RS Vwgh 2016/5/25 Ra 2016/12/0017

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 25.05.2016
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Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof
63/02 Gehaltsgesetz

Norm

B-VG Art133 Abs4;
GehG 1956 §83c;
VwGG §28 Abs3;
VwGG §34 Abs1;
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 28 heute
  2. VwGG § 28 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. VwGG § 28 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 28 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 28 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 28 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 28 gültig von 01.01.1991 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  8. VwGG § 28 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Rechtssatz

Die in der Revision auszugsweise dargestellte Judikatur des OGH hat Fälle der unmittelbaren Flucht Verdächtiger vor ihren Verfolgern betroffen. Dabei wurde zusammenfassend festgehalten, ob der Flüchtende durch die Art seiner Flucht berechtigten Anlass zur Verfolgung gegeben und für seine Verfolger eine haftungsbegründende Gefahrenlage geschaffen hat, ist als Rechtswidrigkeitsurteil das Ergebnis einer umfassenden (nach den Umständen des Einzelfalles vorzunehmenden) Interessenabwägung. Dies ist zu bejahen, wenn durch das Fluchtverhalten für ein nach öffentlich-rechtlichen Vorschriften zur Verfolgung berechtigtes und unter Umständen dazu verpflichtetes Organ eine gesteigerte, vermeidbare Gefahrenlage geschaffen worden ist, die über das allgemeine Lebensrisiko hinausgeht (vgl. OGH 18. Juni 2015, 1 Ob 97/15v). Unbeschadet der Maßgeblichkeit dieser Judikatur für die Auslegung des § 83c GehG 1956 hinsichtlich des Tatbestandselements eines Schadenersatzanspruches (vgl. E 21. November 1990, 89/08/0125; E 22. Juni 2005, 2002/12/0142), erweist sich die Verneinung eines Anspruchs des Beamten durch das VwG nicht als unvertretbar, da die Suche nach einer Lenkerin vorlag, die den Unfallort bereits vor dem Einschreiten des Beamten verlassen hatte, und somit nicht eine unmittelbare - dessen Interessen also mit weit höherer Wahrscheinlichkeit beeinträchtigende - Flucht vor einem verfolgenden Beamten. Es fehlt somit eine vergleichbare Konstellation mit jenen Fällen, in denen die Vorjudikatur eine Haftung bejaht hatte.Die in der Revision auszugsweise dargestellte Judikatur des OGH hat Fälle der unmittelbaren Flucht Verdächtiger vor ihren Verfolgern betroffen. Dabei wurde zusammenfassend festgehalten, ob der Flüchtende durch die Art seiner Flucht berechtigten Anlass zur Verfolgung gegeben und für seine Verfolger eine haftungsbegründende Gefahrenlage geschaffen hat, ist als Rechtswidrigkeitsurteil das Ergebnis einer umfassenden (nach den Umständen des Einzelfalles vorzunehmenden) Interessenabwägung. Dies ist zu bejahen, wenn durch das Fluchtverhalten für ein nach öffentlich-rechtlichen Vorschriften zur Verfolgung berechtigtes und unter Umständen dazu verpflichtetes Organ eine gesteigerte, vermeidbare Gefahrenlage geschaffen worden ist, die über das allgemeine Lebensrisiko hinausgeht vergleiche OGH 18. Juni 2015, 1 Ob 97/15v). Unbeschadet der Maßgeblichkeit dieser Judikatur für die Auslegung des Paragraph 83 c, GehG 1956 hinsichtlich des Tatbestandselements eines Schadenersatzanspruches vergleiche E 21. November 1990, 89/08/0125; E 22. Juni 2005, 2002/12/0142), erweist sich die Verneinung eines Anspruchs des Beamten durch das VwG nicht als unvertretbar, da die Suche nach einer Lenkerin vorlag, die den Unfallort bereits vor dem Einschreiten des Beamten verlassen hatte, und somit nicht eine unmittelbare - dessen Interessen also mit weit höherer Wahrscheinlichkeit beeinträchtigende - Flucht vor einem verfolgenden Beamten. Es fehlt somit eine vergleichbare Konstellation mit jenen Fällen, in denen die Vorjudikatur eine Haftung bejaht hatte.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2016120017.L01

Im RIS seit

08.07.2016

Zuletzt aktualisiert am

13.07.2016
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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