweitenregulierung vorhanden war.
2.
Sie haben sich als Lenker(in), obwohl es Ihnen zumutbar war, vor Antritt der Fahrt nicht davon überzeugt, dass das von Ihnen verwendete Fahrzeug den Vorschriften des Kraftfahrgesetzes entspricht, da festgestellt wurde, dass beim gegenständlichen Kraftfahrzeug Gasentladungslampen (Xenon) in Halogenscheinwerfergehäuse HCR eingebaut waren.

Sie haben dadurch folgende Rechtsvorschriften verletzt:

zu 1. § 102 Abs. 1 KFG i.V.m. § 14 Abs. 1 KFG zu 1. Paragraph 102, Absatz eins, KFG in Verbindung mit Paragraph 14, Absatz eins, KFG

zu 2. § 102 Abs. 1 KFG i.V.m. § 14 Abs. 1 KFGzu 2. Paragraph 102, Absatz eins, KFG in Verbindung mit Paragraph 14, Absatz eins, KFG

Wegen dieser Verwaltungsübertretungen wird über Sie folgende Strafe verhängt:

Geldstrafe von             falls diese uneinbringlich ist,      Gemäß

                              Ersatzfreiheitsstrafen von

zu 1.            50,00          10 Stunden                                § 134 Abs. 1 KFGzu 1. € 50,00 10 Stunden Paragraph 134, Absatz eins, KFG

zu 2.            50,00          10 Stunden                                § 134 Abs. 1 KFGzu 2. € 50,00 10 Stunden Paragraph 134, Absatz eins, KFG

Vorgeschriebener Kostenbeitrag gemäß § 64 Abs.2
Verwaltungsstrafgesetz 1991 (VStG), das sind 10% der
Vorgeschriebener Kostenbeitrag gemäß Paragraph 64, Absatz 2,, Verwaltungsstrafgesetz 1991 (VStG), das sind 10% der

Strafe, mindestens jedoch 10 Euro                                                         20,00

                                                    Gesamtbetrag:                             120,00“

1.4.  Gegen dieses Straferkenntnis richtet sich die vorliegende Beschwerde, mit dem näher begründeten Aufhebung- und Einstellungsantrag.

2.
Rechtliche Erwägungen:

2.1.  Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ist es einem Kfz-Lenker zumutbar iSd § 102 Abs. 1 KFG äußerlich erkennbare Mängel des Kfz, wie die Funktionstüchtigkeit der Scheinwerfer, vor Inbetriebnahme des Kfz festzustellen (vgl. VwGH vom 18. April 1975, 1554/74, sowie vom 23. Mai 1975, 0804/74). Der iZm dem Einbau von Gasentladungslampen erhobene Tatvorwurf betreffend den fehlenden Einbau einer „automatischen Leuchtweitenregulierung“ sowie der Einbau einer „Gasentladungslampe (Xenon) in Halogenscheinwerfergehäuse (HCR)“ ist nach Ansicht des Landesverwaltungsgerichtes jedoch kein für den Lenker „äußerlich erkennbarer Mangel“ iSd Rechtsprechung und geht auch über eine Funktionstüchtigkeitsprobe hinaus. Eine dahingehende Prüfungspflicht für den Lenker ist daher mangels Zumutbarkeit iSd § 102 Abs. 1 erster Satz KFG zu verneinen.2.1.  Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ist es einem Kfz-Lenker zumutbar iSd Paragraph 102, Absatz eins, KFG äußerlich erkennbare Mängel des Kfz, wie die Funktionstüchtigkeit der Scheinwerfer, vor Inbetriebnahme des Kfz festzustellen vergleiche VwGH vom 18. April 1975, 1554/74, sowie vom 23. Mai 1975, 0804/74). Der iZm dem Einbau von Gasentladungslampen erhobene Tatvorwurf betreffend den fehlenden Einbau einer „automatischen Leuchtweitenregulierung“ sowie der Einbau einer „Gasentladungslampe (Xenon) in Halogenscheinwerfergehäuse (HCR)“ ist nach Ansicht des Landesverwaltungsgerichtes jedoch kein für den Lenker „äußerlich erkennbarer Mangel“ iSd Rechtsprechung und geht auch über eine Funktionstüchtigkeitsprobe hinaus. Eine dahingehende Prüfungspflicht für den Lenker ist daher mangels Zumutbarkeit iSd Paragraph 102, Absatz eins, erster Satz KFG zu verneinen.

Es bedarf daher keiner Klärung, ob tatsächlich, was von der Beschwerdeführerin in ihrer – durch ihren Vater als Vertreter eingebrachten – Beschwerde bestritten wird, „Xenonlichter“ verbaut waren.

Das angefochtene Straferkenntnis ist somit – gemäß § 44 Abs. 2 VwGVG unter Entfall einer mündlichen Verhandlung – aufzuheben und die zugrundeliegenden Verwaltungsstrafverfahren gemäß § 45 Abs. 1 Z 2 VStG einzustellen.Das angefochtene Straferkenntnis ist somit – gemäß Paragraph 44, Absatz 2, VwGVG unter Entfall einer mündlichen Verhandlung – aufzuheben und die zugrundeliegenden Verwaltungsstrafverfahren gemäß Paragraph 45, Absatz eins, Ziffer 2, VStG einzustellen.

2.2.  Die Revision ist nicht zulässig, da die Entscheidung nicht von der zitierten Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes abweicht und lediglich eine einzelfallbezogene Beurteilung vorzunehmen war.

Schlagworte

Verkehrsrecht; Kraftfahrrecht; Kraftfahrzeug; Mangel; automatische Leuchtweitenregulierung; Xenonlicht;

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:LVWGNI:2019:LVwG.S.1904.001.2018

Zuletzt aktualisiert am

30.07.2019
Quelle: Landesverwaltungsgericht Niederösterreich LVwg Niederösterreic, http://www.lvwg.noe.gv.at
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