RS Vfgh 2023/3/15 E2944/2022, E3467/2022, E1275/2023, E2771/2022

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 15.03.2023
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Index

41/02 Staatsbürgerschaft, Pass- und Melderecht, Fremdenrecht, Asylrecht

Norm

BVG-Rassendiskriminierung ArtI Abs1
EU-Grundrechte-Charta Art4
EMRK Art3
Dublin III-VO vom 26.06.2013 EU 604/2013 Art3, Art18
AsylG 2005 §5
FremdenpolizeiG 2005 §61
VfGG §7 Abs2
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Verletzung im Recht auf Gleichbehandlung von Fremden untereinander betreffend die Zurückweisung eines Antrages auf internationalen Schutz eines Staatsangehörigen Afghanistans; mangelnde Auseinandersetzung mit aktuellen Länderberichten, insbesondere mit dem Zugang zu einem ordnungsgemäßen Asylverfahren für nach Bulgarien rücküberstellte Asylwerber im Rahmen der Dublin III-Verordnung

Rechtssatz

Das befasste Gericht trifft die Verpflichtung, "auf der Grundlage objektiver, zuverlässiger, genauer und gebührend aktualisierter Angaben und im Hinblick auf den durch das Unionsrecht gewährleisteten Schutzstandard der Grundrechte zu würdigen, ob entweder systemische oder allgemeine oder aber bestimmte Personengruppen betreffende Schwachstellen vorliegen", die einer Zurückweisung des Antrages auf internationalen Schutz entgegenstehen (EuGH 19.03.2019, C-163/17, Jawo).

Das der Entscheidung des BVwG zugrunde liegende Länderinformationsblatt der Staatendokumentation (Juni 2022) zu Bulgarien führt ua aus, dass "[d]ie Asylanträge der überwiegenden Mehrheit der afghanischen Asylwerber [...] weiterhin in beschleunigten Verfahren als offensichtlich unbegründet abgelehnt [werden], da Bulgarien die Türkei zu einem sicheren Drittstaat erklärt hat". Das BVwG wäre daher verpflichtet gewesen, näher zu überprüfen, ob der Beschwerdeführer in Bulgarien Zugang zu einem ordnungsgemäßen Asylverfahren hat, ohne dem Risiko einer Kettenabschiebung in ein Land ausgesetzt zu sein, in dem ihm die Verletzung seiner gemäß Art3 EMRK und Art4 GRC gewährleisteten Rechte drohen könnte.

(siehe auch E v 12.06.2023, E3467/2022; 28.06.2023, E1275/2023; 04.10.2023, E2771/2022).

Entscheidungstexte

  • E2944/2022
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 15.03.2023 E2944/2022
  • E3467/2022
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 12.06.2023 E3467/2022
  • E1275/2023
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 28.06.2023 E1275/2023
  • E2771/2022
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 04.10.2023 E2771/2022

Schlagworte

Asylrecht, Entscheidungsbegründung, Ermittlungsverfahren, EU-Recht, Außerlandesbringung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2023:E2944.2022

Zuletzt aktualisiert am

15.07.2024
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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