RS Vfgh 2025/6/6 G43/2025

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 06.06.2025
beobachten
merken

Index

10/07 Verfassungs- und Verwaltungsgerichtsbarkeit

Norm

B-VG Art140 Abs1 Z1 litc
WettbewerbsG §11 Abs2
VfGG §7 Abs2
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Zurückweisung eines Individualantrages auf Aufhebung einer Bestimmung des WettbewerbsG; Möglichkeit der Anregung eines Gesetzesprüfungsantrags beim (zweitinstanzlichen) Gericht

Rechtssatz

Unzulässigkeit eines Antrags auf Aufhebung des §11 Abs2 Satz 2 WettbG idF BGBl I 176/2021.Unzulässigkeit eines Antrags auf Aufhebung des §11 Abs2 Satz 2 WettbG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2021,.

Die Antragstellerin stellte als Drittantragsgegnerin und damit Partei eines kartellgerichtlichen Verfahrens beim Oberlandesgericht Wien (OLG) als Kartellgericht einen Antrag auf Erteilung des Auftrages zur Vorlage des Ermittlungsaktes der Bundeswettbewerbsbehörde zur Gewährung von Akteneinsicht. Das OLG wies den Antrag mit Beschluss ab und führte dazu begründend im Wesentlichen aus, dass es nicht in der Kompetenz des Gerichts gelegen sei, der Drittantragsgegnerin ein Recht auf Akteneinsicht in den Akt der Bundeswettbewerbsbehörde zu gewähren. Ein Rechtszug von dieser an das Kartellgericht sei im Gesetz nicht vorgesehen.

Die Antragstellerin erhob dagegen Rekurs an den OGH als Kartellobergericht, der diesen mangels selbständiger Anfechtbarkeit iSd §45 Satz 2 AußStrG iVm §38 KartG als unzulässig zurückwies und dazu ausführte, dass der Beschluss des OLG als Kartellgericht – als verfahrensleitender Beschluss – mit dem Rekurs gegen die Entscheidung über die (Haupt-)Sache anfechtbar sei.Die Antragstellerin erhob dagegen Rekurs an den OGH als Kartellobergericht, der diesen mangels selbständiger Anfechtbarkeit iSd §45 Satz 2 AußStrG in Verbindung mit §38 KartG als unzulässig zurückwies und dazu ausführte, dass der Beschluss des OLG als Kartellgericht – als verfahrensleitender Beschluss – mit dem Rekurs gegen die Entscheidung über die (Haupt-)Sache anfechtbar sei.

Demnach kommt der Antragstellerin die Möglichkeit zu, diesen Beschluss mit dem Rekurs gegen die Entscheidung über die (Haupt-)Sache anzufechten und ihre Bedenken gegen die gesetzliche Bestimmung (erneut) an die ordentlichen Gerichte heranzutragen und anzuregen, das (zweitinstanzliche) Gericht möge beim VfGH einen Gesetzesprüfungsantrag stellen. Überdies könnte die Antragstellerin auch aus Anlass eines gegen die Entscheidung über die (Haupt?)Sache erhobenen Rechtsmittels im Wege eines Antrages gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B?VG seine Normbedenken an den VfGH herantragen.

Soweit die Antragstellerin vorbringt, es bestünde für sie kein zumutbarer Weg, ihre Bedenken an den VfGH heranzutragen, weil die Bestimmung im kartellgerichtlichen Verfahren nicht präjudiziell sei, ist darauf hinzuweisen, dass die Bestimmung jedenfalls im Verfahren über den Rekurs in der Hauptsache anzuwenden wäre.

Bei dieser prozessualen Situation wäre eine Doppelgleisigkeit des Rechtsschutzes nicht auszuschließen, die mit dem Grundsatz der Subsidiarität von Individualanträgen nach Art140 B?VG nicht in Einklang stünde. Sonstige besondere außergewöhnliche Umstände, die die Einbringung eines Individualantrages ausnahmsweise zulässig machen könnten, liegen nicht vor.

Entscheidungstexte

  • G43/2025
    Entscheidungstext VfGH Beschluss 06.06.2025 G43/2025

Schlagworte

VfGH / Individualantrag, VfGH / Weg zumutbarer, Wettbewerbsrecht, VfGH / Legitimation, Rechtsmittel, Rechtsschutz, Akteneinsicht

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2025:G43.2025

Zuletzt aktualisiert am

08.09.2025
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten