TE Vfgh Erkenntnis 1985/2/22 B59/79

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Veröffentlicht am 22.02.1985
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Index

L8 Boden- und Verkehrsrecht
L8200 Bauordnung

Norm

B-VG Art10 Abs1 Z10
B-VG Art15 Abs1
Krnt BauO 1969 §9 Abs2 litg
Krnt BauO 1969 §13 Abs2 litc
  1. B-VG Art. 10 heute
  2. B-VG Art. 10 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2019 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  4. B-VG Art. 10 gültig von 01.08.2016 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2016
  5. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2013
  6. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2013
  7. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2014 bis 30.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  8. B-VG Art. 10 gültig von 01.05.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2013
  9. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.2012 bis 30.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  10. B-VG Art. 10 gültig von 01.04.2012 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 12/2012
  11. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2012 bis 31.03.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 58/2011
  12. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  13. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2008 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  14. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/2005
  15. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2004
  16. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  17. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  18. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 1013/1994
  19. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.1994 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 508/1993
  20. B-VG Art. 10 gültig von 31.07.1993 bis 30.06.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 508/1993
  21. B-VG Art. 10 gültig von 01.05.1993 bis 30.07.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  22. B-VG Art. 10 gültig von 01.05.1993 bis 30.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 565/1991
  23. B-VG Art. 10 gültig von 06.06.1992 bis 30.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  24. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.1990 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 445/1990
  25. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1989 bis 30.06.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  26. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  27. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.1983 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1983
  28. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  29. B-VG Art. 10 gültig von 29.05.1974 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 287/1974
  30. B-VG Art. 10 gültig von 22.01.1969 bis 28.05.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 27/1969
  31. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1961 bis 21.01.1969 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 148/1960
  32. B-VG Art. 10 gültig von 17.12.1958 bis 31.12.1960 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 271/1958
  33. B-VG Art. 10 gültig von 31.12.1954 bis 16.12.1958 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 8/1955
  34. B-VG Art. 10 gültig von 19.12.1945 bis 30.12.1954 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  35. B-VG Art. 10 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 15 heute
  2. B-VG Art. 15 gültig ab 19.07.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2024
  3. B-VG Art. 15 gültig von 27.02.2024 bis 18.07.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2024
  4. B-VG Art. 15 gültig von 01.02.2019 bis 26.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  5. B-VG Art. 15 gültig von 01.01.2014 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  6. B-VG Art. 15 gültig von 01.09.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 15 gültig von 01.09.2012 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 49/2012
  8. B-VG Art. 15 gültig von 01.07.2012 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  9. B-VG Art. 15 gültig von 01.10.2011 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 60/2011
  10. B-VG Art. 15 gültig von 01.01.2004 bis 30.09.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  11. B-VG Art. 15 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  12. B-VG Art. 15 gültig von 01.07.1983 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1983
  13. B-VG Art. 15 gültig von 28.04.1975 bis 30.06.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 316/1975
  14. B-VG Art. 15 gültig von 01.01.1975 bis 27.04.1975 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  15. B-VG Art. 15 gültig von 21.07.1962 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  16. B-VG Art. 15 gültig von 18.07.1962 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  17. B-VG Art. 15 gültig von 01.01.1961 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 148/1960
  18. B-VG Art. 15 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1960 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 232/1945
  19. B-VG Art. 15 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Leitsatz

Ktn. BauO; Bewilligung zur Errichtung einer Senkgrube; sachliche Zuständigkeit der Baubehörde in §§9 Abs2 litg und 13 Abs2 litc gegründet; Mitwirkung befangener Organe an der Bescheiderlassung berührt die Zuständigkeit der Behörde nicht - kein Entzug des gesetzlichen Richters

Spruch

Die Beschwerde wird abgewiesen.

Begründung

Entscheidungsgründe:

I. Der Bürgermeister der Marktgemeinde Millstatt erteilte dem Beteiligten J U mit Bescheid vom 29. Juni 1977 unter Bezugnahme auf §§13 und 14 iVm. §§3 Abs1 und 4 lita der Ktn. Bauordnung, LGBl. 48/1969, idF LGBl. 56/1972 die Bewilligung zur Errichtung einer Senkgrube (ua. mit der Vorschreibung, daß deren Entleerung jeweils zeitgerecht durch Abfuhr so zu erfolgen habe, daß keinerlei nachteilige Beeinträchtigung von Anrainergrundstücken eintreten kann, sowie daß die Entleerung auf dem Grundstück des Bauwerbers nicht statthaft sei). Gegen diesen Bescheid erhob die Bf., die als Anrainerin in der Bauverhandlung Einwendungen erhoben hatte, Berufung an den Gemeindevorstand, welche jedoch ebenso erfolglos blieb wie die sodann gegen dessen abweisenden Bescheid vom 28. November 1977 ergriffene Vorstellung. Gegen den aufsichtsbehördlichen Bescheid der Ktn. Landesregierung vom 31. Oktober 1978 richtet sich die vorliegende VfGH-Beschwerde, in der die Bf. die Verletzung verfassungsgesetzlich gewährleisteter Rechte, namentlich des Rechts auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter, behauptet und die Aufhebung des Vorstellungsbescheides begehrt.römisch eins. Der Bürgermeister der Marktgemeinde Millstatt erteilte dem Beteiligten J U mit Bescheid vom 29. Juni 1977 unter Bezugnahme auf §§13 und 14 in Verbindung mit §§3 Abs1 und 4 lita der Ktn. Bauordnung, Landesgesetzblatt 48 aus 1969,, in der Fassung Landesgesetzblatt 56 aus 1972, die Bewilligung zur Errichtung einer Senkgrube (ua. mit der Vorschreibung, daß deren Entleerung jeweils zeitgerecht durch Abfuhr so zu erfolgen habe, daß keinerlei nachteilige Beeinträchtigung von Anrainergrundstücken eintreten kann, sowie daß die Entleerung auf dem Grundstück des Bauwerbers nicht statthaft sei). Gegen diesen Bescheid erhob die Bf., die als Anrainerin in der Bauverhandlung Einwendungen erhoben hatte, Berufung an den Gemeindevorstand, welche jedoch ebenso erfolglos blieb wie die sodann gegen dessen abweisenden Bescheid vom 28. November 1977 ergriffene Vorstellung. Gegen den aufsichtsbehördlichen Bescheid der Ktn. Landesregierung vom 31. Oktober 1978 richtet sich die vorliegende VfGH-Beschwerde, in der die Bf. die Verletzung verfassungsgesetzlich gewährleisteter Rechte, namentlich des Rechts auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter, behauptet und die Aufhebung des Vorstellungsbescheides begehrt.

II. Der VfGH hat über die Beschwerde erwogen:römisch zwei. Der VfGH hat über die Beschwerde erwogen:

1. Die Bf. macht die Verletzung des verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechtes auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter von zwei verschiedenen Blickpunkten her geltend; sie behauptet einerseits die sachliche Unzuständigkeit der im Instanzenzug bzw. im Aufsichtsweg eingeschrittenen Behörden und andererseits eine unrichtige Zusammensetzung des über ihre Berufung absprechenden Gemeindevorstandes. Sie erkennt zwar richtig, daß ihr Vorbringen zutreffendenfalls iS der ständigen Rechtsprechung des VfGH (zB VfSlg. 9026/1981 bzw. 9116/1981) eine Verletzung des geltend gemachten Rechtes bedeutete, ist mit ihren Behauptungen im Ergebnis aber nicht im Recht.

Der VfGH hat in seinem Kompetenzfeststellungserk. VfSlg. 4387/1963 folgenden Rechtssatz ausgesprochen: "Die Regelung der Abwässerbeseitigung von bebauten Liegenschaften ist, soweit sie die Einwirkung der Abwässerbeseitigung auf fremde Rechte oder auf öffentliche Gewässer betrifft, gemäß Art10 Abs1 Z10 B-VG (Wasserrecht) Bundessache." Die Bf. bezieht sich auf diesen Rechtssatz und glaubt, daß das Bauvorhaben nicht der baubehördlichen, sondern (ausschließlich) der wasserrechtsbehördlichen Bewilligung unterliege. Es kann jedoch auf sich beruhen, ob das Projekt überhaupt der Abwässerbeseitigung in dem im Rechtssatz gemeinten Sinn dient, zumal bloß bestimmte Abwässer auf dem Baugrundstück zwecks späterer Abfuhr gesammelt, nicht aber weitergeleitet werden sollen. Denn die Bf. läßt offenbar außer acht, daß der VfGH bereits im angeführten Erk. auf die Möglichkeit hingewiesen hat, die Ableitung von Abwässern sowohl aus wasserrechtlichen als auch aus baurechtlichen Gesichtspunkten einer Regelung zu unterziehen. Daß im vorliegenden Fall jedoch die Zuständigkeit der Baubehörde für das Vorhaben besteht, ergibt sich zweifelsfrei aus den §§9 Abs2 litg und 13 Abs2 litc der Ktn. Bauordnung. Die von der Bf. angenommene sachliche Unzuständigkeit der eingeschrittenen Behörden liegt somit nicht vor.

Eine unrichtige Zusammensetzung des über die Berufung absprechenden Gemeindevorstandes will die Bf. mit dem Argument dartun, daß der (bei der Berufungsentscheidung den Vorsitz im Gemeindevorstand führende)

(1.) Vizebürgermeister infolge Einholung einer Äußerung namens der Baubehörde erster Instanz befangen gewesen sei und daher durch einen Ersatzmann zu ersetzen gewesen wäre. Es kann jedoch dahinstehen, ob die von der Bf. behauptete Befangenheit des (1.) Vizebürgermeisters tatsächlich gegeben war, weil - wie der VfGH in ständiger Judikatur ausgesprochen hat (zB VfSlg. 6454/1971) - die Mitwirkung befangener Organe an der Bescheiderlassung die Zuständigkeit der Beh. nicht berührt.

2. Mit den übrigen Ausführungen, in denen auf einzelne Umstände in wasserrechtlichen Verfahren hingewiesen wird, macht die Bf. sowohl ihrer ausdrücklichen Behauptung als auch der Sache nach bloß die Gesetzwidrigkeit des angefochtenen Bescheides geltend, worüber jedoch ausschließlich der VwGH zu befinden hat.

3. Das Beschwerdeverfahren erbrachte auch keinen Anhaltspunkt dafür, daß die Bf. in einem anderen als dem geltend gemachten verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht verletzt worden wäre oder daß eine Rechtsverletzung infolge Anwendung einer rechtswidrigen generellen Norm stattgefunden habe.

Die Beschwerde war sohin abzuweisen.

Schlagworte

Kanalisation, Baurecht, Kompetenz Bund - Länder Wasserrecht, Kompetenz Bund - Länder Baurecht, Behördenzuständigkeit, Befangenheit, Behördenzusammensetzung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1985:B59.1979

Dokumentnummer

JFT_10149778_79B00059_00
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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