RS Vwgh 2012/2/22 2011/08/0220

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 22.02.2012
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Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §63 Abs5;
AVG §71;
VwRallg;
  1. AVG § 63 heute
  2. AVG § 63 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. AVG § 63 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  4. AVG § 63 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  5. AVG § 63 gültig von 01.07.1995 bis 30.06.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 686/1994
  6. AVG § 63 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. AVG § 71 heute
  2. AVG § 71 gültig ab 21.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/2023
  3. AVG § 71 gültig von 01.01.2014 bis 20.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 71 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  5. AVG § 71 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  6. AVG § 71 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995

Rechtssatz

Im Rahmen der Auslegung (auch) des Verfahrensrechts ist auch nach dem Zweck der Rechtsnorm zu fragen (vgl. - zum Zivilverfahrensrecht - näher Fasching in Fasching/Konecny, I2 Einleitung Rz 89 ff). Im Zweifel ist jene Auslegung vorzuziehen, die der Sacherledigung des Rechtsschutzbegehrens dienlicher ist (Fasching, aaO Rz 100; vgl. auch Fasching in Fasching/Konecny, II/12, Einleitung, Rz 65: Grundsatz des Vorranges der Sacherledigung). Wie Fasching ebenfalls ausführt (aaO, I2, Rz 101) muss sich eine sacherledigungsfreundliche Auslegung mit dem prozessualen Formalismus auseinandersetzen. Fristvorschriften sind nur teilweise prozessuale Ordnungsvorschriften mit Formalcharakter. Häufig dienen sie der Schaffung neuer Prozesslagen (etwa Rechtsmittelfristen). Bei reinen Ordnungsfristen sei eine worthaftende fristenstrenge Auslegung fehl am Platz; hier seien Ordnungszweck und Rechtsverlust für den Säumigen wertend abzuwägen. Bei Notfristen bleibe dagegen wenig Raum für eine "säumnisfreundliche" Auslegung. Hier müsse sich die sacherledigungsfreundliche Auslegung im Allgemeinen in das Wiedereinsetzungsverfahren verlagern.Im Rahmen der Auslegung (auch) des Verfahrensrechts ist auch nach dem Zweck der Rechtsnorm zu fragen vergleiche - zum Zivilverfahrensrecht - näher Fasching in Fasching/Konecny, I2 Einleitung Rz 89 ff). Im Zweifel ist jene Auslegung vorzuziehen, die der Sacherledigung des Rechtsschutzbegehrens dienlicher ist (Fasching, aaO Rz 100; vergleiche auch Fasching in Fasching/Konecny, II/12, Einleitung, Rz 65: Grundsatz des Vorranges der Sacherledigung). Wie Fasching ebenfalls ausführt (aaO, I2, Rz 101) muss sich eine sacherledigungsfreundliche Auslegung mit dem prozessualen Formalismus auseinandersetzen. Fristvorschriften sind nur teilweise prozessuale Ordnungsvorschriften mit Formalcharakter. Häufig dienen sie der Schaffung neuer Prozesslagen (etwa Rechtsmittelfristen). Bei reinen Ordnungsfristen sei eine worthaftende fristenstrenge Auslegung fehl am Platz; hier seien Ordnungszweck und Rechtsverlust für den Säumigen wertend abzuwägen. Bei Notfristen bleibe dagegen wenig Raum für eine "säumnisfreundliche" Auslegung. Hier müsse sich die sacherledigungsfreundliche Auslegung im Allgemeinen in das Wiedereinsetzungsverfahren verlagern.

Schlagworte

Rechtsgrundsätze Fristen VwRallg6/5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2012:2011080220.X02

Im RIS seit

22.03.2012

Zuletzt aktualisiert am

18.03.2014
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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