RS Vwgh 2010/5/18 2008/06/0207

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 18.05.2010
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Index

L37158 Anliegerbeitrag Aufschließungsbeitrag Interessentenbeitrag
Vorarlberg
L81708 Baulärm Umgebungslärm Vorarlberg
L82008 Bauordnung Vorarlberg
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
19/05 Menschenrechte

Norm

BauG Vlbg 2001 §18;
BauG Vlbg 2001 §55 Abs1 lita;
B-VG Art129a Abs1 Z1;
B-VG Art129b;
MRK Art6;
  1. B-VG Art. 129a gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 51/2012
  2. B-VG Art. 129a gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  3. B-VG Art. 129a gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  1. B-VG Art. 129b gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 51/2012
  2. B-VG Art. 129b gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  3. B-VG Art. 129b gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988

Rechtssatz

Nach der Judikatur des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) ist es zulässig, dass die Entscheidung durch ein Tribunal im Sinne des Art. 6 MRK in einer Angelegenheit, die nach dem innerstaatlichem Recht nicht dem klassischen Strafrecht (wie etwa in Österreich die verwaltungsstrafrechtlichen Angelegenheiten) zuzurechnen ist, erst in letzter Instanz durch ein Tribunal mit umfassender Entscheidungskompetenz getroffen wird (vgl. das Urteil vom 26. Oktober 1984 im Fall De Cubber gegen Belgien, abgedruckt in EuGRZ 1985, 407 ff, insb. Z. 32, bzw. das Urteil vom 21. Februar 1984 im Fall Öztürk gegen BRD, abgedruckt in EuGRZ 1985, 62 ff, insb. Z. 56, betreffend den Bereich der Entkriminalisierung des Strafrechts, und das Urteil vom 2. September 1998 im Fall Kadubec gegen Slowenien, Z. 15). Im Zusammenhang mit dem Recht auf öffentliche mündliche Verhandlung gemäß Art. 6 MRK vertritt der EGMR dann, wenn nur in letzter Instanz ein Tribunal entscheidet, die Auffassung, dass für den Betreffenden grundsätzlich ein Recht auf mündliche Verhandlung besteht (vgl. u.a. das Urteil vom 19. Februar 1998 im Fall Allan Jacobsson Nr. 2 gegen Schweden, Z. 46). Daraus ergibt sich aber, dass im Lichte der Judikatur des EGMR aus Art. 6 MRK in einer verwaltungsstrafrechtlichen Angelegenheit kein Recht auf mündliche Verhandlung bereits in der ersten Instanz abgeleitet werden kann.Nach der Judikatur des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) ist es zulässig, dass die Entscheidung durch ein Tribunal im Sinne des Artikel 6, MRK in einer Angelegenheit, die nach dem innerstaatlichem Recht nicht dem klassischen Strafrecht (wie etwa in Österreich die verwaltungsstrafrechtlichen Angelegenheiten) zuzurechnen ist, erst in letzter Instanz durch ein Tribunal mit umfassender Entscheidungskompetenz getroffen wird vergleiche das Urteil vom 26. Oktober 1984 im Fall De Cubber gegen Belgien, abgedruckt in EuGRZ 1985, 407 ff, insb. Ziffer 32,, bzw. das Urteil vom 21. Februar 1984 im Fall Öztürk gegen BRD, abgedruckt in EuGRZ 1985, 62 ff, insb. Ziffer 56,, betreffend den Bereich der Entkriminalisierung des Strafrechts, und das Urteil vom 2. September 1998 im Fall Kadubec gegen Slowenien, Ziffer 15,). Im Zusammenhang mit dem Recht auf öffentliche mündliche Verhandlung gemäß Artikel 6, MRK vertritt der EGMR dann, wenn nur in letzter Instanz ein Tribunal entscheidet, die Auffassung, dass für den Betreffenden grundsätzlich ein Recht auf mündliche Verhandlung besteht vergleiche u.a. das Urteil vom 19. Februar 1998 im Fall Allan Jacobsson Nr. 2 gegen Schweden, Ziffer 46,). Daraus ergibt sich aber, dass im Lichte der Judikatur des EGMR aus Artikel 6, MRK in einer verwaltungsstrafrechtlichen Angelegenheit kein Recht auf mündliche Verhandlung bereits in der ersten Instanz abgeleitet werden kann.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2010:2008060207.X03

Im RIS seit

24.06.2010

Zuletzt aktualisiert am

03.10.2011
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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