TE Vwgh Beschluss 1965/9/29 0319/65

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Veröffentlicht am 29.09.1965
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Index

Dienstrecht
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren
63 Allgemeines Dienstrecht und Besoldungsrecht
63/02 Gehaltsgesetz

Norm

AVG §56
B-VG Art130 Abs1
B-VG Art131 Abs1
DienstpostenbesetzungsG Mitwirkung BKA 1963
GehG 1956 §33 Abs3
VwGG §34 Abs1
  1. B-VG Art. 130 heute
  2. B-VG Art. 130 gültig ab 01.02.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2019 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  5. B-VG Art. 130 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  6. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2015 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  7. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2013
  8. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  9. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  10. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  11. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  12. B-VG Art. 130 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  13. B-VG Art. 130 gültig von 18.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  14. B-VG Art. 130 gültig von 25.12.1946 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  15. B-VG Art. 130 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  16. B-VG Art. 130 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 131 heute
  2. B-VG Art. 131 gültig ab 27.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2024
  3. B-VG Art. 131 gültig von 01.02.2019 bis 26.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  4. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2019 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  5. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  6. B-VG Art. 131 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2003 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2002
  9. B-VG Art. 131 gültig von 04.09.1999 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 194/1999
  10. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1998 bis 03.09.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  11. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  12. B-VG Art. 131 gültig von 28.04.1975 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 316/1975
  13. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1975 bis 27.04.1975 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  14. B-VG Art. 131 gültig von 18.07.1962 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  15. B-VG Art. 131 gültig von 25.12.1946 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  16. B-VG Art. 131 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  17. B-VG Art. 131 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat über die Beschwerde des JK in M gegen die Erledigung des Bundeskanzleramtes, hinsichtlich einer begünstigten Beförderung zum 1. Jänner 1965 den Beschluß gefaßt:

Spruch

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Begründung

Nach dem Beschwerdevorbringen hat der Beschwerdeführer am 20. Dezember 1964 im Sinne des § 33 Abs. 3 des Gehaltsgesetzes 1956, BGBl. Nr. 54, eine Bitte um bevorzugte Beförderung in die Dienstklasse III an das Bundeskanzleramt im Wege der Dienstbehörde gerichtet. Das Landesgendarmeriekommando für Oberösterreich habe hierauf mit Entscheidung vom 30. Dezember 1964, ENr. 2706 und 2707/64, die Weiterleitung der Beförderungsbitte mit der Begründung abgewiesen, daß der Beschwerdeführer vom Landesgendarmeriekommando für Oberösterreich ohnedies bereits am 25. August 1964 für eine begünstigte Beförderung in die Dienstklasse III - Stichtagsverbesserung ein Jahr - im Sinne des Gehaltsgesetzes 1956 zum Termin 1. Jänner 1965 beantragt worden sei, daß jedoch das Bundeskanzleramt diesem Antrage nicht zugestimmt habe.Nach dem Beschwerdevorbringen hat der Beschwerdeführer am 20. Dezember 1964 im Sinne des Paragraph 33, Absatz 3, des Gehaltsgesetzes 1956, BGBl. Nr. 54, eine Bitte um bevorzugte Beförderung in die Dienstklasse römisch drei an das Bundeskanzleramt im Wege der Dienstbehörde gerichtet. Das Landesgendarmeriekommando für Oberösterreich habe hierauf mit Entscheidung vom 30. Dezember 1964, ENr. 2706 und 2707/64, die Weiterleitung der Beförderungsbitte mit der Begründung abgewiesen, daß der Beschwerdeführer vom Landesgendarmeriekommando für Oberösterreich ohnedies bereits am 25. August 1964 für eine begünstigte Beförderung in die Dienstklasse III - Stichtagsverbesserung ein Jahr - im Sinne des Gehaltsgesetzes 1956 zum Termin 1. Jänner 1965 beantragt worden sei, daß jedoch das Bundeskanzleramt diesem Antrage nicht zugestimmt habe.

Der Beschwerdeführer erhebt gegen die ihm durch einen Bericht des Gendarmerieabteilungskommandos F, Oberösterreich, vom 4. Jänner 1965 - welcher ihm durch den Gendarmeriepostenkommandanten von M am 7. Jänner 1965 verkündet wurde - bekanntgegebene ablehnende Entscheidung des Bundeskanzleramtes Beschwerde mit der Begründung, daß das Bundeskanzleramt bei der gegebenen Situation die Zustimmung zu dem Vorschlage des Landesgendarmeriekommandos für Oberösterreich vom 25. August 1964 nicht hätte versagen dürfen. Es habe hiedurch gegen den § 1 des Dienstpostenbesetzungsgesetzes, BGBl. Nr. 82/1963, gegen den Artikel 18 Abs. 1 B-VG 1929 und gegen die nach Einvernehmen zwischen dem Bundeskanzleramt und der provisorischen Personalvertretung der Österreichischen Bundesgendarmerie festgelegten Beförderungsrichtlinien verstoßen.Der Beschwerdeführer erhebt gegen die ihm durch einen Bericht des Gendarmerieabteilungskommandos F, Oberösterreich, vom 4. Jänner 1965 - welcher ihm durch den Gendarmeriepostenkommandanten von M am 7. Jänner 1965 verkündet wurde - bekanntgegebene ablehnende Entscheidung des Bundeskanzleramtes Beschwerde mit der Begründung, daß das Bundeskanzleramt bei der gegebenen Situation die Zustimmung zu dem Vorschlage des Landesgendarmeriekommandos für Oberösterreich vom 25. August 1964 nicht hätte versagen dürfen. Es habe hiedurch gegen den Paragraph eins, des Dienstpostenbesetzungsgesetzes, Bundesgesetzblatt Nr. 82 aus 1963,, gegen den Artikel 18 Absatz eins, B-VG 1929 und gegen die nach Einvernehmen zwischen dem Bundeskanzleramt und der provisorischen Personalvertretung der Österreichischen Bundesgendarmerie festgelegten Beförderungsrichtlinien verstoßen.

Die vorliegende Beschwerde war aus nachstehenden Erwägungen zurückzuweisen:

Nach Art. 130 Abs. 1 B-VG 1929 erkennt der Verwaltungsgerichtshof über Beschwerden, womit Rechtswidrigkeit von Bescheiden der Verwaltungsbehörden oder Verletzung der Entscheidungspflicht der Verwaltungsbehörden behauptet wird. Als Bescheide sind nicht anzusehen behördliche Erledigungen ohne Bescheidwille, insbesondere behördliche Partei-, Mitwirkungs- und Erklärungsakte. Hierher gehören behördliche Parteierklärungen, die dann vorliegen, wenn die Behörde in der betreffenden Angelegenheit nicht selbst zu entscheiden oder mitzuentscheiden hat, sondern lediglich berufen ist, sich am Verfahren zur Wahrung öffentlicher Interessen zu beteiligen, ferner die Ausübung von Mitsprache-, Zustimmungs- und Genehmigungsrechten und die Abgabe gesetzlich vorgesehener bindender Erklärungen (siehe Mannlicher, Das Verwaltungsverfahren 1964, S. 211, und Hellbling, Kommentar zu den Verwaltungsverfahrensgesetzen, S. 322, sowie die dort angeführte Rechtsprechung).Nach Artikel 130, Absatz eins, B-VG 1929 erkennt der Verwaltungsgerichtshof über Beschwerden, womit Rechtswidrigkeit von Bescheiden der Verwaltungsbehörden oder Verletzung der Entscheidungspflicht der Verwaltungsbehörden behauptet wird. Als Bescheide sind nicht anzusehen behördliche Erledigungen ohne Bescheidwille, insbesondere behördliche Partei-, Mitwirkungs- und Erklärungsakte. Hierher gehören behördliche Parteierklärungen, die dann vorliegen, wenn die Behörde in der betreffenden Angelegenheit nicht selbst zu entscheiden oder mitzuentscheiden hat, sondern lediglich berufen ist, sich am Verfahren zur Wahrung öffentlicher Interessen zu beteiligen, ferner die Ausübung von Mitsprache-, Zustimmungs- und Genehmigungsrechten und die Abgabe gesetzlich vorgesehener bindender Erklärungen (siehe Mannlicher, Das Verwaltungsverfahren 1964, Sitzung 211, , und Hellbling, Kommentar zu den Verwaltungsverfahrensgesetzen, Sitzung 322, , sowie die dort angeführte Rechtsprechung).

Demnach kommt auch den Erledigungen des Bundeskanzleramtes anläßlich der Mitwirkung bei der Besetzung von Dienstposten nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 17. April 1963, BGBl. Nr. 82, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers Bescheidcharakter nicht zu.Demnach kommt auch den Erledigungen des Bundeskanzleramtes anläßlich der Mitwirkung bei der Besetzung von Dienstposten nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 17. April 1963, Bundesgesetzblatt , Nr. 82, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers Bescheidcharakter nicht zu.

Die Beschwerde war daher gemäß § 34 Abs. 1 und 3 VwGG 1965 mangels Berechtigung zu ihrer Erhebung ohne weiteres Verfahren zurückzuweisen.Die Beschwerde war daher gemäß Paragraph 34, Absatz eins, und 3 VwGG 1965 mangels Berechtigung zu ihrer Erhebung ohne weiteres Verfahren zurückzuweisen.

Wien, am 29. September 1965

Schlagworte

Bescheidbegriff Mangelnder Bescheidcharakter Stellungnahmen Mitwirkung am Verfahren vor anderen Behörden Offenbare Unzuständigkeit des VwGH Mangelnder Bescheidcharakter Bescheidbegriff Allgemein

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1965:1965000319.X00

Im RIS seit

17.02.2022

Zuletzt aktualisiert am

17.02.2022
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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