RS Vwgh 2016/9/28 Ra 2016/16/0052

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 28.09.2016
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Index

E3R E02100000
E3R E02200000
E3R E02202000
E3R E02300000
E3R E02400000
E6J
32/04 Steuern vom Umsatz
35/02 Zollgesetz

Norm

31992R2913 ZK 1992 Art220;
31992R2913 ZK 1992 Art221;
31992R2913 ZK 1992 Art239;
31993R2454 ZKDV 1993 Art876a Abs1 idF 31997R0012;
62010CJ0078 Berel VORAB;
62010CJ0499 Vlaamse Oliemaatschappij VORAB;
62015CJ0081 Kapnoviomichania Karelia VORAB;
UStG 1994 §26 Abs1;
ZollRDG 1994 §2 Abs1;
ZollRDG 1994 §71a;
ZollRDG 1994 §83;
  1. UStG 1994 § 26 heute
  2. UStG 1994 § 26 gültig ab 01.01.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2023
  3. UStG 1994 § 26 gültig von 01.07.2020 bis 31.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2019
  4. UStG 1994 § 26 gültig von 01.05.2016 bis 30.06.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 163/2015
  5. UStG 1994 § 26 gültig von 16.06.2010 bis 30.04.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 34/2010
  6. UStG 1994 § 26 gültig von 31.12.2003 bis 15.06.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2003
  7. UStG 1994 § 26 gültig von 21.08.2003 bis 30.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  8. UStG 1994 § 26 gültig von 31.12.1996 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 756/1996
  9. UStG 1994 § 26 gültig von 01.01.1995 bis 30.12.1996

Rechtssatz

In Österreich ist durch die Verweise des § 2 Abs. 1 ZollR-DG und § 26 Abs. 1 UStG die buchmäßige Erfassung der objektiv entstandenen Einfuhrumsatzsteuerschuld (Art. 220 ZK) und die Mitteilung dieser Abgabenschuld (Art. 221 ZK) an einen Gesamtschuldner (§ 71a ZollR-DG) vorgesehen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit dieses Gesamtschuldners, seine Gutgläubigkeit und den Vertrauensschutz durch einen Antrag nach Art. 239 ZK und § 83 ZollR-DG auf Erlass der Einfuhrumsatzsteuerschuld oder auf Erstattung der allenfalls bereits entrichteten Einfuhrumsatzsteuer geltend zu machen. Einem solchen Antrag auf Erlass der Einfuhrumsatzsteuerschuld kommt im Ergebnis aufschiebende Wirkung zu (Art. 876a Abs. 1 der im Revisionsfall noch anzuwendenden Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 der Kommission vom 2. Juli 1993 mit Durchführungsvorschriften zu der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92 des Rates zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften, ABlEG Nr. L 253 vom 11. Oktober 1993, in der Fassung der Verordnung (EG) Nr. 12/97 der Kommission vom 18. Dezember 1996, ABlEG Nr. L 9 vom 13. Jänner 1997, - Zollkodex-Durchführungsverordnung (ZK-DVO)); er wirkt nur für den antragstellenden, nicht für alle Gesamtschuldner (vgl. das Urteil des EuGH vom 17. November 2011 in der Rs. C-78/10 (Marc Berel u. a.)). Damit kann sich dieser Gesamtschuldner der "Haftung" für die Einfuhrumsatzsteuer entziehen oder wirksam von der "Haftung" befreien. Somit liegt keine de facto unbedingte Haftung vor, welche im Sinne der Urteile des EuGH vom 21. November 2011 in der Rs. C-499/10, Vlaamse Oliemaatschappi NV, und vom 2. Juni 2016 in der Rs. C-81/15, Kapnoviomichania Karelia AE, unverhältnismäßig wäre.In Österreich ist durch die Verweise des Paragraph 2, Absatz eins, ZollR-DG und Paragraph 26, Absatz eins, UStG die buchmäßige Erfassung der objektiv entstandenen Einfuhrumsatzsteuerschuld (Artikel 220, ZK) und die Mitteilung dieser Abgabenschuld (Artikel 221, ZK) an einen Gesamtschuldner (Paragraph 71 a, ZollR-DG) vorgesehen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit dieses Gesamtschuldners, seine Gutgläubigkeit und den Vertrauensschutz durch einen Antrag nach Artikel 239, ZK und Paragraph 83, ZollR-DG auf Erlass der Einfuhrumsatzsteuerschuld oder auf Erstattung der allenfalls bereits entrichteten Einfuhrumsatzsteuer geltend zu machen. Einem solchen Antrag auf Erlass der Einfuhrumsatzsteuerschuld kommt im Ergebnis aufschiebende Wirkung zu (Artikel 876 a, Absatz eins, der im Revisionsfall noch anzuwendenden Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 der Kommission vom 2. Juli 1993 mit Durchführungsvorschriften zu der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92 des Rates zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften, ABlEG Nr. L 253 vom 11. Oktober 1993, in der Fassung der Verordnung (EG) Nr. 12/97 der Kommission vom 18. Dezember 1996, ABlEG Nr. L 9 vom 13. Jänner 1997, - Zollkodex-Durchführungsverordnung (ZK-DVO)); er wirkt nur für den antragstellenden, nicht für alle Gesamtschuldner vergleiche das Urteil des EuGH vom 17. November 2011 in der Rs. C-78/10 (Marc Berel u. a.)). Damit kann sich dieser Gesamtschuldner der "Haftung" für die Einfuhrumsatzsteuer entziehen oder wirksam von der "Haftung" befreien. Somit liegt keine de facto unbedingte Haftung vor, welche im Sinne der Urteile des EuGH vom 21. November 2011 in der Rs. C-499/10, Vlaamse Oliemaatschappi NV, und vom 2. Juni 2016 in der Rs. C-81/15, Kapnoviomichania Karelia AE, unverhältnismäßig wäre.

Gerichtsentscheidung

EuGH 62010CJ0078 Berel VORAB
EuGH 62010CJ0499 Vlaamse Oliemaatschappij VORAB
EuGH 62015CJ0081 Kapnoviomichania Karelia VORAB

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2016160052.L05

Im RIS seit

29.12.2016

Zuletzt aktualisiert am

03.01.2019
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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