RS Vwgh 2022/10/25 Ro 2021/08/0015

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Veröffentlicht am 25.10.2022
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Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
32/02 Steuern vom Einkommen und Ertrag
62 Arbeitsmarktverwaltung
66/02 Andere Sozialversicherungsgesetze

Norm

AlVG 1977 §36 Abs3
B-VG Art7 Abs1
EStG 1988 §25 Abs1 Z3 lita
EStG 1988 §29
EStG 1988 §29 Z1
VwRallg
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. EStG 1988 § 25 heute
  2. EStG 1988 § 25 gültig ab 30.10.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/2019
  3. EStG 1988 § 25 gültig von 01.01.2018 bis 29.10.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2017
  4. EStG 1988 § 25 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 34/2015
  5. EStG 1988 § 25 gültig von 18.06.2009 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  6. EStG 1988 § 25 gültig von 01.07.2008 bis 17.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 82/2008
  7. EStG 1988 § 25 gültig von 01.01.2008 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2007
  8. EStG 1988 § 25 gültig von 01.01.2008 bis 28.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 102/2007
  9. EStG 1988 § 25 gültig von 29.12.2007 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2007
  10. EStG 1988 § 25 gültig von 29.12.2007 bis 28.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 102/2007
  11. EStG 1988 § 25 gültig von 24.05.2007 bis 28.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2007
  12. EStG 1988 § 25 gültig von 01.01.2007 bis 23.05.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 109/2006
  13. EStG 1988 § 25 gültig von 10.06.2005 bis 31.12.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 34/2005
  14. EStG 1988 § 25 gültig von 16.02.2005 bis 09.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/2005
  15. EStG 1988 § 25 gültig von 21.08.2003 bis 15.02.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  16. EStG 1988 § 25 gültig von 05.10.2002 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 155/2002
  17. EStG 1988 § 25 gültig von 11.07.2002 bis 04.10.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2002
  18. EStG 1988 § 25 gültig von 25.05.2002 bis 10.07.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2002
  19. EStG 1988 § 25 gültig von 30.12.2000 bis 24.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 142/2000
  20. EStG 1988 § 25 gültig von 15.07.1999 bis 29.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/1999
  21. EStG 1988 § 25 gültig von 13.01.1999 bis 14.07.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 28/1999
  22. EStG 1988 § 25 gültig von 31.12.1996 bis 12.01.1999 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 755/1996
  23. EStG 1988 § 25 gültig von 01.05.1996 bis 30.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  24. EStG 1988 § 25 gültig von 30.12.1989 bis 30.04.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 660/1989
  25. EStG 1988 § 25 gültig von 30.07.1988 bis 29.12.1989
  1. EStG 1988 § 29 heute
  2. EStG 1988 § 29 gültig ab 24.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 97/2025
  3. EStG 1988 § 29 gültig von 01.04.2012 bis 23.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2012
  4. EStG 1988 § 29 gültig von 31.12.2010 bis 31.03.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  5. EStG 1988 § 29 gültig von 18.06.2009 bis 30.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  6. EStG 1988 § 29 gültig von 01.01.2004 bis 17.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  7. EStG 1988 § 29 gültig von 01.01.2004 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 165/2002
  8. EStG 1988 § 29 gültig von 21.08.2003 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  9. EStG 1988 § 29 gültig von 05.10.2002 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 155/2002
  10. EStG 1988 § 29 gültig von 11.07.2002 bis 04.10.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2002
  11. EStG 1988 § 29 gültig von 27.06.2001 bis 10.07.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2001
  12. EStG 1988 § 29 gültig von 30.12.2000 bis 26.06.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 142/2000
  13. EStG 1988 § 29 gültig von 15.07.1999 bis 29.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/1999
  14. EStG 1988 § 29 gültig von 30.07.1988 bis 14.07.1999
  1. EStG 1988 § 29 heute
  2. EStG 1988 § 29 gültig ab 24.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 97/2025
  3. EStG 1988 § 29 gültig von 01.04.2012 bis 23.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2012
  4. EStG 1988 § 29 gültig von 31.12.2010 bis 31.03.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  5. EStG 1988 § 29 gültig von 18.06.2009 bis 30.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  6. EStG 1988 § 29 gültig von 01.01.2004 bis 17.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  7. EStG 1988 § 29 gültig von 01.01.2004 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 165/2002
  8. EStG 1988 § 29 gültig von 21.08.2003 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  9. EStG 1988 § 29 gültig von 05.10.2002 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 155/2002
  10. EStG 1988 § 29 gültig von 11.07.2002 bis 04.10.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2002
  11. EStG 1988 § 29 gültig von 27.06.2001 bis 10.07.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2001
  12. EStG 1988 § 29 gültig von 30.12.2000 bis 26.06.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 142/2000
  13. EStG 1988 § 29 gültig von 15.07.1999 bis 29.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/1999
  14. EStG 1988 § 29 gültig von 30.07.1988 bis 14.07.1999

Rechtssatz

Der Begriff der Unterhaltsbezüge wird in § 36 Abs. 3 AlVG 1977 durch Verweis auf § 29 Z 1 zweiter Teilstrich EStG 1988 konkretisiert. Hinterbliebenenpensionen fallen nicht unter diese Bezüge bzw. unter die in § 29 EStG 1988 geregelten "sonstigen Einkünfte", sondern sind - ebenso wie Eigenpensionen - Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (§ 25 Abs. 1 Z 3 lit. a EStG 1988). Eine "Klarstellung" im AlVG 1977 wie für Unterhaltsbezüge hat der Gesetzgeber für Hinterbliebenenpensionen nicht als erforderlich angesehen. Vor dem dargestellten einkommensteuerrechtlichen Hintergrund ist vielmehr davon auszugehen, dass Hinterbliebenenpensionen als "Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit" im Sinn des § 36 Abs. 3 zweiter Satz AlVG 1977 verstanden werden sollen, sodass die Freigrenze nach der genannten Bestimmung zur Anwendung kommt. Wollte man Hinterbliebenenpensionen nicht unter diesen Tatbestand subsumieren, sondern unabhängig vom Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze stets (zur Gänze) auf die Notstandshilfe anrechnen, käme es zu einer Schlechterstellung gegenüber der früheren Rechtslage; dafür, dass das vom Gesetzgeber gewollt war, ist aber - gerade im Licht der grundsätzlichen Intention der Novelle, Frauen als typischerweise von den Anrechnungsbestimmungen Betroffene besserzustellen (vgl. die Begründung des Initiativantrags 1366/A 25. GP, 2) - kein Anhaltspunkt ersichtlich. Umgekehrt ist es aber nicht geboten, die nach dem Gesetzeswortlaut nur für Unterhaltsbezüge im Sinn des § 29 Z 1 zweiter Teilstrich EStG 1988 geltende, gegenüber der früheren Rechtslage günstigere Anrechnungsregel des § 36 Abs. 3 letzter Satz AlVG 1977 auch auf Hinterbliebenenpensionen anzuwenden. Auch wenn diese an die Stelle bisheriger Unterhaltsleistungen durch den Verstorbenen treten, handelt es sich um Zahlungen grundlegend anderer Art. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass der Anspruch darauf im öffentlichen Recht begründet ist, gegenüber dem Pensionsversicherungsträger mit Ausfallhaftung des Bundes besteht und von Einkommensschwankungen eines Unterhaltsverpflichteten unabhängig ist. Das dürfte u.a. auch die unterschiedliche einkommensteuerrechtliche Behandlung der daraus resultierenden Einkünfte gegenüber den (grundsätzlich steuerfreien) Bezügen von einem Unterhaltsverpflichteten rechtfertigen. Auch das Argument, dass mit dem Freibetrag für Unterhaltszahlungen ein Anreiz geschaffen werden soll, Unterhaltsansprüche gegenüber den jeweiligen Verpflichteten zu verfolgen, während ein solcher Anreiz für die Geltendmachung von Ansprüchen gegenüber dem Pensionsversicherungsträger nicht erforderlich erscheint, kann als sachlicher Grund für die differenzierende Regelung in § 36 Abs. 3 AlVG 1977 angesehen werden. Vor diesem Hintergrund erscheint weder eine verfassungskonforme Interpretation erforderlich noch die Annahme einer durch Analogie zu schließenden planwidrigen Gesetzeslücke indiziert.Der Begriff der Unterhaltsbezüge wird in Paragraph 36, Absatz 3, AlVG 1977 durch Verweis auf Paragraph 29, Ziffer eins, zweiter Teilstrich EStG 1988 konkretisiert. Hinterbliebenenpensionen fallen nicht unter diese Bezüge bzw. unter die in Paragraph 29, EStG 1988 geregelten "sonstigen Einkünfte", sondern sind - ebenso wie Eigenpensionen - Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (Paragraph 25, Absatz eins, Ziffer 3, Litera a, EStG 1988). Eine "Klarstellung" im AlVG 1977 wie für Unterhaltsbezüge hat der Gesetzgeber für Hinterbliebenenpensionen nicht als erforderlich angesehen. Vor dem dargestellten einkommensteuerrechtlichen Hintergrund ist vielmehr davon auszugehen, dass Hinterbliebenenpensionen als "Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit" im Sinn des Paragraph 36, Absatz 3, zweiter Satz AlVG 1977 verstanden werden sollen, sodass die Freigrenze nach der genannten Bestimmung zur Anwendung kommt. Wollte man Hinterbliebenenpensionen nicht unter diesen Tatbestand subsumieren, sondern unabhängig vom Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze stets (zur Gänze) auf die Notstandshilfe anrechnen, käme es zu einer Schlechterstellung gegenüber der früheren Rechtslage; dafür, dass das vom Gesetzgeber gewollt war, ist aber - gerade im Licht der grundsätzlichen Intention der Novelle, Frauen als typischerweise von den Anrechnungsbestimmungen Betroffene besserzustellen vergleiche die Begründung des Initiativantrags 1366/A 25. GP, 2) - kein Anhaltspunkt ersichtlich. Umgekehrt ist es aber nicht geboten, die nach dem Gesetzeswortlaut nur für Unterhaltsbezüge im Sinn des Paragraph 29, Ziffer eins, zweiter Teilstrich EStG 1988 geltende, gegenüber der früheren Rechtslage günstigere Anrechnungsregel des Paragraph 36, Absatz 3, letzter Satz AlVG 1977 auch auf Hinterbliebenenpensionen anzuwenden. Auch wenn diese an die Stelle bisheriger Unterhaltsleistungen durch den Verstorbenen treten, handelt es sich um Zahlungen grundlegend anderer "Art". Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass der Anspruch darauf im öffentlichen Recht begründet ist, gegenüber dem Pensionsversicherungsträger mit Ausfallhaftung des Bundes besteht und von Einkommensschwankungen eines Unterhaltsverpflichteten unabhängig ist. Das dürfte u.a. auch die unterschiedliche einkommensteuerrechtliche Behandlung der daraus resultierenden Einkünfte gegenüber den (grundsätzlich steuerfreien) Bezügen von einem Unterhaltsverpflichteten rechtfertigen. Auch das Argument, dass mit dem Freibetrag für Unterhaltszahlungen ein Anreiz geschaffen werden soll, Unterhaltsansprüche gegenüber den jeweiligen Verpflichteten zu verfolgen, während ein solcher Anreiz für die Geltendmachung von Ansprüchen gegenüber dem Pensionsversicherungsträger nicht erforderlich erscheint, kann als sachlicher Grund für die differenzierende Regelung in Paragraph 36, Absatz 3, AlVG 1977 angesehen werden. Vor diesem Hintergrund erscheint weder eine verfassungskonforme Interpretation erforderlich noch die Annahme einer durch Analogie zu schließenden planwidrigen Gesetzeslücke indiziert.

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Analogie Schließung von Gesetzeslücken VwRallg3/2/3 Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Verhältnis der wörtlichen Auslegung zur teleologischen und historischen Auslegung Bedeutung der Gesetzesmaterialien VwRallg3/2/2 Auslegung Gesetzeskonforme Auslegung von Verordnungen Verfassungskonforme Auslegung von Gesetzen VwRallg3/3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2022:RO2021080015.J03

Im RIS seit

21.11.2022

Zuletzt aktualisiert am

28.11.2022
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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