RS Vwgh 2008/12/18 2006/15/0053

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 18.12.2008
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Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht
37/01 Geldrecht Währungsrecht
37/02 Kreditwesen

Norm

BAO §4;
InvFG 1993 §42 Abs2;
VwRallg;
  1. BAO § 4 heute
  2. BAO § 4 gültig ab 30.10.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/2019
  3. BAO § 4 gültig von 01.01.2013 bis 29.10.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2013
  4. BAO § 4 gültig von 26.03.2009 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2009
  5. BAO § 4 gültig von 01.01.1995 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 681/1994
  6. BAO § 4 gültig von 19.04.1980 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 151/1980
  1. InvFG 1993 Art. 2 § 42 gültig von 01.10.2011 bis 31.08.2011 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 77/2011
  2. InvFG 1993 Art. 2 § 42 gültig von 01.09.2011 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  3. InvFG 1993 Art. 2 § 42 gültig von 16.02.2005 bis 31.08.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 9/2005
  4. InvFG 1993 Art. 2 § 42 gültig von 23.12.2004 bis 04.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 146/2004
  5. InvFG 1993 Art. 2 § 42 gültig von 05.12.2004 bis 15.02.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 180/2004
  6. InvFG 1993 Art. 2 § 42 gültig von 21.08.2003 bis 22.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  7. InvFG 1993 Art. 2 § 42 gültig von 06.01.2001 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2001
  8. InvFG 1993 Art. 2 § 42 gültig von 15.07.1999 bis 05.01.2001 zuletzt geändert durch BGBl. II Nr. 79/2000
  9. InvFG 1993 Art. 2 § 42 gültig von 01.01.1999 bis 14.07.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 41/1998
  10. InvFG 1993 Art. 2 § 42 gültig von 28.02.1998 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 41/1998
  11. InvFG 1993 Art. 2 § 42 gültig von 01.01.1994 bis 27.02.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 818/1993
  12. InvFG 1993 Art. 2 § 42 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1993

Rechtssatz

Es handelt sich bei der Gesetzesanordnung des § 42 Abs. 2 InvFG in der Fassung vor und nach dem AbgÄG 2004 nicht ausschließlich um eine verfahrensrechtliche Bestimmung. Die Anordnung geht über eine bloße Schätzmethode hinaus, indem die Vorschrift vermutete Einkünfte der Besteuerung unterzieht. Wie der Verfassungsgerichtshof in dem Erkenntnis vom 15. Oktober 2004, G 49/04 ua, ausgeführt hat, kann die genannte Bestimmung dazu führen, dass unter Verstoß gegen das für die Einkommensteuer tragende Leistungsfähigkeitsprinzip tatsächlich nicht erzielte Einkünfte zu versteuern sind. Insofern handelt es sich um eine Bestimmung des materiellen Abgabenrechts. Da die Abgabenbehörde grundsätzlich das für den Zeitpunkt der Entstehung des Abgabenanspruches geltende Recht anzuwenden hat, ist § 42 Abs. 2 InvFG in der Fassung des AbgÄG 2004 für vor dem Inkrafttreten der gegenständlichen Gesetzesfassung erzielte Kapitalerträge und damit für den Beschwerdefall nicht maßgebend (vgl. grundlegend Mairinger/Twardosz, Die maßgebliche Rechtslage im Abgabenrecht - Teil I, ÖStZ 2007, 16, und hinsichtlich der Rückwirkung von Gesetzen - Teil II, ÖStZ 2007, 49; sowie weiters das hg. Erkenntnis vom 22. Oktober 1996, 96/14/0017, VwSlg 7135 F/1996).Es handelt sich bei der Gesetzesanordnung des Paragraph 42, Absatz 2, InvFG in der Fassung vor und nach dem AbgÄG 2004 nicht ausschließlich um eine verfahrensrechtliche Bestimmung. Die Anordnung geht über eine bloße Schätzmethode hinaus, indem die Vorschrift vermutete Einkünfte der Besteuerung unterzieht. Wie der Verfassungsgerichtshof in dem Erkenntnis vom 15. Oktober 2004, G 49/04 ua, ausgeführt hat, kann die genannte Bestimmung dazu führen, dass unter Verstoß gegen das für die Einkommensteuer tragende Leistungsfähigkeitsprinzip tatsächlich nicht erzielte Einkünfte zu versteuern sind. Insofern handelt es sich um eine Bestimmung des materiellen Abgabenrechts. Da die Abgabenbehörde grundsätzlich das für den Zeitpunkt der Entstehung des Abgabenanspruches geltende Recht anzuwenden hat, ist Paragraph 42, Absatz 2, InvFG in der Fassung des AbgÄG 2004 für vor dem Inkrafttreten der gegenständlichen Gesetzesfassung erzielte Kapitalerträge und damit für den Beschwerdefall nicht maßgebend vergleiche grundlegend Mairinger/Twardosz, Die maßgebliche Rechtslage im Abgabenrecht - Teil römisch eins, ÖStZ 2007, 16, und hinsichtlich der Rückwirkung von Gesetzen - Teil römisch zwei, ÖStZ 2007, 49; sowie weiters das hg. Erkenntnis vom 22. Oktober 1996, 96/14/0017, VwSlg 7135 F/1996).

Schlagworte

Anzuwendendes Recht Maßgebende Rechtslage VwRallg2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2008:2006150053.X04

Im RIS seit

23.01.2009

Zuletzt aktualisiert am

21.05.2013
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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