RS Vfgh 2026/6/15 G106/2025 ua

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Veröffentlicht am 15.06.2026
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Index

L9200 Altenheime, Pflegeheime, Sozialhilfe

Norm

B-VG Art18 Abs1
B-VG Art 140 Abs1 Z1 lita
EMRK Art7
Stmk PflegeheimG 2003 §8 , §14, §15, §18 Abs1 Z3
PersonalausstattungsV der Steiermärkischen Landesregierung vom 23.11.2017 §1, §2, §3, §5
VStG §1
VfGG §7 Abs2
  1. B-VG Art. 18 heute
  2. B-VG Art. 18 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  5. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  6. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1997 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  8. B-VG Art. 18 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 18 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Kein Verstoß einer Verwaltungsstrafbestimmung des Stmk PflegeheimG 2003 gegen das Determinierungsgebot; hinreichende Bestimmtheit der strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Heimbetreibers für die ausreichende Personalausstattung unter Heranziehung aller Auslegungsmethoden

Rechtssatz

Abweisung von Anträgen des LVwG Steiermark wegen Verfassungswidrigkeit einer näher bezeichneten Wortfolge des §18 Abs1 Z3 Stmk PflegeheimG 2003 idF LGBl 63/2018 (StPHG 2003).Abweisung von Anträgen des LVwG Steiermark wegen Verfassungswidrigkeit einer näher bezeichneten Wortfolge des §18 Abs1 Z3 Stmk PflegeheimG 2003 in der Fassung Landesgesetzblatt 63 aus 2018, (StPHG 2003).

Das LVwG hegt im Wesentlichen das Bedenken, dass sich §18 Abs1 Z3 (iVm §8 Abs2) Stmk Pflegeheimgesetz 2003 entgegen Art18 Abs1 B?VG nicht entnehmen lasse, wer – der Heimbetreiber oder die Heimleitung – für die ausreichende Personalausstattung des Pflegeheimes strafrechtlich verantwortlich sei.Das LVwG hegt im Wesentlichen das Bedenken, dass sich §18 Abs1 Z3 in Verbindung mit §8 Abs2) Stmk Pflegeheimgesetz 2003 entgegen Art18 Abs1 B?VG nicht entnehmen lasse, wer – der Heimbetreiber oder die Heimleitung – für die ausreichende Personalausstattung des Pflegeheimes strafrechtlich verantwortlich sei.

Der VfGH hat wiederholt im Hinblick auf das Rechtsstaatsprinzip ausgesprochen, dass der Gesetzgeber klar und unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen hat, wo er strafen will, und dass die Rechtsordnung dem Einzelnen die Möglichkeit geben muss, sich dem Recht gemäß zu verhalten. Auch Art7 EMRK schließt das Gebot in sich, Strafvorschriften so klar zu gestalten, dass es dem Einzelnen möglich ist, sein Verhalten am Gesetz zu orientieren. Nach der Judikatur sowohl des EGMR als auch des VfGH ist diese Bedingung dann erfüllt, wenn der Einzelne aus dem Wortlaut der maßgeblichen Bestimmung erkennen kann, erforderlichenfalls aber auch mit Hilfe der Auslegung dieser Bestimmung durch Gerichte, welche Handlungen und Unterlassungen ihn strafbar werden lassen. Angesichts der unterschiedlichen Lebensgebiete, Sachverhalte und Rechtsfolgen, die Gegenstand und Inhalt gesetzlicher Regelungen sein können, ist ganz allgemein — und zwar auch im Zusammenhang mit Verwaltungsstraftatbeständen — davon auszugehen, dass Art18 B?VG einen dem jeweiligen Regelungsgegenstand adäquaten Determinierungsgrad verlangt.

Nach der Systematik der Bestimmung trifft den Heimbetreiber iSd §18 Abs1 Stmk Pflegeheimgesetz 2003 die Verantwortung für die ausreichende Personalausstattung, sodass §18 Abs1 Z3 Stmk Pflegeheimgesetz 2003 idF LGBl 63/2018 daher nicht verfassungswidrig war.Nach der Systematik der Bestimmung trifft den Heimbetreiber iSd §18 Abs1 Stmk Pflegeheimgesetz 2003 die Verantwortung für die ausreichende Personalausstattung, sodass §18 Abs1 Z3 Stmk Pflegeheimgesetz 2003 in der Fassung Landesgesetzblatt 63 aus 2018, daher nicht verfassungswidrig war.

Entscheidungstexte

  • G106/2025 ua
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 15.06.2026 G106/2025 ua

Schlagworte

Pflegeheime, Determinierungsgebot, Strafe (Verwaltungsstrafrecht), Dienstrecht, Rechtsstaatsprinzip, VfGH / Gerichtsantrag, Auslegung systematische

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2026:G106.2025

Zuletzt aktualisiert am

30.06.2026
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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