RS Vwgh 2017/6/23 Ra 2017/08/0019

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Veröffentlicht am 23.06.2017
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Index

E3R E05204020
E6J
66/01 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz

Norm

32004R0883 Koordinierung Soziale Sicherheit Art17;
32004R0883 Koordinierung Soziale Sicherheit Art32;
61993CJ0451 Delavant / Allgemeine Ortskrankenkasse Saarland VORAB;
ASVG §123;
  1. ASVG § 123 heute
  2. ASVG § 123 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2025
  3. ASVG § 123 gültig von 01.01.2020 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2018
  4. ASVG § 123 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 162/2015
  5. ASVG § 123 gültig von 01.08.2013 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 139/2013
  6. ASVG § 123 gültig von 01.02.2013 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 86/2013
  7. ASVG § 123 gültig von 01.01.2013 bis 31.01.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2012
  8. ASVG § 123 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 135/2009
  9. ASVG § 123 gültig von 01.08.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2009
  10. ASVG § 123 gültig von 01.07.2007 bis 31.07.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 31/2007
  11. ASVG § 123 gültig von 01.08.2006 bis 30.06.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 131/2006
  12. ASVG § 123 gültig von 01.08.2006 bis 31.07.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2005
  13. ASVG § 123 gültig von 01.09.2002 bis 31.07.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/2002
  14. ASVG § 123 gültig von 01.01.2002 bis 31.08.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 1/2002
  15. ASVG § 123 gültig von 01.08.2001 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2001
  16. ASVG § 123 gültig von 18.04.2001 bis 31.07.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2001
  17. ASVG § 123 gültig von 25.08.2000 bis 17.04.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2000
  18. ASVG § 123 gültig von 01.01.1998 bis 24.08.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/1998
  19. ASVG § 123 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 139/1997
  20. ASVG § 123 gültig von 01.08.1996 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 411/1996

Rechtssatz

Art. 17 der VO (EG) Nr. 883/2004 bestimmt, dass ein Versicherter oder seine Familienangehörigen, die in einem anderen als dem zuständigen Mitgliedstaat wohnen, in dem Wohnmitgliedstaat Sachleistungen erhalten, die vom Träger des Wohnorts nach den für ihn geltenden Rechtsvorschriften für Rechnung des zuständigen Trägers erbracht werden, als ob sie nach diesen Rechtsvorschriften versichert wären. Die konkrete Leistung richtet sich demnach also nach den Rechtsvorschriften des Wohnstaates; hinsichtlich der Frage, ob - im Fall von Familienangehörigen - überhaupt eine Anspruchsberechtigung besteht, gilt hingegen das Recht des zuständigen Staates, d.h. in der Regel des Beschäftigungsstaates (vgl. das - noch zur VO Nr. 1408/71 ergangene - Urteil des EuGH vom 8. Juni 1995, C-451/93 - Delavant; zu dessen Übertragbarkeit auf die Rechtslage nach der VO (EG) Nr. 883/2004 Zaglmayer in Spiegel, Art. 17 VO Nr. 883/2004, Rz 7, und Bieback in Fuchs, Europäisches Sozialrecht, Art. 17, Rn 10). Diese grundsätzliche Anspruchsberechtigung war daher nach Maßgabe des § 123 ASVG zu beurteilen. Schon bei dieser Beurteilung ist auch Art. 32 der VO (EG) Nr. 883/2004 zu beachten, wonach ein eigenständiger Sachleistungsanspruch auf Grund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats oder unmittelbar auf Grund der VO (EG) Nr. 883/2004 Vorrang vor einem abgeleiteten Anspruch auf Leistungen für Familienangehörige hat. Im vorliegenden Fall ging nach dieser Bestimmung der Anspruch des Sohnes der bis vor ihrer Entbindung in Österreich Beschäftigten auf Grund seiner in der Schweiz bestehenden eigenen Krankenversicherung dem (allenfalls) von der Mutter abgeleiteten Anspruch auf Sachleistungen (die ihm gemäß Art. 17 der VO (EG) Nr. 883/2004 ebenfalls nach Maßgabe der Schweizer Rechtsvorschriften, aber auf Rechnung des österreichischen Trägers zu gewähren wären) vor. Eine Anspruchsberechtigung gemäß § 123 ASVG war daher auf Grund des unmittelbar anwendbaren Art. 32 der VO (EG) Nr. 883/2004 und folglich auch innerstaatlich zu verneinen. (Hier: Die Mutter bezog bis zum 6. Februar 2016 Kinderbetreuungsgeld; sie, der Sohn und der Ehegatte, der Vater des Kindes, sind in der Schweiz wohnhaft, Vater und Sohn sind dort krankenversichert, die Mutter erst nach dem Ausscheiden aus der österreichischen Sozialversicherung, dieses erfolgte mit 8. Mai 2016.)Artikel 17, der VO (EG) Nr. 883/2004 bestimmt, dass ein Versicherter oder seine Familienangehörigen, die in einem anderen als dem zuständigen Mitgliedstaat wohnen, in dem Wohnmitgliedstaat Sachleistungen erhalten, die vom Träger des Wohnorts nach den für ihn geltenden Rechtsvorschriften für Rechnung des zuständigen Trägers erbracht werden, als ob sie nach diesen Rechtsvorschriften versichert wären. Die konkrete Leistung richtet sich demnach also nach den Rechtsvorschriften des Wohnstaates; hinsichtlich der Frage, ob - im Fall von Familienangehörigen - überhaupt eine Anspruchsberechtigung besteht, gilt hingegen das Recht des zuständigen Staates, d.h. in der Regel des Beschäftigungsstaates vergleiche das - noch zur VO Nr. 1408/71 ergangene - Urteil des EuGH vom 8. Juni 1995, C-451/93 - Delavant; zu dessen Übertragbarkeit auf die Rechtslage nach der VO (EG) Nr. 883/2004 Zaglmayer in Spiegel, Artikel 17, VO Nr. 883/2004, Rz 7, und Bieback in Fuchs, Europäisches Sozialrecht, Artikel 17,, Rn 10). Diese grundsätzliche Anspruchsberechtigung war daher nach Maßgabe des Paragraph 123, ASVG zu beurteilen. Schon bei dieser Beurteilung ist auch Artikel 32, der VO (EG) Nr. 883/2004 zu beachten, wonach ein eigenständiger Sachleistungsanspruch auf Grund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats oder unmittelbar auf Grund der VO (EG) Nr. 883/2004 Vorrang vor einem abgeleiteten Anspruch auf Leistungen für Familienangehörige hat. Im vorliegenden Fall ging nach dieser Bestimmung der Anspruch des Sohnes der bis vor ihrer Entbindung in Österreich Beschäftigten auf Grund seiner in der Schweiz bestehenden eigenen Krankenversicherung dem (allenfalls) von der Mutter abgeleiteten Anspruch auf Sachleistungen (die ihm gemäß Artikel 17, der VO (EG) Nr. 883/2004 ebenfalls nach Maßgabe der Schweizer Rechtsvorschriften, aber auf Rechnung des österreichischen Trägers zu gewähren wären) vor. Eine Anspruchsberechtigung gemäß Paragraph 123, ASVG war daher auf Grund des unmittelbar anwendbaren Artikel 32, der VO (EG) Nr. 883/2004 und folglich auch innerstaatlich zu verneinen. (Hier: Die Mutter bezog bis zum 6. Februar 2016 Kinderbetreuungsgeld; sie, der Sohn und der Ehegatte, der Vater des Kindes, sind in der Schweiz wohnhaft, Vater und Sohn sind dort krankenversichert, die Mutter erst nach dem Ausscheiden aus der österreichischen Sozialversicherung, dieses erfolgte mit 8. Mai 2016.)

Gerichtsentscheidung

EuGH 61993CJ0451 Delavant / Allgemeine Ortskrankenkasse Saarland
VORAB

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2017080019.L02

Im RIS seit

03.08.2017

Zuletzt aktualisiert am

25.08.2017
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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