RS Vwgh 2017/6/20 Ra 2016/01/0153

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 20.06.2017
beobachten
merken

Index

E000 EU- Recht allgemein
E1P
E3R E19103000
E3R E19104000
E6J
19/05 Menschenrechte
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

AsylG 2005 §5 Abs3
EURallg
MRK Art3
12010P/TXT Grundrechte Charta Art4
32003R0343 Dublin-II
32013R0604 Dublin-III Art3 Abs2
62010CJ0411 N. S. VORAB
62015CJ0063 Ghezelbash VORAB
62016CJ0578 C. K. VORAB

Rechtssatz

Der EuGH betont in seinem Urteil vom 16. Februar 2017, C-578/16 PPU, C.K., dass sich die Dublin III-VO hinsichtlich der den Asylbewerbern gewährten Rechte in wesentlichen Punkten von der Dublin II-VO unterscheidet (Rn. 62, mit Verweis auf das Urteil des EuGH vom 7. Juni 2016, Ghezelbash, C-63/15, EU:C:2016:409, Rn. 34). Der EuGH hält fest, dass der Unionsgesetzgeber zum einen in Art. 3 Abs. 2 der Dublin III-VO die auf das Urteil vom 21. Dezember 2011, N. S., C-411/10 und C-493/10, zurückgehende Rechtsprechung kodifiziert und zum anderen in den Erwägungsgründen dieser VO hervorgehoben hat, dass die Mitgliedstaaten bei ihrer Anwendung an die Rechtsprechung des EGMR und an Art. 4 GRC gebunden sind. Daraus folgt die Verpflichtung, einen besonders ernsten Gesundheitszustand eines Asylwerbers nach den Vorgaben der Rechtsprechung des EGMR zu Art. 3 MRK, insbesondere dem Urteil des EGMR vom 13. Dezember 2016, Beschwerde Nr. 41738/10, Paposhvili gegen Belgien, zu berücksichtigen.Der EuGH betont in seinem Urteil vom 16. Februar 2017, C-578/16 PPU, C.K., dass sich die Dublin III-VO hinsichtlich der den Asylbewerbern gewährten Rechte in wesentlichen Punkten von der Dublin II-VO unterscheidet (Rn. 62, mit Verweis auf das Urteil des EuGH vom 7. Juni 2016, Ghezelbash, C-63/15, EU:C:2016:409, Rn. 34). Der EuGH hält fest, dass der Unionsgesetzgeber zum einen in Artikel 3, Absatz 2, der Dublin III-VO die auf das Urteil vom 21. Dezember 2011, N. S., C-411/10 und C-493/10, zurückgehende Rechtsprechung kodifiziert und zum anderen in den Erwägungsgründen dieser VO hervorgehoben hat, dass die Mitgliedstaaten bei ihrer Anwendung an die Rechtsprechung des EGMR und an Artikel 4, GRC gebunden sind. Daraus folgt die Verpflichtung, einen besonders ernsten Gesundheitszustand eines Asylwerbers nach den Vorgaben der Rechtsprechung des EGMR zu Artikel 3, MRK, insbesondere dem Urteil des EGMR vom 13. Dezember 2016, Beschwerde Nr. 41738/10, Paposhvili gegen Belgien, zu berücksichtigen.

Gerichtsentscheidung

EuGH 62010CJ0411 N. S. VORAB
EuGH 62015CJ0063 Ghezelbash VORAB
EuGH 62016CJ0578 C. K. VORAB

Schlagworte

Gemeinschaftsrecht Verordnung EURallg5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2016010153.L06

Im RIS seit

10.08.2017

Zuletzt aktualisiert am

19.07.2023
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten