Index
41/02 Staatsbürgerschaft, Pass- und Melderecht, Fremdenrecht, AsylrechtNorm
BVG-Rassendiskriminierung ArtI Abs1Leitsatz
Verletzung im Recht auf Gleichbehandlung von Fremden untereinander betreffend die Zurückweisung eines Antrages auf internationalen Schutz einer in Griechenland als Schutzberechtigte anerkannten afghanischen Staatsangehörigen; keine Auseinandersetzung mit der Versorgungslage in GriechenlandRechtssatz
Vor dem Hintergrund, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine 77 Jahre alte – im Fall ihrer Außerlandesbringung – alleinstehende, psychisch und physisch beeinträchtigte Frau und damit um eine besonders schutzbedürftige Person handelt, hat sich das BVwG angesichts der spezifischen Umstände im Hinblick auf die Versorgungslage für Schutzberechtigte in Griechenland unzureichend mit der Gewährleistung der grundlegenden Existenzsicherung in Griechenland auseinandergesetzt. Der pauschale Hinweis, dass die Beschwerdeführerin bei entsprechender Eigeninitiative bzw zumutbaren Anstrengungen und allenfalls mit Hilfe von vor Ort tätigen Hilfsorganisationen diese Hürden überwinden könne, wird der gegenwärtigen Situation der Beschwerdeführerin nicht gerecht. Das BVwG legt nicht näher dar, welche Anstrengungen der Beschwerdeführerin zumutbar sind und ob diese überhaupt ausreichend wären, um einen Zugang zu Wohnversorgung und menschenwürdiger Existenzsicherung erreichen zu können.
Entscheidungstexte
Schlagworte
Asylrecht / Vulnerabilität, Drittstaatsicherheit, Entscheidungsbegründung, Ermittlungsverfahren, Außerlandesbringung, Privat- und FamilienlebenEuropean Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:VFGH:2026:E3439.2025Zuletzt aktualisiert am
17.03.2026