RS Vfgh 2025/6/6 E4833/2024, E3066/2025

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Veröffentlicht am 06.06.2025
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Index

41/02 Staatsbürgerschaft, Paß- und Melderecht, Fremdenrecht

Norm

BVG-Rassendiskriminierung ArtI Abs1
AsylG 2005 §8, §10, §57
FremdenpolizeiG 2005 §46, §52, §55
VfGG §7 Abs2
  1. AsylG 2005 § 8 heute
  2. AsylG 2005 § 8 gültig ab 01.03.2027 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 63/2025
  3. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.11.2017 bis 28.02.2027 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  4. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.11.2017 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  5. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.01.2014 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  6. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  7. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  8. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2009
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Verletzung im Recht auf Gleichbehandlung von Fremden untereinander betreffend die Nichtzuerkennung des Status eines subsidiär Schutzberechtigten an einen Staatsangehörigen von Afghanistan; mangelhafte Auseinandersetzung mit der wirtschaftlichen Versorgungslage

Rechtssatz

Den Ausführungen des BVwG zur abgesicherten wirtschaftlichen Situation der Familie in Afghanistan stehen Angaben des Beschwerdeführers in der niederschriftlichen Einvernahme vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl sowie in der Beschwerde an das BVwG gegenüber, nach denen es seiner Familie in Afghanistan auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage finanziell "nicht so gut" gehe. Wiewohl das BVwG dieses Beschwerdevorbringen in der Darstellung des Verfahrensganges wiedergibt, setzt es sich damit im Rahmen der Begründung seiner Entscheidung nicht auseinander. Insofern ist aus der Begründung der angefochtenen Entscheidung nicht nachvollziehbar, wie das BVwG zu der – nicht weiter substantiierten – Annahme gelangt, die Familie des Beschwerdeführers befände sich in einer abgesicherten wirtschaftlichen Situation und könnte ihn im Falle einer Rückkehr unterstützen.

Soweit das BVwG überdies davon ausgeht, der Vater des Beschwerdeführers würde die Familie mit den Einkünften bzw mit dem Ertrag aus der Bewirtschaftung der familieneigenen Landwirtschaft versorgen, vermag der VfGH nicht zu erkennen, worauf das BVwG diese für eine zumutbare Rückkehrsituation wesentliche Annahme stützt. Aus den vom BVwG vorgelegten Akten ist lediglich ersichtlich, dass der Beschwerdeführer angab, sein Vater würde in der Landwirtschaft arbeiten und Weizen anbauen. Wie das BVwG auf dieser Grundlage zu dem Schluss gelangt, der Vater des Beschwerdeführers würde die Familie mit den Einkünften bzw dem Ertrag aus der Landwirtschaft versorgen, ist für den VfGH nicht ohne Weiteres nachvollziehbar.

Insgesamt hat es das BVwG somit unterlassen, sich hinsichtlich der Versorgungslage substantiiert und konkret mit der individuellen Situation des Beschwerdeführers auseinanderzusetzen. Dazu kommt, dass das BVwG trotz der divergierenden Angaben zur wirtschaftlichen Lage der Familie des Beschwerdeführers in Afghanistan von der Durchführung einer mündlichen Verhandlung abgesehen hat.

Entscheidungstexte

  • E4833/2024
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 06.06.2025 E4833/2024
  • E3066/2025
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 28.11.2025 E3066/2025

Schlagworte

Asylrecht, Ermittlungsverfahren, Entscheidungsbegründung, Rückkehrentscheidung, Verhandlung mündliche

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2025:E4833.2024

Zuletzt aktualisiert am

10.03.2026
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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