RS Vwgh 2024/5/6 Ra 2022/07/0005

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Veröffentlicht am 06.05.2024
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Index

L69000 Sonstiges Wasserrecht
L69004 Sonstiges Wasserrecht Oberösterreich
L69005 Sonstiges Wasserrecht Salzburg
001 Verwaltungsrecht allgemein
10/07 Verwaltungsgerichtshof
81/01 Wasserrechtsgesetz
81/02 Sonstiges Wasserrecht

Norm

VwGG §42 Abs2 Z1
VwRallg
WasserrechtsG Böhmisches 1870 §17 Abs2
WasserrechtsG Mährisches 1870 §16 Abs2
WasserrechtsG NÖ 1870 §16 Abs2
WRG 1959
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

In früheren Entscheidungen verstand der VwGH unter Grundwasser (unterirdischem Wasser) im Gegensatz zum Tagwasser (oberirdischem Wasser) jenes und jedes Wasser, welches in die Erdoberfläche eindringt, in die Erde einsickert, um dann entweder unter der Erdoberfläche fortzufließen (Grundwasser im engeren Sinne) oder aber in wasserhaltenden Schichten zu stagnieren, wobei nicht weiter in Betracht kommt, ob dieses Wasser durch die Erdschichten langsam durchsickert, oder aber in größerer Menge durch zerklüftetes Terrain (Felsspalten) eindringt (VwGH 21.3.1903, Zl. 1833, Slg. Budw. 1642/A; VwGH 13.12.1906, Zl. 13.261, Slg. Budw. 4837/A; VwGH 4.7.1930, Zl. A 676/29, Slg. Budw. 16.257/A). Diese Judikatur betraf zwar auch unterirdisch gefasstes Grundwasser, der VwGH unterschied aber in anderen Entscheidungen jenes Grundwasser nach der eben beschriebenen Definition von dem Grundwasser, welches beispielsweise in Brunnen gefasst oder durch Wasseranlagen oder in Röhren abgeleitet wird. Der VwGH sah in diesen Fällen das in Brunnen, Röhren oder dergleichen gefasste Grundwasser als durch diese Okkupation der physischen Herrschaft des Okkupanten unterworfen und damit als zum Privatgewässer geworden an (VwGH 27.1.1909, Zl. 848, Slg. Budw. 6480/A, VwGH 22.6.1909, Zl. 5776, Slg. Budw. 6827/A, VwGH 4.7.1930, Zl. A 676/29, Slg. Budw. 16.257/A; VwGH 5.7.1901, Zl. 5296, Slg. Budw. 448/A). Nach dieser Rechtsprechungslinie ändert das Grundwasser mit dem Moment seiner Okkupation seinen rechtlichen Charakter und erlangt beispielsweise durch den Einschluss oder die Fassung in Röhren den Charakter eines nach dem Wasserrechtsgesetzes zu beurteilenden Privatgewässers (VwGH 4.4.1905, Zl. 3771, Slg. Budw. 3439/A; VwGH 5.7.1901, Zl. 5296, Slg. Budw. 448/A). Damit unterliegt das zum Privatgewässer gewordene Grundwasser allen Bestimmungen des Wasserrechtsgesetzes.

Schlagworte

Anzuwendendes Recht Maßgebende Rechtslage VwRallg2 Auslegung unbestimmter Begriffe VwRallg3/4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2024:RA2022070005.L01

Im RIS seit

04.06.2024

Zuletzt aktualisiert am

28.06.2024
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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