RS Vfgh 2011/6/18 B638/08

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Veröffentlicht am 18.06.2011
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Index

83 Natur- und Umweltschutz
83/01 Natur- und Umweltschutz

Norm

B-VG Art7 Abs1 / Verordnung
B-VG Art18 Abs2
StGG Art5
StGG Art6 Abs1 / Erwerbsausübung
EmissionszertifikateG §13
ZuteilungsV 2. Periode BGBl II 279/2007 über die Zuteilung von Emissionszertifikaten für die Periode 2008 bis 2012
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 18 heute
  2. B-VG Art. 18 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  5. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  6. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1997 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  8. B-VG Art. 18 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 18 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Leitsatz

Keine Verletzung verfassungsgesetzlich gewährleisteter Rechte durch die Zuteilung von Emissionszertifikaten für 2008 - 2012; keine Bedenken gegen die Zuteilungsverordnung für die zweite Periode

Rechtssatz

Anlassfall zu E v 05.03.10, G234/09 ua, V64/09 ua: Unbedenklichkeit des Zuteilungssystems für Emissionszertifikate; Verweis auch auf E v 23.09.10, B262/08, und E v 24.02.11, B286/08: zulässige Festlegung der Zuteilungsmengen bereits in der Verordnung; individuelle Zuteilung aufgrund der Gesamtverteilungsentscheidung.

Auch sonst keine Bedenken gegen die ZuteilungsV 2. Periode.

Klimaschutzbeitrag für jeden Sektor in - unterschiedlichen - absoluten Zahlen angegeben; Einfließen des Erfüllungsfaktors, des Potentialfaktors und der Allokationsbasis in die Gratiszuteilung und damit auch in den Klimaschutzbeitrag. Erfüllungsfaktor für jeden Sektor (ausgenommen die Energiewirtschaft: besonders großer Emissionsverursacher) gleich.

Auch Ermittlung des Wachstumsfaktors der Branche aus dem "Business as usual-Szenario" hinreichend determiniert. Möglichkeit der Anlagenbetreiber zur Stellungnahme im Rahmen des Konsultationsverfahrens im Zuge der Verordnungserlassung.

Am Markt gehandelte Zertifikate durch tatsächliche CO2-Reduktion "gedeckt". Technisches Potential zur Emissionsreduktion über den Potentialfaktor auf Anlagenebene determiniert.

Keine Verletzung im Eigentumsrecht und in der Erwerbsausübungsfreiheit: Kein die Existenz der Anlagen wirtschaftlich beeinträchtigender Eingriff durch den Emissionshandel; Gratisverteilung einer knappen Gesamtmenge auf einen bestimmten Kreis von Anlagen.

Ordnungssystem des Emissionszertifikatehandels nur Teil einer umfassenden Klimastrategie; weitere Maßnahmen (wie Maßnahmen zur Wärmedämmung beim Hausbau, Ausbau eines ökologisch orientierten Steuersystems) erforderlich. Begrenzung der durch den individuellen Verbrauch bewirkten Belastung von Gemeinschaftsgütern wie der Luft im öffentlichen Interesse und sachlich gerechtfertigt. Die Gratisverteilung von Emissionszertifikaten kann sich nicht primär bedarfsorientiert an den einzelnen Anlagen orientieren; das Emissionszertifikatehandelssystem ist in seiner unionsrechtlichen und innerstaatlichen Konfiguration darauf ausgerichtet, die Zahl der Anlageninhabern unentgeltlich zugewiesenen Zertifikate über die einzelnen Zuteilungsperioden kontinuierlich abnehmen zu lassen. Klimapolitisch erwünschter Lenkungseffekt des Emissionszertifikatehandels mit dem Ziel der Reduzierung der Emissionen.

Entscheidungstexte

Schlagworte

Umweltschutz, Rechtsstaatsprinzip, Verordnungserlassung, Determinierungsgebot, VfGH / Anlassfall

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2011:B638.2008

Zuletzt aktualisiert am

21.05.2012
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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