RS Vwgh 2013/5/16 2011/21/0185

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Veröffentlicht am 16.05.2013
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Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof
19/05 Menschenrechte
40/01 Verwaltungsverfahren
41/01 Sicherheitsrecht
41/02 Staatsbürgerschaft

Norm

AnhO 1999 §21;
AVG §67a Z2;
B-VG Art129a;
MRK Art10 Abs2;
MRK Art10;
VStG §53c;
VwGG §34 Abs1;
VwRallg;
  1. AVG § 67a gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 33/2013
  2. AVG § 67a gültig von 01.01.2003 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2002
  3. AVG § 67a gültig von 20.04.2002 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  4. AVG § 67a gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  5. AVG § 67a gültig von 01.02.1991 bis 31.12.1998
  1. B-VG Art. 129a gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 51/2012
  2. B-VG Art. 129a gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  3. B-VG Art. 129a gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  1. VStG § 53c heute
  2. VStG § 53c gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. VStG § 53c gültig von 15.08.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  4. VStG § 53c gültig von 01.09.2012 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  5. VStG § 53c gültig von 05.01.2008 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 3/2008
  6. VStG § 53c gültig von 01.02.1991 bis 04.01.2008
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Rechtssatz

Aus Art. 10 MRK resultiert zwar keine Verpflichtung des Staates, den Zugang zu Informationen zu gewährleisten oder selbst Informationen bereitzustellen, eine Behinderung der Beschaffung und der Ermittlung öffentlich zugänglicher Informationen durch (aktives) Eingreifen von Staatsorganen ist aber ausschließlich unter den Voraussetzungen des Abs. 2 des Art. 10 MRK zulässig (vgl. E VfGH 16. März 1987, B 154/85, VfSlg. 11297; E VfGH 20. September 2012, B 1359/11). Dass die Informationen eines Schubhäftlings, die für einen Journalisten von Interesse sein könnten, nicht "öffentlich zugänglich" sind, ergibt sich aus dessen Anhaltung in Schubhaft. Unter diesen Umständen besteht demnach keine in Art. 10 MRK begründete staatliche Verpflichtung, den Zugang zu Informationen für einen Journalisten durch Gestattung des Besuches des Schubhäftlings zu ermöglichen. Insofern kann ein Journalist in Rechten nach Art. 10 MRK von vornherein nicht verletzt sein. Vielmehr stellt die Beeinträchtigung einer Möglichkeit zur Informationsaufnahme mit einem Schubhäftling lediglich eine "Reflexwirkung" der unmittelbar nur in die Rechtssphäre des Schubhäftlings eingreifenden Einschränkung von dessen Recht auf Empfang von Besuchen dar. Eine diesbezügliche Rechtsverletzung kann nur vom Angehaltenen geltend gemacht werden.Aus Artikel 10, MRK resultiert zwar keine Verpflichtung des Staates, den Zugang zu Informationen zu gewährleisten oder selbst Informationen bereitzustellen, eine Behinderung der Beschaffung und der Ermittlung öffentlich zugänglicher Informationen durch (aktives) Eingreifen von Staatsorganen ist aber ausschließlich unter den Voraussetzungen des Absatz 2, des Artikel 10, MRK zulässig vergleiche E VfGH 16. März 1987, B 154/85, VfSlg. 11297; E VfGH 20. September 2012, B 1359/11). Dass die Informationen eines Schubhäftlings, die für einen Journalisten von Interesse sein könnten, nicht "öffentlich zugänglich" sind, ergibt sich aus dessen Anhaltung in Schubhaft. Unter diesen Umständen besteht demnach keine in Artikel 10, MRK begründete staatliche Verpflichtung, den Zugang zu Informationen für einen Journalisten durch Gestattung des Besuches des Schubhäftlings zu ermöglichen. Insofern kann ein Journalist in Rechten nach Artikel 10, MRK von vornherein nicht verletzt sein. Vielmehr stellt die Beeinträchtigung einer Möglichkeit zur Informationsaufnahme mit einem Schubhäftling lediglich eine "Reflexwirkung" der unmittelbar nur in die Rechtssphäre des Schubhäftlings eingreifenden Einschränkung von dessen Recht auf Empfang von Besuchen dar. Eine diesbezügliche Rechtsverletzung kann nur vom Angehaltenen geltend gemacht werden.

Schlagworte

Mangel der Berechtigung zur Erhebung der Beschwerde mangelnde subjektive Rechtsverletzung Parteienrechte und Beschwerdelegitimation Verwaltungsverfahren Mangelnde Rechtsverletzung Beschwerdelegitimation verneint keineBESCHWERDELEGITIMATION Individuelle Normen und Parteienrechte Rechtsanspruch Antragsrecht Anfechtungsrecht VwRallg9/2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2011210185.X05

Im RIS seit

21.06.2013

Zuletzt aktualisiert am

04.10.2017
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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