RS Vwgh 2023/6/22 Ra 2019/22/0170

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 22.06.2023
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Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
40/01 Verwaltungsverfahren
41/02 Asylrecht
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

AsylG 2005 §10
AsylG 2005 §12 Abs1
AsylG 2005 §13 Abs1
AVG §56
FrPolG 2005 §52 Abs2
NAG 2005 §1 Abs2 Z1
VwGVG 2014 §17
VwRallg
  1. AsylG 2005 § 10 heute
  2. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.11.2017 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  3. AsylG 2005 § 10 gültig ab 01.11.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  4. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  5. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  6. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.07.2011 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 38/2011
  7. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.01.2010 bis 30.06.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  8. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.04.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2009
  9. AsylG 2005 § 10 gültig von 09.11.2007 bis 31.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 75/2007
  10. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.01.2006 bis 08.11.2007
  1. AsylG 2005 § 12 heute
  2. AsylG 2005 § 12 gültig ab 20.07.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 70/2015
  3. AsylG 2005 § 12 gültig von 01.01.2014 bis 19.07.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  4. AsylG 2005 § 12 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  5. AsylG 2005 § 12 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  6. AsylG 2005 § 12 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2009

Rechtssatz

Aus den Bestimmungen des § 12 Abs. 1 und des § 13 Abs. 1 AsylG 2005 sowie des § 52 Abs. 2 FrPolG 2005 samt den Gesetzesmaterialien (zur Vorgängerbestimmung des § 10 AsylG 2005 (vgl. ErläutRV 952 BlgNR 22. GP 39)) ergibt sich, dass im Fall der Stellung eines Antrags auf internationalen Schutz ein aufgrund des NAG 2005 oder eines anderen Bundesgesetzes bereits bestehendes Aufenthaltsrecht unberührt bleibt. Dies hat zur Folge, dass auch die Bestimmung des § 1 Abs. 2 Z 1 NAG 2005 einschränkend dahingehend auszulegen ist, dass ein Fremder trotz Stellung eines Antrags auf internationalen Schutz bei aufrechtem Bestehen eines Aufenthaltsrechts nach dem NAG 2005 weiterhin dem Anwendungsbereich dieses Bundesgesetzes unterliegt. Eine Zurückweisung gemäß § 1 Abs. 2 Z 1 NAG aufgrund der Stellung eines Antrags auf internationalen Schutz kommt somit nur dann in Betracht, wenn - im maßgeblichen Zeitpunkt der Entscheidung des VwG - ein Aufenthaltsrecht aufgrund des NAG 2005 nicht besteht (was insbesondere bei Vorliegen bloß eines Erstantrags auf Erteilung eines Aufenthaltstitels nach dem NAG 2005 der Fall ist).Aus den Bestimmungen des Paragraph 12, Absatz eins und des Paragraph 13, Absatz eins, AsylG 2005 sowie des Paragraph 52, Absatz 2, FrPolG 2005 samt den Gesetzesmaterialien (zur Vorgängerbestimmung des Paragraph 10, AsylG 2005 vergleiche ErläutRV 952 BlgNR 22. Gesetzgebungsperiode 39)) ergibt sich, dass im Fall der Stellung eines Antrags auf internationalen Schutz ein aufgrund des NAG 2005 oder eines anderen Bundesgesetzes bereits bestehendes Aufenthaltsrecht unberührt bleibt. Dies hat zur Folge, dass auch die Bestimmung des Paragraph eins, Absatz 2, Ziffer eins, NAG 2005 einschränkend dahingehend auszulegen ist, dass ein Fremder trotz Stellung eines Antrags auf internationalen Schutz bei aufrechtem Bestehen eines Aufenthaltsrechts nach dem NAG 2005 weiterhin dem Anwendungsbereich dieses Bundesgesetzes unterliegt. Eine Zurückweisung gemäß Paragraph eins, Absatz 2, Ziffer eins, NAG aufgrund der Stellung eines Antrags auf internationalen Schutz kommt somit nur dann in Betracht, wenn - im maßgeblichen Zeitpunkt der Entscheidung des VwG - ein Aufenthaltsrecht aufgrund des NAG 2005 nicht besteht (was insbesondere bei Vorliegen bloß eines Erstantrags auf Erteilung eines Aufenthaltstitels nach dem NAG 2005 der Fall ist).

Schlagworte

Anzuwendendes Recht Maßgebende Rechtslage VwRallg2 Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Verhältnis der wörtlichen Auslegung zur teleologischen und historischen Auslegung Bedeutung der Gesetzesmaterialien VwRallg3/2/2 Besondere Rechtsgebiete Maßgebende Rechtslage maßgebender Sachverhalt

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2023:RA2019220170.L04

Im RIS seit

31.07.2023

Zuletzt aktualisiert am

17.08.2023
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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