RS Vwgh 2009/2/27 2008/17/0211

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Veröffentlicht am 27.02.2009
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Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

B-VG Art132;
B-VG Art50 Abs4;
VwGG §27;
VwRallg;
  1. B-VG Art. 132 heute
  2. B-VG Art. 132 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 132 gültig von 01.08.2014 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  4. B-VG Art. 132 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. B-VG Art. 132 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 132 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 296/1984
  7. B-VG Art. 132 gültig von 25.12.1946 bis 31.07.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  8. B-VG Art. 132 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 132 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 50 heute
  2. B-VG Art. 50 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 50 gültig von 01.01.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  4. B-VG Art. 50 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 50 gültig von 01.01.1989 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 50 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  7. B-VG Art. 50 gültig von 07.04.1964 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 59/1964
  8. B-VG Art. 50 gültig von 19.12.1945 bis 06.04.1964 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 50 gültig von 01.05.1934 bis 30.06.1934 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 255/1934
  10. B-VG Art. 50 gültig von 03.01.1930 bis 30.04.1934
  1. VwGG § 27 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 33/2013
  2. VwGG § 27 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  3. VwGG § 27 gültig von 01.01.1999 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  4. VwGG § 27 gültig von 22.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 470/1995
  5. VwGG § 27 gültig von 01.01.1991 bis 21.07.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 27 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Beachte

Serie (erledigt im gleichen Sinn): 2008/17/0214 B 27. Februar 2009 2008/04/0244 B 27. Mai 2009 2008/17/0215 B 27. Februar 2009 2008/04/0223 B 22. April 2009 2008/04/0222 B 22. April 2009 2008/04/0221 B 22. April 2009 2008/04/0219 B 22. April 2009 2008/04/0220 B 27. Mai 2009 2008/04/0224 B 27. Mai 2009 2008/04/0225 B 27. Mai 2009 2008/04/0226 B 27. Mai 2009 2008/04/0227 B 27. Mai 2009 2008/04/0237 B 27. Mai 2009 2008/04/0241 B 27. Mai 2009 2008/17/0213 B 27. Februar 2009

Rechtssatz

Beschwerde wegen Verletzung der Entscheidungspflicht durch Verwaltungsbehörden einschließlich der unabhängigen Verwaltungssenate kann erheben, wer im Verwaltungsverfahren als Partei zur Geltendmachung der Entscheidungspflicht berechtigt war (Art. 132 B-VG). Art. 132 B-VG gewährt somit Rechtschutz in den Fällen, in denen jemand einen Rechtsanspruch darauf hat, dass eine Verwaltungsbehörde einen Bescheid erlässt. Weder Art. 132 B-VG noch § 27 VwGG, der die näheren Voraussetzungen für die Erhebung von Säumnisbeschwerden regelt, umschreiben die Entscheidungspflicht von Verwaltungsbehörden in Verwaltungsverfahren, sondern setzen diese ihrerseits voraus. Anträge, die auf die Setzung von verfassungsunmittelbaren Akten der Verwaltung wie die Anordnung der Volksabstimmung (bzw. die Feststellung der rechtlichen Gebotenheit einer solchen) gemäß Art. 50 Abs. 4 B-VG (gleichgültig, ob man diese als Regierungsakte oder Akte sui generis bezeichnet) gerichtet sind, lösen keine Entscheidungspflicht in diesem Sinne aus. Mangels entsprechender verfassungsrechtlicher Anordnung ist nämlich nicht davon auszugehen, dass über Anträge wie auf Setzung eines derartigen Regierungsaktes ein Verwaltungsverfahren zu führen wäre (vgl. Jabloner, in: Korinek/Holoubek, B-VG, Art. 132 B-VG, Rz 36, und für die Erstattung eines Dreiervorschlags an den Bundespräsidenten zur Ernennung eines Schulleiters das hg. Erkenntnis vom 19. November 2002, Zl. 2000/12/0278, sowie für die Verleihung des Berufstitels "Oberstudienrat" das hg. Erkenntnis vom 29. November 1982, Zl. 82/10/0179, VwSlg 10904 A/1982). Insofern liegen auch die Voraussetzungen für die Annahme einer Notwendigkeit der Zurückweisung derartiger Anträge nicht vor, sodass die auf dem Erkenntnis eines verstärkten Senats vom 14. Dezember 1977, 934, 1223/73, VwSlg 9458 A/1977, beruhende hg. Rechtsprechung betreffend die Entscheidungspflicht hinsichtlich der Zurückweisung von Anträgen von Parteien eines Verwaltungsverfahrens nicht einschlägig ist (ähnlich zu Angelegenheiten der Privatwirtschaftsverwaltung etwa das hg. Erkenntnis vom 4. September 2003, Zl. 2003/09/0068, VwSlg 16148 A/2003).Beschwerde wegen Verletzung der Entscheidungspflicht durch Verwaltungsbehörden einschließlich der unabhängigen Verwaltungssenate kann erheben, wer im Verwaltungsverfahren als Partei zur Geltendmachung der Entscheidungspflicht berechtigt war (Artikel 132, B-VG). Artikel 132, B-VG gewährt somit Rechtschutz in den Fällen, in denen jemand einen Rechtsanspruch darauf hat, dass eine Verwaltungsbehörde einen Bescheid erlässt. Weder Artikel 132, B-VG noch Paragraph 27, VwGG, der die näheren Voraussetzungen für die Erhebung von Säumnisbeschwerden regelt, umschreiben die Entscheidungspflicht von Verwaltungsbehörden in Verwaltungsverfahren, sondern setzen diese ihrerseits voraus. Anträge, die auf die Setzung von verfassungsunmittelbaren Akten der Verwaltung wie die Anordnung der Volksabstimmung (bzw. die Feststellung der rechtlichen Gebotenheit einer solchen) gemäß Artikel 50, Absatz 4, B-VG (gleichgültig, ob man diese als Regierungsakte oder Akte sui generis bezeichnet) gerichtet sind, lösen keine Entscheidungspflicht in diesem Sinne aus. Mangels entsprechender verfassungsrechtlicher Anordnung ist nämlich nicht davon auszugehen, dass über Anträge wie auf Setzung eines derartigen Regierungsaktes ein Verwaltungsverfahren zu führen wäre vergleiche Jabloner, in: Korinek/Holoubek, B-VG, Artikel 132, B-VG, Rz 36, und für die Erstattung eines Dreiervorschlags an den Bundespräsidenten zur Ernennung eines Schulleiters das hg. Erkenntnis vom 19. November 2002, Zl. 2000/12/0278, sowie für die Verleihung des Berufstitels "Oberstudienrat" das hg. Erkenntnis vom 29. November 1982, Zl. 82/10/0179, VwSlg 10904 A/1982). Insofern liegen auch die Voraussetzungen für die Annahme einer Notwendigkeit der Zurückweisung derartiger Anträge nicht vor, sodass die auf dem Erkenntnis eines verstärkten Senats vom 14. Dezember 1977, 934, 1223/73, VwSlg 9458 A/1977, beruhende hg. Rechtsprechung betreffend die Entscheidungspflicht hinsichtlich der Zurückweisung von Anträgen von Parteien eines Verwaltungsverfahrens nicht einschlägig ist (ähnlich zu Angelegenheiten der Privatwirtschaftsverwaltung etwa das hg. Erkenntnis vom 4. September 2003, Zl. 2003/09/0068, VwSlg 16148 A/2003).

Schlagworte

Individuelle Normen und Parteienrechte Rechtsanspruch Antragsrecht Anfechtungsrecht VwRallg9/2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2009:2008170211.X02

Im RIS seit

10.08.2009

Zuletzt aktualisiert am

26.06.2017
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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