RS Vfgh 1979/6/15 B422/76

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Veröffentlicht am 15.06.1979
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Norm

Bundes-Verfassungsgesetz Art139, B-VG Art139
Bundes-Verfassungsgesetz Art139, B-VG Art139 Abs1 letzter Satz
Bundes-Verfassungsgesetz Art139, B-VG Art139 Abs4
NO §138
NO §138 Abs1 Z2
NO §138 Abs4
Strafprozeßordnung 1975 §285, StPO §285
Verfassungsgerichtshofgesetz §57, VfGG 1953 §57 Abs1 zweiter Satz
Zivilprozeßordnung §507, ZPO §507
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. NO § 138 heute
  2. NO § 138 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 190/2013
  3. NO § 138 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 141/2009
  4. NO § 138 gültig von 01.08.1989 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989
  1. NO § 138 heute
  2. NO § 138 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 190/2013
  3. NO § 138 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 141/2009
  4. NO § 138 gültig von 01.08.1989 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989
  1. NO § 138 heute
  2. NO § 138 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 190/2013
  3. NO § 138 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 141/2009
  4. NO § 138 gültig von 01.08.1989 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989
  1. StPO § 285 heute
  2. StPO § 285 gültig ab 01.01.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  3. StPO § 285 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 285 gültig von 01.07.2001 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2000
  5. StPO § 285 gültig von 01.07.2001 bis 30.06.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2000
  6. StPO § 285 gültig von 01.11.2000 bis 30.06.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2000
  7. StPO § 285 gültig von 01.01.1994 bis 31.10.2000 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  8. StPO § 285 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Beachte

Metadatenquelle: DVD Recht compact, Verlag Österreich, Wien 2014

Rechtssatz

Die Regelung des § 138 Abs. 4 Notariatsordnung, wonach verspätete oder unzulässige Berufungen (Beschwerden) jene Stelle zurückzuweisen hat, "die als erste Instanz entschieden" hat, erfaßt auch den Fall, daß strittig ist, ob einer angefochtenen Erledigung der Notariatskammer Bescheidcharakter zukommt, d. h.: ob die Kammer "entschieden" hat. Dies deshalb, weil andernfalls die Beurteilung der Entscheidungszuständigkeit von der Entscheidung über die Bescheidqualität der angefochtenen Erledigung abhängig wäre, was aber bedeuten würde, daß das Vorliegen einer Prozeßvoraussetzung erst nach der Entscheidung über den Prozeßgegenstand erkannt werden könnte.Die Regelung des Paragraph 138, Absatz 4, Notariatsordnung, wonach verspätete oder unzulässige Berufungen (Beschwerden) jene Stelle zurückzuweisen hat, "die als erste Instanz entschieden" hat, erfaßt auch den Fall, daß strittig ist, ob einer angefochtenen Erledigung der Notariatskammer Bescheidcharakter zukommt, d. h.: ob die Kammer "entschieden" hat. Dies deshalb, weil andernfalls die Beurteilung der Entscheidungszuständigkeit von der Entscheidung über die Bescheidqualität der angefochtenen Erledigung abhängig wäre, was aber bedeuten würde, daß das Vorliegen einer Prozeßvoraussetzung erst nach der Entscheidung über den Prozeßgegenstand erkannt werden könnte.

Im vorliegenden Fall hat nicht die Notariatskammer, sondern der Präsident des Oberlandesgerichtes das Rechtsmittel gegen die erstinstanzliche Erledigung als unzulässig zurückgewiesen.

Die Notariatskammer hatte das Rechtsmittel des Bf. dem Präsidenten des Oberlandesgerichtes vorgelegt und damit - gleichgültig, ob das auch in ihrer Absicht gelegen war - zum Ausdruck gebracht, daß sie keinen Anlaß zur Zurückweisung wegen Verspätung oder Unzulässigkeit finde. Dieses Verhalten verhindert aber die Wahrnehmung der Unzulässigkeit des Rechtsmittels durch die Berufungsinstanz ebensowenig, wie umgekehrt die Zurückweisung des Rechtsmittels durch die erste Instanz die gegen diese Zurückweisung angerufene Berufungsbehörde zu binden vermag; insofern entspricht die durch § 138 Abs. 4 NO gekennzeichnete Rechtslage vergleichbaren Regelungen auch auf anderen Rechtsgebieten des gerichtlichen Verfahrensrechtes (z. B. {Zivilprozeßordnung § 507, § 507 ZPO} und § 285 der StPO) . Dieses Ergebnis steht auch nicht in Widerspruch zum Erk. Slg. 4407/1963, weil § 138 NO - anders als die dem zit. Erk. zugrundeliegende Bestimmung des § 27 Abs. 5 Disziplinarstatut für Rechtsanwälte und Rechtsanwaltsanwärter - eine gesonderte Anfechtung der Zurückweisung zuläßt.Die Notariatskammer hatte das Rechtsmittel des Bf. dem Präsidenten des Oberlandesgerichtes vorgelegt und damit - gleichgültig, ob das auch in ihrer Absicht gelegen war - zum Ausdruck gebracht, daß sie keinen Anlaß zur Zurückweisung wegen Verspätung oder Unzulässigkeit finde. Dieses Verhalten verhindert aber die Wahrnehmung der Unzulässigkeit des Rechtsmittels durch die Berufungsinstanz ebensowenig, wie umgekehrt die Zurückweisung des Rechtsmittels durch die erste Instanz die gegen diese Zurückweisung angerufene Berufungsbehörde zu binden vermag; insofern entspricht die durch Paragraph 138, Absatz 4, NO gekennzeichnete Rechtslage vergleichbaren Regelungen auch auf anderen Rechtsgebieten des gerichtlichen Verfahrensrechtes (z. B. {Zivilprozeßordnung Paragraph 507,, Paragraph 507, ZPO} und Paragraph 285, der StPO) . Dieses Ergebnis steht auch nicht in Widerspruch zum Erk. Slg. 4407 aus 1963,, weil Paragraph 138, NO - anders als die dem zit. Erk. zugrundeliegende Bestimmung des Paragraph 27, Absatz 5, Disziplinarstatut für Rechtsanwälte und Rechtsanwaltsanwärter - eine gesonderte Anfechtung der Zurückweisung zuläßt.

Es ist gleichgültig, ob der Bescheid des Oberlandesgerichtspräsidenten als erstinstanzliche oder als zweitinstanzliche Entscheidung anzusprechen ist, die die - in der Vorlage des Rechtsmittels zum Ausdruckkommende - "Entscheidung" der Notariatskammer abändert. In beiden Fällen ist gemäß § 138 Abs. 1 Z 2 NO dagegen die Berufung (Beschwerde) an den BM für Justiz zulässig.Es ist gleichgültig, ob der Bescheid des Oberlandesgerichtspräsidenten als erstinstanzliche oder als zweitinstanzliche Entscheidung anzusprechen ist, die die - in der Vorlage des Rechtsmittels zum Ausdruckkommende - "Entscheidung" der Notariatskammer abändert. In beiden Fällen ist gemäß Paragraph 138, Absatz eins, Ziffer 2, NO dagegen die Berufung (Beschwerde) an den BM für Justiz zulässig.

Der vom Bf. gemäß Art. 139 Abs. 1 letzter Satz in Verbindung mit Abs. 4 B-VG gestellte Individualantrag auf Prüfung der Gesetzmäßigkeit der als Erlaß bezeichneten Verordnung des ehemaligen Justizministeriums vom 31. Oktober 1887, Zl. 9172, war zurückzuweisen, da im Beschwerdeverfahren nicht zu prüfen ist, ob der Bf. legitimiert wäre, die Verordnung nach {Bundes-Verfassungsgesetz Art 139, Art. 139 B-VG} anzufechten ( vgl. Erk. B 447/77 vom 29. November 1977) . Dazu kommt, daß in einem Individualantrag auf Aufhebung einer Verordnung gemäß § 57 Abs. 1 zweiter Satz VerfGG 1953 die gegen die Gesetzmäßigkeit der Verordnung sprechenden Bedenken im einzelnen darzulegen sind. Nach der ständigen Rechtsprechung des VfGH führt das Fehlen der Darlegung der Bedenken in einem Antrag auf Normenprüfung zu dessen Zurückweisung, ohne daß ein Auftrag zur Behebung dieses Mangels zu ergehen hat. Da in dem vom Bf. gestellten Antrag diese Bedenken überhaupt nicht dargelegt sind, ist dieser auch auf Grund dieses Mangels als unzulässig zurückzuweisen (vgl. Slg. 8308/1978) .Der vom Bf. gemäß Artikel 139, Absatz eins, letzter Satz in Verbindung mit Absatz 4, B-VG gestellte Individualantrag auf Prüfung der Gesetzmäßigkeit der als Erlaß bezeichneten Verordnung des ehemaligen Justizministeriums vom 31. Oktober 1887, Zl. 9172, war zurückzuweisen, da im Beschwerdeverfahren nicht zu prüfen ist, ob der Bf. legitimiert wäre, die Verordnung nach {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 139,, Artikel 139, B-VG} anzufechten ( vergleiche Erk. B 447/77 vom 29. November 1977) . Dazu kommt, daß in einem Individualantrag auf Aufhebung einer Verordnung gemäß Paragraph 57, Absatz eins, zweiter Satz VerfGG 1953 die gegen die Gesetzmäßigkeit der Verordnung sprechenden Bedenken im einzelnen darzulegen sind. Nach der ständigen Rechtsprechung des VfGH führt das Fehlen der Darlegung der Bedenken in einem Antrag auf Normenprüfung zu dessen Zurückweisung, ohne daß ein Auftrag zur Behebung dieses Mangels zu ergehen hat. Da in dem vom Bf. gestellten Antrag diese Bedenken überhaupt nicht dargelegt sind, ist dieser auch auf Grund dieses Mangels als unzulässig zurückzuweisen vergleiche Slg. 8308 aus 1978,) .

Entscheidungstexte

  • B422/76
    Entscheidungstext VfGH Keine Angabe 15.06.1979 B422/76

Schlagworte

Notare Verfassungsgerichtshof Art. 139 B-VG Individualantrag Prozeßvoraussetzungen und Prozeß

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1979:B422.1979

Zuletzt aktualisiert am

17.04.2018
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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