TE Vfgh Beschluss 1986/12/3 WI-12/86

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Veröffentlicht am 03.12.1986
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Index

27 Rechtspflege
27/01 Rechtsanwälte

Norm

B-VG Art141 Abs1 lita
DSt 1872 §22
RAO §27 idF BGBl. 556/1985
RAO §28 Abs1 litc idF BGBl. 556/1985
  1. B-VG Art. 141 heute
  2. B-VG Art. 141 gültig ab 01.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 41/2016
  3. B-VG Art. 141 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2013
  4. B-VG Art. 141 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. B-VG Art. 141 gültig von 01.04.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 12/2012
  6. B-VG Art. 141 gültig von 01.01.2004 bis 31.03.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  7. B-VG Art. 141 gültig von 01.01.1995 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 1013/1994
  8. B-VG Art. 141 gültig von 01.07.1989 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  9. B-VG Art. 141 gültig von 01.01.1989 bis 30.06.1989 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  10. B-VG Art. 141 gültig von 01.10.1975 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 409/1975
  11. B-VG Art. 141 gültig von 07.02.1958 bis 30.09.1975 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 12/1958
  12. B-VG Art. 141 gültig von 19.12.1945 bis 06.02.1958 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  13. B-VG Art. 141 gültig von 05.04.1931 bis 30.06.1934 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 103/1931
  14. B-VG Art. 141 gültig von 03.01.1930 bis 04.04.1931
  1. RAO § 27 heute
  2. RAO § 27 gültig ab 01.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2022
  3. RAO § 27 gültig von 01.01.2023 bis 10.06.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 246/2021
  4. RAO § 27 gültig von 31.12.2022 bis 30.06.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 224/2022
  5. RAO § 27 gültig von 01.07.2022 bis 30.12.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2022
  6. RAO § 27 gültig von 11.06.2022 bis 30.06.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2022
  7. RAO § 27 gültig von 01.01.2022 bis 10.06.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 246/2021
  8. RAO § 27 gültig von 01.01.2022 bis 31.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 58/2020
  9. RAO § 27 gültig von 01.07.2021 bis 31.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/2021
  10. RAO § 27 gültig von 24.12.2020 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 156/2020
  11. RAO § 27 gültig von 03.07.2020 bis 23.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 58/2020
  12. RAO § 27 gültig von 01.01.2018 bis 02.07.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2017
  13. RAO § 27 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2017
  14. RAO § 27 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 141/2009
  15. RAO § 27 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2007
  16. RAO § 27 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2001
  17. RAO § 27 gültig von 01.01.1993 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 21/1993
  1. RAO § 28 heute
  2. RAO § 28 gültig ab 01.04.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2020
  3. RAO § 28 gültig von 01.01.2018 bis 31.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2017
  4. RAO § 28 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2017
  5. RAO § 28 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 156/2015
  6. RAO § 28 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 141/2009
  7. RAO § 28 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2005
  8. RAO § 28 gültig von 29.10.2003 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2003
  9. RAO § 28 gültig von 01.01.1991 bis 28.10.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 474/1990

Leitsatz

Art141 Abs1 lita B-VG; Antrag auf Aufhebung der in der Vollversammlung der RAK f. Wien, NÖ und Bgld. vom 5. Juni 1986 vollzogenen Wahl je eines ersten und zweiten Präsidentenstellvertreters sowie mehrerer Ausschußmitglieder und Mitglieder des Disziplinarrates; Plenarversammlung der RAK einziges satzungsgebendes Organ der Kammer - jenen Organen dieser Körperschaft, deren Wahl angefochten wird, fehlt diese Qualifikation; keine Zuständigkeit des VfGH; da es sich bei den angefochtenen Akten keinesfalls um Wahlen zu satzungsgebenden Organen handelt

Spruch

Die Wahlanfechtung wird zurückgewiesen.

Begründung

Begründung:

1. Rechtsanwalt Dr. K L "als bevollmächtigter Vertreter der Wählergruppe 'Club der Rechtsanwälte im Wr. Juristenverband - Konzipientenverband'" und Rechtsanwalt Dr. H R stellen in einer beim VfGH eingebrachten und auf Art141 Abs1 lita B-VG gestützten Anfechtungsschrift den Antrag, die in der Vollversammlung der Rechtsanwaltskammer für Wien, NÖ und Bgld. vom 5. Juni 1986 vollzogene Wahl je eines ersten und zweiten Präsidentenstellvertreters sowie mehrerer Ausschußmitglieder und Mitglieder des Disziplinarrates - aus näher dargelegten Gründen - als rechtswidrig aufzuheben.

2. Über diese Wahlanfechtung wurde erwogen:

2.1. Gemäß Art141 Abs1 lita B-VG erkennt der VfGH ua. über die Anfechtung von Wahlen zu den satzungsgebenden Organen (Vertretungskörpern) der gesetzlichen beruflichen Vertretungen. Nun ist die Rechtsanwaltskammer für Wien, NÖ und Bgld. zwar eine gesetzliche berufliche Vertretung, doch sind jene Organe dieser Körperschaft, deren Wahl angefochten wurde, keine satzungsgebenden. Eine solche Qualifikation kommt - nach der Rechtsprechung des VfGH (VfSlg. 3895/1961; s. auch VfSlg. 8639/1979, 8975/1980) - lediglich der allerdings nicht gewählten Plenarversammlung der Rechtsanwaltskammer zu. Denn sie setzt ihre eigene Geschäftsordnung sowie die des Ausschusses und des Disziplinarrates fest, sie erläßt den Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben, bestimmt generell die Höhe der Mitgliedsbeiträge und prüft und genehmigt alle Rechnungen (vgl. insbesondere §27 Rechtsanwaltsordnung, RGBl. 96/1868 idF BGBl. 556/1985; §22 Disziplinarstatut, RGBl. 40/1872 idF BGBl. 480/1985). Nur diese der Plenarversammlung übertragenen, für Funktion und Gebarung der Kammer wesentlichen generellen Selbstverwaltungsmaßnahmen treten - insgesamt gesehen - als Satzung in Erscheinung. Weder der Ausschuß - der die Anordnungen der Plenarversammlung bloß auszuführen hat (§28 Abs1 litc Rechtsanwaltsordnung) - noch andere Organe der Kammer sind zur Fassung derartiger Beschlüsse zuständig; sie alle sind demnach nicht satzungsgebende Vertretungskörper iS des Art141 Abs1 lita B-VG, deren Wahl beim VfGH bekämpft werden kann.2.1. Gemäß Art141 Abs1 lita B-VG erkennt der VfGH ua. über die Anfechtung von Wahlen zu den satzungsgebenden Organen (Vertretungskörpern) der gesetzlichen beruflichen Vertretungen. Nun ist die Rechtsanwaltskammer für Wien, NÖ und Bgld. zwar eine gesetzliche berufliche Vertretung, doch sind jene Organe dieser Körperschaft, deren Wahl angefochten wurde, keine satzungsgebenden. Eine solche Qualifikation kommt - nach der Rechtsprechung des VfGH (VfSlg. 3895/1961; s. auch VfSlg. 8639/1979, 8975/1980) - lediglich der allerdings nicht gewählten Plenarversammlung der Rechtsanwaltskammer zu. Denn sie setzt ihre eigene Geschäftsordnung sowie die des Ausschusses und des Disziplinarrates fest, sie erläßt den Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben, bestimmt generell die Höhe der Mitgliedsbeiträge und prüft und genehmigt alle Rechnungen vergleiche insbesondere §27 Rechtsanwaltsordnung, RGBl. 96/1868 in der Fassung Bundesgesetzblatt 556 aus 1985,; §22 Disziplinarstatut, RGBl. 40/1872 in der Fassung Bundesgesetzblatt 480 aus 1985,). Nur diese der Plenarversammlung übertragenen, für Funktion und Gebarung der Kammer wesentlichen generellen Selbstverwaltungsmaßnahmen treten - insgesamt gesehen - als Satzung in Erscheinung. Weder der Ausschuß - der die Anordnungen der Plenarversammlung bloß auszuführen hat (§28 Abs1 litc Rechtsanwaltsordnung) - noch andere Organe der Kammer sind zur Fassung derartiger Beschlüsse zuständig; sie alle sind demnach nicht satzungsgebende Vertretungskörper iS des Art141 Abs1 lita B-VG, deren Wahl beim VfGH bekämpft werden kann.

Daraus folgt, daß es sich bei den angefochtenen Akten also keinesfalls um Wahlen zu satzungsgebenden Organen handelt.

2.2. Der VfGH war darum zur Entscheidung über die eingebrachte Wahlanfechtung nicht zuständig. Die Anfechtung mußte gemäß §19 Abs3 Z2 lita VerfGG 1953 ohne weiteres Verfahren - als unzulässig - zurückgewiesen werden.

Schlagworte

Rechtsanwälte, Rechtsanwaltskammer, Wahlen, VfGH / Wahlanfechtung, berufliche Vertretungen, VfGH / Zuständigkeit

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1986:WI12.1986

Dokumentnummer

JFT_10138797_86WI0012_00
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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