RS Vwgh 2022/12/15 Ra 2022/07/0064

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 15.12.2022
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Index

E000 EU- Recht allgemein
E1P
E3D E11306000
E3D E15104000
E3D E15202000
E3L E15102020
E6J
001 Verwaltungsrecht allgemein
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren
89/07 Umweltschutz

Norm

AVG §8
B-VG Art133 Abs4
EURallg
VwGG §34 Abs1
VwGVG 2014 §17
VwRallg
12010P/TXT Grundrechte Charta Art47
32000L0060 Wasserrahmen-RL Art1 Abs1 litd
32000L0060 Wasserrahmen-RL Art1 Abs2
32000L0060 Wasserrahmen-RL Art2 Z33
32000L0060 Wasserrahmen-RL Art4 Abs1
32005D0370 AarhusKonvention Art9 Abs3
62018CJ0535 Land Nordrhein-Westfalen VORAB
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Beachte


Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden):
Ra 2022/07/0065 B 15.12.2022

Rechtssatz

Der EuGH hatte in seinem Urteil vom 28.5.2020, IL u.a., C-535/18, zu klären, ob gegen die Genehmigung eines Straßenbauprojekts und damit in Zusammenhang stehenden Entwässerungsmaßnahmen klagende Personen, die im Projektgebiet über einen Hausbrunnen zur privaten Trinkwasserversorgung verfügten, befugt seien, vor den zuständigen nationalen Gerichten die Verletzung der Pflichten zur Verhinderung der Verschlechterung von Wasserkörpern und zur Verbesserung ihres Zustands iSd. Art. 4 Abs. 1 Wasserrahmen-RL geltend zu machen. Der EuGH hielt fest, aus Art. 1 Abs. 1 lit d und Abs. 2 zweiter Gedankenstrich iVm. Art. 2 Nr 33 Wasserrahmen-RL folgt, dass die Reduzierung und die Verhinderung (dort: der Verschmutzung des Grundwassers) nicht zuletzt dazu dienen, die legitime Nutzung des Grundwassers zu ermöglichen. Wer zur Grundwasserentnahme und -nutzung berechtigt ist, nutzt das Grundwasser legitim in diesem Sinne. Folglich ist er von der Verletzung der Pflichten zur Verbesserung und zur Verhinderung der Verschlechterung des Zustands der Grundwasserkörper, die seine Quelle speisen, unmittelbar betroffen, da diese Verletzung seine Nutzung beeinträchtigen kann. Folglich sind die Kläger des Ausgangsverfahrens, soweit sie das fragliche Grundwasser rechtmäßig nutzen, von der Verletzung dieser Pflichten unmittelbar betroffen (vgl. EuGH 28.5.2020, IL, C-535/18). Relevant für eine aus Art. 9 Abs. 3 Aarhus-Übereinkommen iVm. Art. 47 GRC abgeleitete Parteistellung ist daher, ob die Liegenschaftseigentümer von einer (allfälligen) Verletzung des Art. 4 Abs. 1 Wasserrahmen-RL durch das Vorhaben im Sinn des Urteils des EuGH auf Grundlage einer legitimen Nutzung „unmittelbar betroffen“ sind. Die räumliche Nähe von Grundstücken zum Vorhaben spielt vor dem Hintergrund der Ausführungen des EuGH jedenfalls für sich allein keine Rolle.Der EuGH hatte in seinem Urteil vom 28.5.2020, IL u.a., C-535/18, zu klären, ob gegen die Genehmigung eines Straßenbauprojekts und damit in Zusammenhang stehenden Entwässerungsmaßnahmen klagende Personen, die im Projektgebiet über einen Hausbrunnen zur privaten Trinkwasserversorgung verfügten, befugt seien, vor den zuständigen nationalen Gerichten die Verletzung der Pflichten zur Verhinderung der Verschlechterung von Wasserkörpern und zur Verbesserung ihres Zustands iSd. Artikel 4, Absatz eins, Wasserrahmen-RL geltend zu machen. Der EuGH hielt fest, aus Artikel eins, Absatz eins, Litera d und Absatz 2, zweiter Gedankenstrich in Verbindung mit Artikel 2, Nr 33 Wasserrahmen-RL folgt, dass die Reduzierung und die Verhinderung (dort: der Verschmutzung des Grundwassers) nicht zuletzt dazu dienen, die legitime Nutzung des Grundwassers zu ermöglichen. Wer zur Grundwasserentnahme und -nutzung berechtigt ist, nutzt das Grundwasser legitim in diesem Sinne. Folglich ist er von der Verletzung der Pflichten zur Verbesserung und zur Verhinderung der Verschlechterung des Zustands der Grundwasserkörper, die seine Quelle speisen, unmittelbar betroffen, da diese Verletzung seine Nutzung beeinträchtigen kann. Folglich sind die Kläger des Ausgangsverfahrens, soweit sie das fragliche Grundwasser rechtmäßig nutzen, von der Verletzung dieser Pflichten unmittelbar betroffen vergleiche EuGH 28.5.2020, IL, C-535/18). Relevant für eine aus Artikel 9, Absatz 3, Aarhus-Übereinkommen in Verbindung mit Artikel 47, GRC abgeleitete Parteistellung ist daher, ob die Liegenschaftseigentümer von einer (allfälligen) Verletzung des Artikel 4, Absatz eins, Wasserrahmen-RL durch das Vorhaben im Sinn des Urteils des EuGH auf Grundlage einer legitimen Nutzung „unmittelbar betroffen“ sind. Die räumliche Nähe von Grundstücken zum Vorhaben spielt vor dem Hintergrund der Ausführungen des EuGH jedenfalls für sich allein keine Rolle.

Schlagworte

Gemeinschaftsrecht Richtlinie richtlinienkonforme Auslegung des innerstaatlichen Rechts EURallg4/3 Individuelle Normen und Parteienrechte Rechtsanspruch Antragsrecht Anfechtungsrecht VwRallg9/2 Parteibegriff Parteistellung strittige Rechtsnachfolger Zustellung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2022:RA2022070064.L02

Im RIS seit

23.01.2023

Zuletzt aktualisiert am

14.03.2023
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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