RS Vwgh 2022/1/14 Ra 2020/10/0082

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 14.01.2022
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Index

L55008 Baumschutz Landschaftsschutz Naturschutz Vorarlberg
001 Verwaltungsrecht allgemein
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §13
AVG §59 Abs1
B-VG Art130 Abs2
B-VG Art132 Abs1 Z1
B-VG Art133 Abs6 Z1
NatSchG Vlbg 1997 §15
NatSchG Vlbg 1997 §15 Abs5
NatSchG Vlbg 1997 §15 Abs6
NatSchG Vlbg 1997 §34 Abs1
NatSchG Vlbg 1997 §35
NatSchG Vlbg 1997 §35 Abs5
NatSchG Vlbg 1997 §37 Abs3
NatSchG Vlbg 1997 §46c Abs2 litf idF 2019/067
NatSchG Vlbg 1997 §60a idF 2019/067
NatSchV Vlbg 1998
NatSchV Vlbg 1998 §12
VwGG §42 Abs2 Z1
VwGVG 2014 §17
VwGVG 2014 §27
VwRallg
  1. AVG § 13 heute
  2. AVG § 13 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 13 gültig von 01.01.2012 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2011
  4. AVG § 13 gültig von 01.01.2011 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  5. AVG § 13 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  6. AVG § 13 gültig von 01.07.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  7. AVG § 13 gültig von 01.03.2004 bis 30.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  8. AVG § 13 gültig von 20.04.2002 bis 29.02.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  9. AVG § 13 gültig von 01.01.2002 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 137/2001
  10. AVG § 13 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  11. AVG § 13 gültig von 01.02.1991 bis 31.12.1998
  1. B-VG Art. 130 heute
  2. B-VG Art. 130 gültig ab 01.02.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2019 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  5. B-VG Art. 130 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  6. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2015 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  7. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2013
  8. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  9. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  10. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  11. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  12. B-VG Art. 130 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  13. B-VG Art. 130 gültig von 18.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  14. B-VG Art. 130 gültig von 25.12.1946 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  15. B-VG Art. 130 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  16. B-VG Art. 130 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 132 heute
  2. B-VG Art. 132 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 132 gültig von 01.08.2014 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  4. B-VG Art. 132 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. B-VG Art. 132 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 132 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 296/1984
  7. B-VG Art. 132 gültig von 25.12.1946 bis 31.07.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  8. B-VG Art. 132 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 132 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

"Sache" des Beschwerdeverfahrens vor dem VwG ist jene Angelegenheit, die den Inhalt des Spruchs der belangten Behörde gebildet hat. Dabei bestimmt der Antrag grundsätzlich den Umfang der Sache (vgl. VwGH 5.10.2021, Ra 2020/10/0134). Der verfahrenseinleitende Antrag (iSd. § 34 Abs. 1 Vlbg NatSchG 1997) der Gemeinden war auf Erteilung der naturschutzrechtlichen Bewilligung für ein bestimmtes Projekt gerichtet. "Sache" des Verfahrens war somit die Bewilligungsfähigkeit dieses Vorhabens nach Maßgabe der Vorschriften des Vlbg NatSchG 1997. Danach war die belangte Behörde verpflichtet, (von Amts wegen) das Vorliegen sämtlicher Bewilligungsvoraussetzungen, sohin gegebenenfalls auch das Vorliegen der Erfordernisse für die Erteilung einer artenschutzrechtlichen Ausnahmebewilligung nach § 15 Abs. 5 Vlbg NatSchG 1997 iVm § 12 Vlbg NatSchV 1998, zu prüfen. Dies erhellt insbesondere auch aus den Bestimmungen des § 35 Abs. 5 und 37 Abs. 3 Vlbg NatSchG 1997, aus denen sich ergibt, dass ua. auch die in § 15 legcit. geregelten Ausnahmebewilligungen lediglich einen Fall der im Vlbg NatSchG 1997 vorgesehenen "Bewilligung" darstellen (für die insbesondere die Bestimmungen des IV. Hauptstückes "Verfahren, Beteiligung und Organisation" gelten). Aus dem System der Bewilligungsvoraussetzungen ergibt sich sohin, dass über den Bewilligungsantrag des Projektwerbers eine (einheitliche) Entscheidung zu ergehen hat, die auf die Bewilligungsvoraussetzungen nach allen in Betracht kommenden gesetzlichen Tatbeständen kumulativ Bedacht nimmt (vgl. VwGH 1.3.2021, Ra 2019/10/0164; VwSlg. 16.335 A). Dass die antragstellenden mitbeteiligten Parteien nicht ausdrücklich um Erteilung einer (allenfalls) erforderlichen artenschutzrechtlichen Ausnahmebewilligung angesucht haben, ändert am solcherart definierten - weiten - Verfahrensgegenstand nichts. § 46c Abs. 2 lit. f) Vlbg NatSchG 1997 räumt dem Naturschutzanwalt aber das Recht zur Erhebung einer Beschwerde an das VwG (sowie in weiterer Folge das Revisionsrecht) hinsichtlich jener Vorhaben ein, für die eine artenschutzrechtliche Ausnahmebewilligung nach § 15 Abs. 5 und 6 Vlbg NatSchG 1997 erforderlich ist. Dem Beschwerderecht des Naturschutzanwaltes unterliegt damit nicht nur die Erteilung einer artenschutzrechtlichen Ausnahmebewilligung nach § 15 Abs. 5 oder 6 legcit. Der Naturschutzanwalt ist auf der Grundlage des § 46c Abs. 2 lit. f) legcit. gegebenenfalls auch berechtigt, die von der Behörde der Bewilligungserteilung (nach § 35 legcit.) - implizit oder explizit - zugrunde gelegte Auffassung, dass kein ausnahmebewilligungspflichtiges "Vorhaben" vorliege, zu bekämpfen. Das VwG wäre daher im vorliegenden Fall verpflichtet gewesen, die Frage, ob das gegenständliche Projekt allenfalls dem Tatbestand des § 15 Abs. 5 legcit. zuzuordnen ist, zu prüfen und dazu entsprechende Feststellungen zu treffen (vgl. VwGH 3.7.2000, 2000/10/0002). Die Auffassung des VwG, die Beschwerdelegitimation des Naturschutzanwaltes sei von der Formulierung des Bewilligungsantrags abhängig, greift zu kurz."Sache" des Beschwerdeverfahrens vor dem VwG ist jene Angelegenheit, die den Inhalt des Spruchs der belangten Behörde gebildet hat. Dabei bestimmt der Antrag grundsätzlich den Umfang der Sache vergleiche VwGH 5.10.2021, Ra 2020/10/0134). Der verfahrenseinleitende Antrag (iSd. Paragraph 34, Absatz eins, Vlbg NatSchG 1997) der Gemeinden war auf Erteilung der naturschutzrechtlichen Bewilligung für ein bestimmtes Projekt gerichtet. "Sache" des Verfahrens war somit die Bewilligungsfähigkeit dieses Vorhabens nach Maßgabe der Vorschriften des Vlbg NatSchG 1997. Danach war die belangte Behörde verpflichtet, (von Amts wegen) das Vorliegen sämtlicher Bewilligungsvoraussetzungen, sohin gegebenenfalls auch das Vorliegen der Erfordernisse für die Erteilung einer artenschutzrechtlichen Ausnahmebewilligung nach Paragraph 15, Absatz 5, Vlbg NatSchG 1997 in Verbindung mit Paragraph 12, Vlbg NatSchV 1998, zu prüfen. Dies erhellt insbesondere auch aus den Bestimmungen des Paragraph 35, Absatz 5 und 37 Absatz 3, Vlbg NatSchG 1997, aus denen sich ergibt, dass ua. auch die in Paragraph 15, legcit. geregelten Ausnahmebewilligungen lediglich einen Fall der im Vlbg NatSchG 1997 vorgesehenen "Bewilligung" darstellen (für die insbesondere die Bestimmungen des römisch vier. Hauptstückes "Verfahren, Beteiligung und Organisation" gelten). Aus dem System der Bewilligungsvoraussetzungen ergibt sich sohin, dass über den Bewilligungsantrag des Projektwerbers eine (einheitliche) Entscheidung zu ergehen hat, die auf die Bewilligungsvoraussetzungen nach allen in Betracht kommenden gesetzlichen Tatbeständen kumulativ Bedacht nimmt vergleiche VwGH 1.3.2021, Ra 2019/10/0164; VwSlg. 16.335 A). Dass die antragstellenden mitbeteiligten Parteien nicht ausdrücklich um Erteilung einer (allenfalls) erforderlichen artenschutzrechtlichen Ausnahmebewilligung angesucht haben, ändert am solcherart definierten - weiten - Verfahrensgegenstand nichts. Paragraph 46 c, Absatz 2, Litera f,) Vlbg NatSchG 1997 räumt dem Naturschutzanwalt aber das Recht zur Erhebung einer Beschwerde an das VwG (sowie in weiterer Folge das Revisionsrecht) hinsichtlich jener Vorhaben ein, für die eine artenschutzrechtliche Ausnahmebewilligung nach Paragraph 15, Absatz 5 und 6 Vlbg NatSchG 1997 erforderlich ist. Dem Beschwerderecht des Naturschutzanwaltes unterliegt damit nicht nur die Erteilung einer artenschutzrechtlichen Ausnahmebewilligung nach Paragraph 15, Absatz 5, oder 6 legcit. Der Naturschutzanwalt ist auf der Grundlage des Paragraph 46 c, Absatz 2, Litera f,) legcit. gegebenenfalls auch berechtigt, die von der Behörde der Bewilligungserteilung (nach Paragraph 35, legcit.) - implizit oder explizit - zugrunde gelegte Auffassung, dass kein ausnahmebewilligungspflichtiges "Vorhaben" vorliege, zu bekämpfen. Das VwG wäre daher im vorliegenden Fall verpflichtet gewesen, die Frage, ob das gegenständliche Projekt allenfalls dem Tatbestand des Paragraph 15, Absatz 5, legcit. zuzuordnen ist, zu prüfen und dazu entsprechende Feststellungen zu treffen vergleiche VwGH 3.7.2000, 2000/10/0002). Die Auffassung des VwG, die Beschwerdelegitimation des Naturschutzanwaltes sei von der Formulierung des Bewilligungsantrags abhängig, greift zu kurz.

Schlagworte

Besondere Rechtsgebiete Individuelle Normen und Parteienrechte Auslegung von Bescheiden und von Parteierklärungen VwRallg9/1 Individuelle Normen und Parteienrechte Rechtsanspruch Antragsrecht Anfechtungsrecht VwRallg9/2 Inhalt des Spruches Diverses

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2022:RA2020100082.L02

Im RIS seit

24.02.2022

Zuletzt aktualisiert am

24.02.2022
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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