TE Vfgh Beschluss 2026/3/3 G147/2025

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Veröffentlicht am 03.03.2026
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Index

10/07 Verfassungs- und Verwaltungsgerichtsbarkeit

Norm

B-VG Art140 Abs1 Z1 litd
ZPO §549 Abs4
VfGG §7 Abs2, §62a Abs1
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. ZPO § 549 heute
  2. ZPO § 549 gültig ab 01.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 148/2020
  3. ZPO § 549 gültig von 01.05.1983 bis 31.03.2009 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 30/2009
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Zurückweisung eines Parteiantrags auf Aufhebung einer Bestimmung der ZPO mangels Legitimation

Spruch

Der Antrag wird zurückgewiesen.

Begründung

Begründung

1
1. Mit Beschluss vom 17. Juli 2025 erließ das Bezirksgericht Villach im Mandatsverfahren nach §549 ZPO an die Antragstellerin einen Unterlassungsauftrag und erkannte diesem gemäß Abs4 leg. cit. die vorläufige Vollstreckbarkeit zu.
2
2. Mit Beschluss vom 21. September 2025 wies das Bezirksgericht Villach den Antrag der Antragstellerin, die vorläufige Vollstreckbarkeit des Unterlassungsauftrages aufzuheben, zurück.
3
3. Gegen diesen Beschluss erhob die Antragstellerin Rekurs und stellt den vorliegenden, auf Art140 Abs1 Z1 litd B-VG gestützten Antrag auf Aufhebung des §549 Abs4 ZPO, RGBl. 113/1895, idF BGBl I 148/2020 wegen Verfassungswidrigkeit.3. Gegen diesen Beschluss erhob die Antragstellerin Rekurs und stellt den vorliegenden, auf Art140 Abs1 Z1 litd B-VG gestützten Antrag auf Aufhebung des §549 Abs4 ZPO, RGBl. 113 aus 1895,, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 148 aus 2020, wegen Verfassungswidrigkeit.
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4. Das gemäß §62a Abs5 VfGG von der Antragstellung verständigte Bezirksgericht Villach legte dem Verfassungsgerichtshof den Beschluss des Landesgerichtes Klagenfurt vom 13. November 2025 vor, mit dem der Rekurs der Antragstellerin als unzulässig zurückgewiesen wurde. Das Landesgericht Klagenfurt begründete dies damit, dass die Rechtssache mit Beschluss des Bezirksgerichtes Villach vom 22. September 2025 bis zur rechtskräftigen Erledigung eines näher genannten beim Landesgericht für Strafsachen Wien anhängigen Privatanklageverfahrens unterbrochen worden sei. Dieser Beschluss sei rechtskräftig geworden. Solange das Verfahren nicht wiederaufgenommen worden sei, könne das Landesgericht Klagenfurt über den während der Unterbrechung eingebrachten Rekurs nicht meritorisch entscheiden.
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5. Der (Partei-)Antrag ist unzulässig:
6
6. Gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG erkennt der Verfassungsgerichtshof über die Verfassungswidrigkeit von Gesetzen "auf Antrag einer Person, die als Partei einer von einem ordentlichen Gericht in erster Instanz entschiedenen Rechtssache wegen Anwendung eines verfassungswidrigen Gesetzes in ihren Rechten verletzt zu sein behauptet, aus Anlass eines gegen diese Entscheidung erhobenen Rechtsmittels".
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§62a Abs1 erster Satz VfGG ordnet an, dass "[e]ine Person, die als Partei einer von einem ordentlichen Gericht in erster Instanz entschiedenen Rechtssache wegen Anwendung eines verfassungswidrigen Gesetzes in ihren Rechten verletzt zu sein behauptet, […] einen Antrag stellen [kann], das Gesetz als verfassungswidrig aufzuheben (Art140 Abs1 Z1 litd B-VG)."
8
7. Der Rekurs, anlässlich dessen der vorliegende (Partei-)Antrag erhoben wurde, wurde – wie dargetan – vom Landesgericht Klagenfurt mit Beschluss vom 13. November 2025 als unzulässig zurückgewiesen. Dadurch fehlt es am Erfordernis des Vorliegens eines zulässigen Rechtsmittels und der Antragstellerin sohin an der Legitimation zur Antragstellung gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG (vgl VfGH 19.11.2015, G209/2015; 15.12.2021, G250/2021). 7. Der Rekurs, anlässlich dessen der vorliegende (Partei-)Antrag erhoben wurde, wurde – wie dargetan – vom Landesgericht Klagenfurt mit Beschluss vom 13. November 2025 als unzulässig zurückgewiesen. Dadurch fehlt es am Erfordernis des Vorliegens eines zulässigen Rechtsmittels und der Antragstellerin sohin an der Legitimation zur Antragstellung gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG vergleiche , VfGH 19.11.2015, G209/2015; 15.12.2021, G250/2021).
9
8. Der (Partei-)Antrag ist daher gemäß §19 Abs3 Z2 lite VfGG in nichtöffentlicher Sitzung als unzulässig zurückzuweisen.

Schlagworte

VfGH / Parteiantrag, VfGH / Legitimation, Zivilprozess

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2026:G147.2025

Zuletzt aktualisiert am

08.06.2026
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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