RS Vfgh 2025/11/27 E2612/2025 ua

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Veröffentlicht am 27.11.2025
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Index

41/02 Staatsbürgerschaft, Pass- und Melderecht, Fremdenrecht, Asylrecht

Norm

BVG-Rassendiskriminierung ArtI Abs1
EMRK Art8
AsylG 2005 §8, §10, §34, §57
FremdenpolizeiG 2005 §46, §52, §53, §55
VfGG §7 Abs2
  1. AsylG 2005 § 8 heute
  2. AsylG 2005 § 8 gültig ab 01.03.2027 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 63/2025
  3. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.11.2017 bis 28.02.2027 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  4. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.11.2017 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  5. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.01.2014 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  6. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  7. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  8. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2009
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Verletzung im Recht auf Gleichbehandlung von Fremden untereinander sowie auf Achtung des Privat- und Familienlebens betreffend die Nichtzuerkennung des Status subsidiär Schutzberechtigter an einen kasachischen Staatsangehörigen und Staatsangehörige der Russischen Föderation, mangels hinreichender Auseinandersetzung mit drohenden Strafverfolgungsmaßnahmen (Haftbedingungen); mangelnde Auseinandersetzung mit der Trennung der Familienmitglieder durch Abschiebung in verschiedene Staaten und der Auswirkung auf das Kindeswohl

Rechtssatz

Das BVwG geht – mit Blick auf die im Akt erliegenden red notice der kasachischen Behörden gegen den Erstbeschwerdeführer – von grundsätzlich legitimen Strafverfolgungsmaßnahmen in Kasachstan aus. Vor dem Hintergrund des Vorbringens des Erstbeschwerdeführers sowie der einschlägigen Ausführungen in den - in der Entscheidung des BVwG wiedergegebenen - Länderberichten hätte sich das BVwG damit auseinandersetzen müssen, ob ihm in seinem Herkunftsstaat in Bezug auf eine mögliche Inhaftierung eine reale Gefahr einer Verletzung von Art2 oder 3 EMRK droht. Durch die in dieser Hinsicht fehlende Auseinandersetzung hat das BVwG in entscheidungswesentlichen Punkten jegliche Ermittlungstätigkeit unterlassen und sein Erkenntnis mit Willkür belastet.

Vor dem Hintergrund der Feststellungen sowie der Annahme eines zwischen den Beschwerdeführern bestehenden, von Art8 EMRK geschützten Familienlebens hätte das BVwG prüfen müssen, ob die aufenthaltsbeendenden Maßnahmen (Abschiebung in verschiedene Staaten) und eine damit verbundene Trennung die Beschwerdeführer in ihrem Recht auf Achtung des Privat? und Familienlebens gemäß Art8 EMRK verletzen. Das BVwG hat somit einen wesentlichen Gesichtspunkt des konkreten Sachverhaltes, nämlich die Auswirkungen der Aufenthaltsbeendigungen auf die Lebenssituation der Beschwerdeführer – insbesondere die Beziehung des Erstbeschwerdeführers zu seiner minderjährigen Tochter – sowie auf das Kindeswohl dieser Tochter vollständig außer Acht gelassen.

Entscheidungstexte

  • E2612/2025 ua
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 27.11.2025 E2612/2025 ua

Schlagworte

Asylrecht, Privat- und Familienleben, Kinder, Entscheidungsbegründung, Ermittlungsverfahren, Rückkehrentscheidung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2025:E2612.2025

Zuletzt aktualisiert am

05.03.2026
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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