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10/10 GrundrechteNorm
MRK Art10;Rechtssatz
Eingriffe in das Recht eines Künstlers auf freie Meinungsäußerung sind mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, wenn die Meinungsäußerung in Gestalt einer Satire erfolgt (EGMR vom 25. Jänner 2007, Fall Vereinigung Bildender Künstler, Nr 68.354/01, Tz 33; EGMR vom 21. Februar 2012, Fall Tu?alp, Nr 32.131/08 und 41.617/08, Tz 48; EGMR vom 17. Februar 2013, Fall Welsh und Silva Canha, Nr 16.812/11, Tz 29 f; EGMR vom 30. August 2016, Fall Medipress-Sociedade Jornalistica LDA gg Portugal, Nr 55.442/12, Tz 44 f). Die Satire ist eine Form des künstlerischen Ausdrucks und der gesellschaftlichen Kommentierung, die durch den ihr innewohnenden Charakter der Übertreibung und Verzerrung der Realität naturgemäß darauf abzielt, zu provozieren und aufzurühren (EGMR vom 25. Jänner 2007, Fall Vereinigung Bildender Künstler, Nr 68.354/01, Tz 33; EGMR vom 22. März 2016, Fall Sousa Goucha, Nr 70.434/12, Tz 50; EGMR vom 30. August 2016, Fall Medipress-Sociedade Jornalistica LDA gg Portugal, Nr 55.442/12, Tz 43 f, mwH). Insbesondere muss geprüft werden, ob ein Kunstwerk so zu verstehen ist, dass es Einzelheiten aus dem Privatleben des Betroffenen anspricht, oder ob es sich auf dessen öffentliche Stellung etwa als Politiker bezieht (EGMR vom 25. Jänner 2007, Fall Vereinigung Bildender Künstler, Tz 34). Erfolgt etwa im Fall einer in der Öffentlichkeit stehenden Person eine Behauptung auf eine ironische (übertreibende) Art, kann es - im Sinn einer Satire - dann nicht um die ernsthafte Unterstellung des Behaupteten gehen, sondern um die Verwendung einer ironischen Darstellung, um eine von dieser Person im politischen Bereich bzw in einer politischen Debatte eingenommene Position in Frage zu stellen (vgl jüngst EGMR vom 30. August 2016, Fall Medipress-Sociedade Jornalistica LDA gg Portugal, Nr 55.442/12, Tz 43 f, mwH, im Zusammenhang mit einem Politiker ("homme politique")).Eingriffe in das Recht eines Künstlers auf freie Meinungsäußerung sind mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, wenn die Meinungsäußerung in Gestalt einer Satire erfolgt (EGMR vom 25. Jänner 2007, Fall Vereinigung Bildender Künstler, Nr 68.354/01, Tz 33; EGMR vom 21. Februar 2012, Fall Tu?alp, Nr 32.131/08 und 41.617/08, Tz 48; EGMR vom 17. Februar 2013, Fall Welsh und Silva Canha, Nr 16.812/11, Tz 29 f; EGMR vom 30. August 2016, Fall Medipress-Sociedade Jornalistica LDA gg Portugal, Nr 55.442/12, Tz 44 f). Die Satire ist eine Form des künstlerischen Ausdrucks und der gesellschaftlichen Kommentierung, die durch den ihr innewohnenden Charakter der Übertreibung und Verzerrung der Realität naturgemäß darauf abzielt, zu provozieren und aufzurühren (EGMR vom 25. Jänner 2007, Fall Vereinigung Bildender Künstler, Nr 68.354/01, Tz 33; EGMR vom 22. März 2016, Fall Sousa Goucha, Nr 70.434/12, Tz 50; EGMR vom 30. August 2016, Fall Medipress-Sociedade Jornalistica LDA gg Portugal, Nr 55.442/12, Tz 43 f, mwH). Insbesondere muss geprüft werden, ob ein Kunstwerk so zu verstehen ist, dass es Einzelheiten aus dem Privatleben des Betroffenen anspricht, oder ob es sich auf dessen öffentliche Stellung etwa als Politiker bezieht (EGMR vom 25. Jänner 2007, Fall Vereinigung Bildender Künstler, Tz 34). Erfolgt etwa im Fall einer in der Öffentlichkeit stehenden Person eine Behauptung auf eine ironische (übertreibende) Art, kann es - im Sinn einer Satire - dann nicht um die ernsthafte Unterstellung des Behaupteten gehen, sondern um die Verwendung einer ironischen Darstellung, um eine von dieser Person im politischen Bereich bzw in einer politischen Debatte eingenommene Position in Frage zu stellen vergleiche jüngst EGMR vom 30. August 2016, Fall Medipress-Sociedade Jornalistica LDA gg Portugal, Nr 55.442/12, Tz 43 f, mwH, im Zusammenhang mit einem Politiker ("homme politique")).
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:VWGH:2016:RA2016030066.L15Im RIS seit
25.11.2016Zuletzt aktualisiert am
29.12.2016