RS Vwgh 2016/9/9 Ra 2016/12/0089

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Veröffentlicht am 09.09.2016
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Index

L24009 Gemeindebedienstete Wien
001 Verwaltungsrecht allgemein
10/07 Verwaltungsgerichtshof
24/01 Strafgesetzbuch

Norm

DO Wr 1994 §74 Z2 idF 2013/049;
DO Wr 1994 §74 Z2 lita idF 2013/049;
DO Wr 1994 §74 Z2 litb idF 2013/049;
StGB §27 Abs1 idF 2001/I/130;
StGB §27 Abs1 Z1 idF 2001/I/130;
StGB §27 Abs1 Z2 idF 2001/I/130;
StGB §44 Abs2 idF 1996/762;
VwGG §35 Abs1;
VwRallg;
  1. StGB § 44 heute
  2. StGB § 44 gültig ab 01.03.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996
  3. StGB § 44 gültig von 01.03.1988 bis 28.02.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. VwGG § 35 heute
  2. VwGG § 35 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 35 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 35 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 35 gültig von 05.01.1985 bis 28.02.2013

Rechtssatz

Der Bundesgesetzgeber hat in § 27 Abs. 1 StGB an die dort angeführten Verurteilungen die bundesgesetzliche Rechtsfolge (strafrechtlicher Natur) des Amtsverlustes geknüpft, welche auch bei Landes- und Gemeindebediensteten (kraft Bundesrechtes) eintritt. Der Wiener Landesgesetzgeber hat in § 74 Z 2 Wr DO 1994 an die dort umschriebenen strafgerichtlichen Verurteilungen die landesgesetzliche Rechtsfolge (dienst- bzw. administrativrechtlicher Natur) der Auflösung des Dienstverhältnisses durch Entlassung geknüpft. Dass die materiellen Voraussetzungen des § 74 Z 2 lit. a (und b) Wr DO 1994 jenen des § 27 Abs. 1 Z 1 (und 2) StGB entsprechen (was in Ansehung früherer Fassungen dieser Gesetzesbestimmungen nicht der Fall war), ändert nichts daran, dass beide Bestimmungen - voneinander unabhängig - die Rechtsfolgen der Auflösung des Dienstverhältnisses durch Entlassung bzw. des Amtsverlustes vorsehen. § 27 Abs. 1 Z 1 StGB idF 2001/I/130 und § 74 Z 2 lit. a Wr DO 1994 idF 2013/049 unterscheiden sich lediglich dadurch, dass die erstgenannte Rechtsfolge aus dem Grunde des § 44 Abs. 2 StGB bedingt nachgesehen werden kann, die zweitgenannte Rechtsfolge - in Ermangelung einer landesgesetzlichen Ermächtigung (vgl. E 30. Mai 2001, 2001/12/0068) - hingegen nicht. Das bedeutet im Ergebnis, dass der Landesgesetzgeber als Dienstrechtsgesetzgeber eine strengere Regelung als der Bundesgesetzgeber als Strafrechtsgesetzgeber getroffen hat. Der VwGH hat gegen eine solche Regelung unter dem Blickwinkel des Revisionsfalles auch keine verfassungsrechtlichen Bedenken, sie ist kompetenzrechtlich grundsätzlich gedeckt und begegnet auch keinen Bedenken im Hinblick auf das in der Rechtsprechung des VfGH entwickelte Berücksichtigungsprinzip (vgl. E VfGH Slg. 10292/1982; E VfGH Slg. 19568/2011).Der Bundesgesetzgeber hat in Paragraph 27, Absatz eins, StGB an die dort angeführten Verurteilungen die bundesgesetzliche Rechtsfolge (strafrechtlicher Natur) des Amtsverlustes geknüpft, welche auch bei Landes- und Gemeindebediensteten (kraft Bundesrechtes) eintritt. Der Wiener Landesgesetzgeber hat in Paragraph 74, Ziffer 2, Wr DO 1994 an die dort umschriebenen strafgerichtlichen Verurteilungen die landesgesetzliche Rechtsfolge (dienst- bzw. administrativrechtlicher Natur) der Auflösung des Dienstverhältnisses durch Entlassung geknüpft. Dass die materiellen Voraussetzungen des Paragraph 74, Ziffer 2, Litera a, (und b) Wr DO 1994 jenen des Paragraph 27, Absatz eins, Ziffer eins, (und 2) StGB entsprechen (was in Ansehung früherer Fassungen dieser Gesetzesbestimmungen nicht der Fall war), ändert nichts daran, dass beide Bestimmungen - voneinander unabhängig - die Rechtsfolgen der Auflösung des Dienstverhältnisses durch Entlassung bzw. des Amtsverlustes vorsehen. Paragraph 27, Absatz eins, Ziffer eins, StGB in der Fassung 2001/I/130 und Paragraph 74, Ziffer 2, Litera a, Wr DO 1994 in der Fassung 2013/049 unterscheiden sich lediglich dadurch, dass die erstgenannte Rechtsfolge aus dem Grunde des Paragraph 44, Absatz 2, StGB bedingt nachgesehen werden kann, die zweitgenannte Rechtsfolge - in Ermangelung einer landesgesetzlichen Ermächtigung vergleiche E 30. Mai 2001, 2001/12/0068) - hingegen nicht. Das bedeutet im Ergebnis, dass der Landesgesetzgeber als Dienstrechtsgesetzgeber eine strengere Regelung als der Bundesgesetzgeber als Strafrechtsgesetzgeber getroffen hat. Der VwGH hat gegen eine solche Regelung unter dem Blickwinkel des Revisionsfalles auch keine verfassungsrechtlichen Bedenken, sie ist kompetenzrechtlich grundsätzlich gedeckt und begegnet auch keinen Bedenken im Hinblick auf das in der Rechtsprechung des VfGH entwickelte Berücksichtigungsprinzip vergleiche E VfGH Slg. 10292/1982; E VfGH Slg. 19568/2011).

Schlagworte

Anzuwendendes Recht Maßgebende Rechtslage VwRallg2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2016120089.L02

Im RIS seit

04.10.2016

Zuletzt aktualisiert am

30.11.2016
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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