RS Vfgh 2021/9/29 SV4/2020 ua, G250/2020 ua

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 29.09.2021
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Index

19/20 Amtssitzabkommen

Norm

B-VG Art7 Abs1 / Staatsvertrag
B-VG Art42 Abs5
B-VG Art50 Abs1
B-VG Art140 Abs1 Z1 litd
B-VG Art140a
StGG Art2
StGG Art6
Nuklearwaffenverbotsabkommen Österreich, Vereinte Nationen, Internationale Atomenergie-Organisation, UNIDO und CTBTO Art3
BG betr Ermächtigung zur Veräußerung und Belastung von unbeweglichem Bundesvermögen
BundesfinanzG 2015 Art11
BundeshaushaltsG 2013 §76
AEUV Art107 Abs1
UWG §1
VfGG §7 Abs1, §62a Abs1, §66
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 42 heute
  2. B-VG Art. 42 gültig ab 05.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 1/2008
  3. B-VG Art. 42 gültig von 01.01.2004 bis 04.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 42 gültig von 01.01.1987 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 212/1986
  5. B-VG Art. 42 gültig von 01.08.1981 bis 31.12.1986 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 350/1981
  6. B-VG Art. 42 gültig von 23.06.1977 bis 31.07.1981 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 323/1977
  7. B-VG Art. 42 gültig von 19.12.1945 bis 22.06.1977 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 232/1945
  8. B-VG Art. 42 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 50 heute
  2. B-VG Art. 50 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 50 gültig von 01.01.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  4. B-VG Art. 50 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 50 gültig von 01.01.1989 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 50 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  7. B-VG Art. 50 gültig von 07.04.1964 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 59/1964
  8. B-VG Art. 50 gültig von 19.12.1945 bis 06.04.1964 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 50 gültig von 01.05.1934 bis 30.06.1934 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 255/1934
  10. B-VG Art. 50 gültig von 03.01.1930 bis 30.04.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140a heute
  2. B-VG Art. 140a gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 140a gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 140a gültig von 01.01.1989 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  5. B-VG Art. 140a gültig von 07.04.1964 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 59/1964
  1. UWG § 1 heute
  2. UWG § 1 gültig ab 20.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2022
  3. UWG § 1 gültig von 12.12.2007 bis 19.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 79/2007
  4. UWG § 1 gültig von 23.11.1984 bis 11.12.2007
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Abweisung eines Antrags auf Aufhebung einer Bestimmung eines Staatsvertrages betreffend die ausschließliche Nutzung einer Liegenschaft für Bildungsaktivitäten für in Wien ansässige Internationale Organisationen; keine Verletzung im Gleichheitsrecht und im Recht auf Ausübung der Erwerbsfreiheit; Einräumung eines Baurechts an einer Liegenschaft mit einem jährlichen Baurechtszins idHv € 1,– für schulische Zwecke dient der - sachlich gerechtfertigten - Unterstützung Internationaler Organisationen und nicht der Förderung eines bestimmten Schulträgers

Rechtssatz

Abweisung der Eventualanträge auf Aufhebung des Art3 des Abkommens zwischen der Republik Österreich, den Vereinten Nationen, der Internationalen Atomenergie-Organisation, der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung und der Vorbereitenden Kommission für die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearwaffen, BGBl III 151/2016, (im Folgenden: Abkommen). Die Verfassungswidrigkeit (und damit die einhergehende innerstaatliche Unanwendbarkeit) des Art3 des Abkommens würde den Wegfall der gesetzlichen Grundlage für die unentgeltliche Überlassung der Liegenschaft bedeuten, was allenfalls zu einer anderen Beurteilung des lauterkeitsrechtlichen Unterlassungsanspruches durch das Gericht, aber auch dazu führen dürfte, dass die Liegenschaft rechtens nicht mehr unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden dürfte. Im Übrigen: Zurückweisung der Hauptanträge betreffend das gesamte Abkommen und Art2 ErmächtigungsG (BGBl I 125/2015 idF BGBl I 109/2016) mangels Darlegung der Bedenken gegen alle (offensichtlich trennbaren) Bestimmungen sowie mangels konkret vorgebrachter verfasssungsrechtlicher Bedenken gegen Art2 ErmächtigungsG.Abweisung der Eventualanträge auf Aufhebung des Art3 des Abkommens zwischen der Republik Österreich, den Vereinten Nationen, der Internationalen Atomenergie-Organisation, der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung und der Vorbereitenden Kommission für die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearwaffen, Bundesgesetzblatt Teil 3, 151 aus 2016,, (im Folgenden: Abkommen). Die Verfassungswidrigkeit (und damit die einhergehende innerstaatliche Unanwendbarkeit) des Art3 des Abkommens würde den Wegfall der gesetzlichen Grundlage für die unentgeltliche Überlassung der Liegenschaft bedeuten, was allenfalls zu einer anderen Beurteilung des lauterkeitsrechtlichen Unterlassungsanspruches durch das Gericht, aber auch dazu führen dürfte, dass die Liegenschaft rechtens nicht mehr unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden dürfte. Im Übrigen: Zurückweisung der Hauptanträge betreffend das gesamte Abkommen und Art2 ErmächtigungsG Bundesgesetzblatt Teil eins, 125 aus 2015, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 109 aus 2016,) mangels Darlegung der Bedenken gegen alle (offensichtlich trennbaren) Bestimmungen sowie mangels konkret vorgebrachter verfasssungsrechtlicher Bedenken gegen Art2 ErmächtigungsG.

Wie der VfGH bereits in VfSlg 14945/1997 festgehalten hat, hat es der Bund bereits seinerzeit ohne ausdrückliche einschlägige Verpflichtung in Wahrnehmung einer öffentlichen Aufgabe übernommen, den Organisationen des Sitzabkommens und ihren Bediensteten auch außerhalb der im Amtssitzabkommen und ähnlichen Verträgen geregelten Materien eine angemessene Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Diese Verpflichtung wurde im nunmehr angefochtenen Abkommen präzisiert und für einen bestimmten Zeitraum ausdrücklich festgeschrieben.

Entgegen dem Verständnis der antragstellenden Parteien hat das Abkommen also nicht die Unterstützung (Förderung) eines bestimmten Schulträgers, sondern der darin genannten internationalen Organisationen zum Gegenstand. Vertragsparteien des angefochtenen Abkommens sind die Republik Österreich auf der einen und die Vereinten Nationen, die Internationalen Atomenergie-Organisation, die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung und die Vorbereitenden Kommission für die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearwaffen auf der anderen Seite. Inhalt des Abkommens sind Maßnahmen zur Unterstützung der Internationalen Organisationen, nicht jedoch die Unterstützung oder Förderung eines bestimmten Schulträgers oder einer bestimmten Schule. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass - wie die Historie, Materialien und Verträge zeigen - die Vertragsparteien und insbesondere die Republik Österreich stets davon ausgingen, dass der Nebenintervenient (und seine Schule) die (nunmehr) im Abkommen vereinbarten Aufgaben erfüllen und hiefür den in Rede stehenden Schulstandort (befristet unentgeltlichen) nutzen können soll. Soweit überhaupt eine rechtliche Wirkung auf die antragstellenden Parteien abgeleitet werden kann, erscheint die Förderung vor dem Hintergrund der Rsp und des Abkommens sachlich gerechtfertigt.

Entscheidungstexte

Schlagworte

VfGH / Staatsvertragsprüfung, Staatsverträge, VfGH / Parteiantrag, Erwerbsausübungsfreiheit, Völkerrecht, Privatschulen, Schulen, Baurecht

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2021:SV4.2020

Zuletzt aktualisiert am

09.08.2023
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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