RS Vfgh 2026/4/28 V33/2026

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 28.04.2026
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Index

10/07 Verfassungs- und Verwaltungsgerichtsbarkeit

Norm

B-VG Art139 Abs1 Z1, Art139 Abs3
PassG 1992 §3 Abs2
PassG-DurchführungsV §1, §2, §3, §4, §4a, §5, §6, §7, §8, §9, §10, §11, §12, §13, §14, §14a, §15, §16, §17
VfGG §7 Abs2, §57 Abs1
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Zurückweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung der PassG-DurchführungsV zur Gänze mangels Präjudizialität aller Bestimmungen der Verordnung

Rechtssatz

Das antragstellende Verwaltungsgericht Wien (VGW) lässt in seinem Vorbringen zur Präjudizialität, in dem es nur "insbesondere" auf einzelne Bestimmungen der PassG-DV hinweist, offen, welche Bestimmungen der angefochtenen Verordnung es im Detail als "unmittelbar präjudiziell" erachtet. Der VfGH zweifelt nicht daran, dass einzelne Bestimmungen der PassG-DV im Verfahren vor dem VGW präjudiziell sind. Es ist jedoch denkunmöglich anzunehmen, dass alle Bestimmungen dieser Verordnung im Anlassfall präjudiziell sind oder mit präjudiziellen Bestimmungen in Zusammenhang stehen (vgl nur etwa die – vor dem Hintergrund des Antragsvorbringens offenkundig trennbaren – §§9 und 11 PassG-DV).Das antragstellende Verwaltungsgericht Wien (VGW) lässt in seinem Vorbringen zur Präjudizialität, in dem es nur "insbesondere" auf einzelne Bestimmungen der PassG-DV hinweist, offen, welche Bestimmungen der angefochtenen Verordnung es im Detail als "unmittelbar präjudiziell" erachtet. Der VfGH zweifelt nicht daran, dass einzelne Bestimmungen der PassG-DV im Verfahren vor dem VGW präjudiziell sind. Es ist jedoch denkunmöglich anzunehmen, dass alle Bestimmungen dieser Verordnung im Anlassfall präjudiziell sind oder mit präjudiziellen Bestimmungen in Zusammenhang stehen vergleiche nur etwa die – vor dem Hintergrund des Antragsvorbringens offenkundig trennbaren – §§9 und 11 PassG-DV).

Entgegen der Auffassung des VGW ist für den VfGH auch nicht ersichtlich, dass – wie das VGW meint – im Fall einer Aufhebung der "unmittelbar präjudiziellen Bestimmungen […] der verbleibende Rest der antragsgegenständlichen Verordnung inhaltsleer und ohne eigenständigen normativen Anordnungsgehalt verbleiben" würde. Die Anfechtung der PassG-DV zur Gänze erweist sich daher als unzulässig, zumal es nicht Aufgabe des VfGH ist, anstelle des VGW den Anfechtungsumfang abzugrenzen.

Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der VfGH nach Art139 Abs3 B?VG eine Verordnung zur Gänze aufzuheben hat, wenn er zur Auffassung gelangt, dass die Verordnung – wie das VWG als Bedenken vorbringt – in gesetzwidriger Weise kundgemacht wurde oder an gleichzuhaltenden Fehlern leidet, weil die Voraussetzungen des Art139 Abs3 (bzw des Art140 Abs3) B?VG nur vom VfGH von Amts wegen wahrzunehmen sind, aber nicht die Anfechtungslegitimation von Gerichten erweitern. Damit erübrigt sich auch ein Eingehen auf die Frage, ob der Feststellungsantrag des VGW auch als Aufhebungsantrag gedeutet werden kann.

Entscheidungstexte

  • V33/2026
    Entscheidungstext VfGH Beschluss 28.04.2026 V33/2026

Schlagworte

Passwesen, VfGH / Präjudizialität, VfGH / Prüfungsumfang, VfGH / Antrag, VfGH / Gerichtsantrag

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2026:V33.2026

Zuletzt aktualisiert am

26.05.2026
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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