RS Vwgh 2011/12/22 2008/07/0159

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 22.12.2011
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Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
82/02 Gesundheitsrecht allgemein
83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

AWG 2002 §73 Abs1;
AWG 2002 §78 Abs9 idF 2006/I/034;
Chem-VerbotsV 2003 §17 ;
Chem-VerbotsV 2003 §17 Abs6;
Chem-VerbotsV 2003 §17 Abs7;
Chem-VerbotsV 2003 §17 Abs8;
Chem-VerbotsV 2003 §17 Abs9 Z3;
Chem-VerbotsV 2003 §17 Abs9;
VwRallg;
  1. AWG 2002 § 73 heute
  2. AWG 2002 § 73 gültig ab 11.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 200/2021
  3. AWG 2002 § 73 gültig von 20.06.2017 bis 10.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 70/2017
  4. AWG 2002 § 73 gültig von 21.06.2013 bis 19.06.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/2013
  5. AWG 2002 § 73 gültig von 16.02.2011 bis 20.06.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 9/2011
  6. AWG 2002 § 73 gültig von 12.07.2007 bis 15.02.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2007
  7. AWG 2002 § 73 gültig von 01.04.2006 bis 11.07.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 34/2006
  8. AWG 2002 § 73 gültig von 01.01.2005 bis 31.03.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 155/2004
  9. AWG 2002 § 73 gültig von 02.11.2002 bis 31.12.2004
  1. AWG 2002 § 78 heute
  2. AWG 2002 § 78 gültig ab 18.07.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2024
  3. AWG 2002 § 78 gültig von 11.12.2021 bis 17.07.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 200/2021
  4. AWG 2002 § 78 gültig von 01.08.2019 bis 10.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2019
  5. AWG 2002 § 78 gültig von 17.09.2013 bis 31.07.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 193/2013
  6. AWG 2002 § 78 gültig von 21.06.2013 bis 16.09.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/2013
  7. AWG 2002 § 78 gültig von 16.02.2011 bis 20.06.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 9/2011
  8. AWG 2002 § 78 gültig von 10.04.2008 bis 15.02.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 54/2008
  9. AWG 2002 § 78 gültig von 12.07.2007 bis 09.04.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2007
  10. AWG 2002 § 78 gültig von 01.04.2006 bis 11.07.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 34/2006
  11. AWG 2002 § 78 gültig von 01.01.2005 bis 31.03.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 155/2004
  12. AWG 2002 § 78 gültig von 02.11.2002 bis 31.12.2004

Rechtssatz

Aus den Materialien (RV 1147 BlgNR 22. GP) zu der am 1. April 2006 in Kraft getretene Übergangsbestimmung des § 78 Abs. 9 AWG 2002, BGBl. I Nr. 34/2006, geht hervor, dass der Gesetzgeber von einer Gesundheitsgefährdung durch kreosothaltige Abfälle iSd § 78 Abs. 9 AWG 2002 jedenfalls dann ausgeht, wenn die Verwendung derartiger Hölzer auch chemikalienrechtlich nicht mehr zulässig ist. Wie sich aus den Abs 7 und 8 des § 17 der Chem-VerbotsV 2003 ergibt (arg "Abweichend von Abs. 6. (…)"), fallen unter die in der Verbotsbestimmung des Abs 6 normierten Tatbestände "Inverkehrsetzen" und "Verbringung nach Österreich" jedenfalls auch die "Verwendung" und die "Abgabe zur Wiederverwendung" - unter anderem - von teilweise oder gänzlich aus Holz bestehenden Fertigwaren (zB Bahnschwellen) iSd Abs 6. § 17 Abs 9 der Chem-VerbotsV 2003 enthält (lediglich) eine Einschränkung der in den Abs 7 und 8 für den gewerblich-industriellen Gebrauch normierten Ausnahmen vom grundsätzlichen Verbot der Verwendung von mit Kreosot behandeltem Holz und von teilweise oder gänzlich aus Holz bestehenden Fertigwaren. Aus dieser Bestimmung ist hingegen nicht abzuleiten, dass "der private Gebrauch" (dh der nicht gewerblichindustrielle Gebrauch) - unter anderem - von nach § 17 Abs 7 und 8 der Chem-VerbotsV 2003 zulässigerweise verwendeten oder wiederverwendeten Fertigwaren (zB Bahnschwellen) nur dann verboten wäre, wenn - iSd Z 3 des Abs 9 - an den dort genannten Orten die Gefahr bestünde, dass das Holz mit der Haut in Berührung kommt. Vielmehr enthält § 17 der Chem-VerbotsV 2003 für den nichtgewerblichen, nichtindustriellen bzw nicht für landwirtschaftliche Zwecke bestimmten Gebrauch überhaupt keine Ausnahme vom grundsätzlichen Verbot der Verwendung von Fertigwaren im Sinn des Abs 6, somit unter anderem von Bahnschwellen. Im Sinne des Verweises in den Gesetzesmaterialien zu § 78 Abs. 9 AWG 2002 auf § 17 der Chem-VerbotsV 2003 ist somit § 78 Abs. 9 AWG 2002 so zu verstehen, dass in diesem Fall ex lege jedenfalls eine Gesundheitsgefährdung im Sinne der genannten Bestimmung anzunehmen ist. (Mit weiteren Ausführungen im E zu unionsrechtlichen Grundlagen.)Aus den Materialien Regierungsvorlage 1147 BlgNR 22. Gesetzgebungsperiode zu der am 1. April 2006 in Kraft getretene Übergangsbestimmung des Paragraph 78, Absatz 9, AWG 2002, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 34 aus 2006,, geht hervor, dass der Gesetzgeber von einer Gesundheitsgefährdung durch kreosothaltige Abfälle iSd Paragraph 78, Absatz 9, AWG 2002 jedenfalls dann ausgeht, wenn die Verwendung derartiger Hölzer auch chemikalienrechtlich nicht mehr zulässig ist. Wie sich aus den Absatz 7 und 8 des Paragraph 17, der Chem-VerbotsV 2003 ergibt (arg "Abweichend von Absatz 6, (…)"), fallen unter die in der Verbotsbestimmung des Absatz 6, normierten Tatbestände "Inverkehrsetzen" und "Verbringung nach Österreich" jedenfalls auch die "Verwendung" und die "Abgabe zur Wiederverwendung" - unter anderem - von teilweise oder gänzlich aus Holz bestehenden Fertigwaren (zB Bahnschwellen) iSd Absatz 6, Paragraph 17, Absatz 9, der Chem-VerbotsV 2003 enthält (lediglich) eine Einschränkung der in den Absatz 7 und 8 für den gewerblich-industriellen Gebrauch normierten Ausnahmen vom grundsätzlichen Verbot der Verwendung von mit Kreosot behandeltem Holz und von teilweise oder gänzlich aus Holz bestehenden Fertigwaren. Aus dieser Bestimmung ist hingegen nicht abzuleiten, dass "der private Gebrauch" (dh der nicht gewerblichindustrielle Gebrauch) - unter anderem - von nach Paragraph 17, Absatz 7 und 8 der Chem-VerbotsV 2003 zulässigerweise verwendeten oder wiederverwendeten Fertigwaren (zB Bahnschwellen) nur dann verboten wäre, wenn - iSd Ziffer 3, des Absatz 9, - an den dort genannten Orten die Gefahr bestünde, dass das Holz mit der Haut in Berührung kommt. Vielmehr enthält Paragraph 17, der Chem-VerbotsV 2003 für den nichtgewerblichen, nichtindustriellen bzw nicht für landwirtschaftliche Zwecke bestimmten Gebrauch überhaupt keine Ausnahme vom grundsätzlichen Verbot der Verwendung von Fertigwaren im Sinn des Absatz 6,, somit unter anderem von Bahnschwellen. Im Sinne des Verweises in den Gesetzesmaterialien zu Paragraph 78, Absatz 9, AWG 2002 auf Paragraph 17, der Chem-VerbotsV 2003 ist somit Paragraph 78, Absatz 9, AWG 2002 so zu verstehen, dass in diesem Fall ex lege jedenfalls eine Gesundheitsgefährdung im Sinne der genannten Bestimmung anzunehmen ist. (Mit weiteren Ausführungen im E zu unionsrechtlichen Grundlagen.)

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Verhältnis der wörtlichen Auslegung zur teleologischen und historischen Auslegung Bedeutung der Gesetzesmaterialien VwRallg3/2/2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2011:2008070159.X01

Im RIS seit

20.01.2012

Zuletzt aktualisiert am

08.10.2012
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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