RS Vfgh 2025/11/28 G188/2024 ua, V125/2024

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 28.11.2025
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Index

63/03 Vertragsbedienstetengesetz 1948
63/01 Beamten-Dienstrechtsgesetz 1979

Norm

B-VG Art140 Abs1 Z1 litd, Art140 Abs1b
VertragsbedienstetenG 1948 §65 Abs3
BDG 1979 §137 Abs3, Anlage 1 bis 1/59
VfGG §7 Abs2
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. BDG 1979 § 137 heute
  2. BDG 1979 § 137 gültig ab 01.04.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2025
  3. BDG 1979 § 137 gültig von 29.01.2020 bis 31.03.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2020
  4. BDG 1979 § 137 gültig von 08.01.2018 bis 28.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 60/2018
  5. BDG 1979 § 137 gültig von 01.01.2014 bis 07.01.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 210/2013
  6. BDG 1979 § 137 gültig von 30.12.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 147/2008
  7. BDG 1979 § 137 gültig von 31.12.2004 bis 29.12.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 176/2004
  8. BDG 1979 § 137 gültig von 01.01.2004 bis 30.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2003
  9. BDG 1979 § 137 gültig von 01.05.2003 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2003
  10. BDG 1979 § 137 gültig von 10.08.2002 bis 30.04.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2002
  11. BDG 1979 § 137 gültig von 01.04.2000 bis 09.08.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2000
  12. BDG 1979 § 137 gültig von 01.08.1999 bis 31.03.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 127/1999
  13. BDG 1979 § 137 gültig von 01.07.1997 bis 31.07.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/1997
  14. BDG 1979 § 137 gültig von 15.02.1997 bis 30.06.1997 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/1997
  15. BDG 1979 § 137 gültig von 01.01.1995 bis 14.02.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 550/1994
  16. BDG 1979 § 137 gültig von 01.07.1994 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 665/1994
  17. BDG 1979 § 137 gültig von 01.01.1994 bis 30.06.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 16/1994
  18. BDG 1979 § 137 gültig von 20.06.1990 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 362/1991
  19. BDG 1979 § 137 gültig von 01.01.1986 bis 19.06.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 574/1985
  20. BDG 1979 § 137 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1985 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 550/1984
  21. BDG 1979 § 137 gültig von 01.07.1981 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 306/1981
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Ablehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung von Bestimmungen des VBG und der BDG betreffend die Bewertung von Arbeitsplätzen

Rechtssatz

Der Antragsteller behauptet die Verfassungswidrigkeit von §65 Abs3 VBG 1948, BGBl 86/1948 idF BGBl I 153/2020, §137 Abs3 BDG 1979, BGBl 333/1979 idF BGBl I 153/2020, in eventu von weiteren Bestimmungen des VBG 1948 und des BDG 1979 sowie des VBG 1948 und des BDG 1979 zur Gänze, und der Anlage 1 zum BDG 1979, BGBl 333/1979 "in der vor in Kraft treten des BGBl I 143/2024 gültigen Fassung", sowie die Gesetzwidrigkeit der "'Grundlagen für die Arbeitsplatzbewertung in den Dienststellen des Bundes', kundgemacht zumindest auf der Webseite des Bundesministerium[s] für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport".Der Antragsteller behauptet die Verfassungswidrigkeit von §65 Abs3 VBG 1948, Bundesgesetzblatt 86 aus 1948, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 153 aus 2020,, §137 Abs3 BDG 1979, Bundesgesetzblatt 333 aus 1979, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 153 aus 2020,, in eventu von weiteren Bestimmungen des VBG 1948 und des BDG 1979 sowie des VBG 1948 und des BDG 1979 zur Gänze, und der Anlage 1 zum BDG 1979, Bundesgesetzblatt 333 aus 1979, "in der vor in Kraft treten des Bundesgesetzblatt Teil eins, 143 aus 2024, gültigen Fassung", sowie die Gesetzwidrigkeit der "'Grundlagen für die Arbeitsplatzbewertung in den Dienststellen des Bundes', kundgemacht zumindest auf der Webseite des Bundesministerium[s] für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport".

Das in den angefochtenen Gesetzesbestimmungen geregelte Arbeitsplatzbewertungssystem für Beamte und Vertragsbedienstete des Bundes verstoße gegen das Bestimmtheitsgebot gemäß Art18 B?VG, weil sich aus dem Gesetz nicht ergebe, in welcher Form und nach welcher Berechnungsmethode die Arbeitsplatzbewertung erfolge. Es sei vor dem Hintergrund des Art18 B?VG nicht hinnehmbar, dass es Beamten und Vertragsbediensteten ohne entsprechende Sachverständigenkenntnisse nicht ersichtlich sei, ob die Einstufung und Bewertung des Arbeitsplatzes den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Die Ausführungen zur Bewertungsmethode in den Gesetzesmaterialien fänden im Gesetzeswortlaut keine Deckung.

Ferner läge eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes vor, weil Beamte und Vertragsbedienstete, die eine Tätigkeit ausüben, die einer Richtwertverwendung gemäß §137 Abs2 iVm Anlage 1 BDG 1979 entsprechen, Rechtsklarheit hinsichtlich der Einstufung ihrer Tätigkeit hätten, während Beamte und Vertragsbedienstete, die keine derartige Tätigkeit ausüben, auf Arbeitsplatzbewertungen gemäß §137 Abs3 BDG 1979 angewiesen seien, deren Richtigkeit sie nur unter Heranziehung kostspieliger Sachverständigengutachten überprüfen könnten. Ferner läge eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes vor, weil Beamte und Vertragsbedienstete, die eine Tätigkeit ausüben, die einer Richtwertverwendung gemäß §137 Abs2 in Verbindung mit Anlage 1 BDG 1979 entsprechen, Rechtsklarheit hinsichtlich der Einstufung ihrer Tätigkeit hätten, während Beamte und Vertragsbedienstete, die keine derartige Tätigkeit ausüben, auf Arbeitsplatzbewertungen gemäß §137 Abs3 BDG 1979 angewiesen seien, deren Richtigkeit sie nur unter Heranziehung kostspieliger Sachverständigengutachten überprüfen könnten.

Das Erfordernis, zur Überprüfung der Richtigkeit einer Arbeitsplatzbewertung gemäß §65 Abs3 VBG 1948 iVm §137 Abs3 BDG 1979 ein berufskundliches Sachverständigengutachten einzuholen, sowie die für Vertragsbedienstete bestehende Notwendigkeit, das mit dem ordentlichen Rechtsweg einhergehende Prozesskostenrisiko einzugehen, würden zudem gegen das Rechtsstaatsprinzip und das Recht auf Zugang zu Gericht gemäß Art6 EMRK verstoßen.Das Erfordernis, zur Überprüfung der Richtigkeit einer Arbeitsplatzbewertung gemäß §65 Abs3 VBG 1948 in Verbindung mit §137 Abs3 BDG 1979 ein berufskundliches Sachverständigengutachten einzuholen, sowie die für Vertragsbedienstete bestehende Notwendigkeit, das mit dem ordentlichen Rechtsweg einhergehende Prozesskostenrisiko einzugehen, würden zudem gegen das Rechtsstaatsprinzip und das Recht auf Zugang zu Gericht gemäß Art6 EMRK verstoßen.

Die "Grundlagen für die Arbeitsplatzbewertung in den Dienststellen des Bundes" seien gesetzwidrig, weil es sich dabei um eine nicht gehörig kundgemachte Verordnung handle.

Vor dem Hintergrund der stRsp des VfGH (zum weiten Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Gestaltung des Dienst- und Besoldungsrechtes sowie bei der Regelung der Prozesskostentragung und Gerichtsgebühren) lässt das Vorbringen des Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten von §65 Abs3 VBG 1948 idF BGBl I 153/2020, §137 Abs3 BDG 1979 idF BGBl I 153/2020, in eventu von weiteren Bestimmungen des VBG 1948 und des BDG 1979 sowie des VBG 1948 und des BDG 1979 zur Gänze, und der Anlage 1 zum BDG 1979, BGBl 333/1979 "in der vor in Kraft treten des BGBl I 143/2024 gültigen Fassung", sowie die Gesetzwidrigkeit der "'Grundlagen für die Arbeitsplatzbewertung in den Dienststellen des Bundes', kundgemacht zumindest auf der Webseite des Bundesministerium[s] für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport" als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund der stRsp des VfGH (zum weiten Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Gestaltung des Dienst- und Besoldungsrechtes sowie bei der Regelung der Prozesskostentragung und Gerichtsgebühren) lässt das Vorbringen des Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten von §65 Abs3 VBG 1948 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 153 aus 2020,, §137 Abs3 BDG 1979 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 153 aus 2020,, in eventu von weiteren Bestimmungen des VBG 1948 und des BDG 1979 sowie des VBG 1948 und des BDG 1979 zur Gänze, und der Anlage 1 zum BDG 1979, Bundesgesetzblatt 333 aus 1979, "in der vor in Kraft treten des Bundesgesetzblatt Teil eins, 143 aus 2024, gültigen Fassung", sowie die Gesetzwidrigkeit der "'Grundlagen für die Arbeitsplatzbewertung in den Dienststellen des Bundes', kundgemacht zumindest auf der Webseite des Bundesministerium[s] für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport" als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.

Soweit im Antrag die Gesetzwidrigkeit der "'Grundlagen für die Arbeitsplatzbewertung in den Dienststellen des Bundes', kundgemacht zumindest auf der Webseite des Bundesministerium[s] für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport" behauptet wird, wendet sich der Antragsteller nicht gegen eine Verordnung iSd Art139 B?VG (Voraussetzungen für die Verordnungsqualität anders bezeichneter Verwaltungsakte). Im Übrigen wäre die angefochtene Enuntiation – ihre Verordnungsqualität vorausgesetzt – im vorliegenden Fall nicht präjudiziell.

Entscheidungstexte

Schlagworte

Vertragsbedienstete, VfGH / Parteiantrag, VfGH / Ablehnung, Dienstrecht, Prozesskosten, Kostentragung, Kostenrisiko, Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren, Rechtspolitik, Verordnungsbegriff, VfGH / Präjudizialität

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2025:G188.2024

Zuletzt aktualisiert am

19.12.2025
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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