Entscheidungsdatum
12.02.2019Norm
AsylG 2005 §10 Abs1 Z3Spruch
W105 2184559-1/11E
IM NAMEN DER REPUBLIK!
Das Bundesverwaltungsgericht erkennt durch den Richter Mag. Harald BENDA über die Beschwerde des XXXX , geb. XXXX , StA. Afghanistan, gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 12.12.2017, Zl: 1093808409-151716759, zu Recht:Das Bundesverwaltungsgericht erkennt durch den Richter Mag. Harald BENDA über die Beschwerde des römisch 40 , geb. römisch 40 , StA. Afghanistan, gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 12.12.2017, Zl: 1093808409-151716759, zu Recht:
A)
Die Beschwerde wird gemäß §§ 3 Abs. 1, 8 Abs. 1, 10 Abs. 1 Z 3 und 57 AsylG 2005, § 9 BFA-VG und §§ 52, 55 FPG als unbegründet abgewiesen.Die Beschwerde wird gemäß Paragraphen 3, Absatz eins, 8, Absatz eins, 10, Absatz eins, Ziffer 3 und 57 AsylG 2005, Paragraph 9, BFA-VG und Paragraphen 52, 55, FPG als unbegründet abgewiesen.
B)
Die Revision ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig.Die Revision ist gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig.
Text
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE:
1. I. Verfahrensgang:1. römisch eins. Verfahrensgang:
1. Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger, stellte am 05.11.2015 einen Antrag auf internationalen Schutz.
2. Im Rahmen der am 07.11.2015 durchgeführten Erstbefragung gab der Beschwerdeführer einerseits an, in Afghanistan geboren und im Lebensalter von vier Jahren nach dem Iran verzogen zu sein und habe er ab dem vierten Lebensjahr im Iran gelebt; sowie gab der Antragsteller weiters zu Protokoll, den Iran verlassen zu haben, weil er dort als Afghane keine Rechte gehabt habe; er habe nicht in die Schule gehen und nicht arbeiten können. Er sei von den Behörden schikaniert und ab und zu geschlagen worden. Er habe sein Glück in einem anderen Land versuchen wollen und habe darum den Iran verlassen.
3. Im Rahmen der niederschriftlichen Einvernahme des Antragstellers vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl vom 16.11.2017 konkretisierte der Antragsteller sein Vorbringen dahingehend, am
XXXX /Afghanistan geboren zu sein und sei er Angehöriger der Volksgruppe der Hazara. Als er vier gewesen sei, sei er mit seinem großen Bruder nach Afghanistan ausgereist. Er habe mit seinem Bruder dort gearbeitet und habe sein Bruder Hühner gezüchtet. Sein Arbeitgeber habe ihn dann in eine afghanische Privatschule zu einer Lehrerin gebracht. Er sei drei Jahre in die Schule gegangen. Nach der Schule habe er als Maurer oder Schmied gearbeitet oder andere Tätigkeiten ausgeübt. Zuletzt sei seine Arbeit Schmied und Schweißer gewesen.römisch 40 /Afghanistan geboren zu sein und sei er Angehöriger der Volksgruppe der Hazara. Als er vier gewesen sei, sei er mit seinem großen Bruder nach Afghanistan ausgereist. Er habe mit seinem Bruder dort gearbeitet und habe sein Bruder Hühner gezüchtet. Sein Arbeitgeber habe ihn dann in eine afghanische Privatschule zu einer Lehrerin gebracht. Er sei drei Jahre in die Schule gegangen. Nach der Schule habe er als Maurer oder Schmied gearbeitet oder andere Tätigkeiten ausgeübt. Zuletzt sei seine Arbeit Schmied und Schweißer gewesen.
Auf Befragen gab der Antragsteller des weiteren zu Protokoll: Sein Großvater sei eine Art Mullah gewesen und habe sein Vater ihm geholfen. In dieser Zeit seien die Mullahs getötet worden. Sein Vater sei getötet worden; dies in Zusammenhang damit, dass er gepredigt habe und sei für die Sunniten lediglich das die wahre Religion. Im Herkunftsort habe es "religiöse Kriege" gegeben. Nach dem Tod seiner Eltern habe er daher mit seinem Bruder nach dem Iran flüchten müssen. Er glaube - wisse dies jedoch nicht ganz genau - dass seine Eltern gegen andere Religionen gepredigt hätten und sei deshalb auch ein Problem mit anderen Gruppierungen entstanden. Es sei ein Problem zwischen Schiiten und Sunniten gewesen. Vielleicht sei das Problem auch anders gelagert gewesen.
Auf Frage, warum er nunmehr zum Christentum konvertieren wolle, führte der Antragsteller aus wie folgt:
"A: Der Grund war wegen dem Tod meiner Eltern, weil sie durch den religiösen Krieg getötet wurden, weil die Muslimen sich nicht einig sind, auch wegen dem Verhalten von Muslimen im Iran und im Vergleich dazu das Verhalten der Katholiken und Protestanten in europäischen Ländern. Die Freundschaft, Freundlichkeit und Warmherzigkeit der Leute hier, war auch der Grund, weshalb ich zum Christentum konvertieren möchte. Diese Leute schauen nicht, ob man Sunnit oder Schiit ist, oder Afghane oder von wo anders, die schauen nur, ob man ein Mensch ist. Zum Beispiel, wenn ein Muslim in den Iran geht, werden die von den Iranern beschimpft oder gequält, sie werden schlecht behandelt, aber wenn ein Muslim nach Europa kommt, werden die gleichbehandelt, sie schauen, ob man ein guter Mensch oder schlechter Mensch ist, auch wenn ein Muslim in ein anderes muslimisches Land geht, wird dieser schlecht behandelt.
F: Seit wann interessieren Sie sich für den christlichen Glauben?
A: Seit letztem Jahr, aber ich hatte zwei bis drei Monate Angst, dass die Leute nicht verstehen, dass ich konvertiere, dann haben wir einen Leiter in dem Heim für Minderjährige, er heißt XXXX (Anm.: Ast schreibt Namen selbst auf einen Zettel). Ich habe mich von der Person beraten lassen, dann gingen wir in eine Kirche und haben mit dem Pfarrer geredet und der Pfarrer hat gesagt, wir sollen am Samstag kommen, am nächsten Samstag als wir dort waren, saßen dort mehrere Leute. Dann haben uns die Leute herzlich begrüßt, dann habe ich ein Geschenk, eine Kette, als Willkommensgeschenk bekommen. Ich bin ein paar Monate jeden Samstag von acht bis neun in der Früh in die Kirche gegangen. Vor zwei Monaten habe ich eine Nachricht bekommen, er sagte ich solle am Samstag kommen und nach XXXX fahren, wir sind nach XXXX gekommen, dort gibt er einen Kurs. In diesem Kurs gehe ich zweimal im Monat, bis jetzt besuche ich diesen Kurs. Kommenden Samstag habe ich auch diesen Kurs.A: Seit letztem Jahr, aber ich hatte zwei bis drei Monate Angst, dass die Leute nicht verstehen, dass ich konvertiere, dann haben wir einen Leiter in dem Heim für Minderjährige, er heißt römisch 40 Anmerkung, Ast schreibt Namen selbst auf einen Zettel). Ich habe mich von der Person beraten lassen, dann gingen wir in eine Kirche und haben mit dem Pfarrer geredet und der Pfarrer hat gesagt, wir sollen am Samstag kommen, am nächsten Samstag als wir dort waren, saßen dort mehrere Leute. Dann haben uns die Leute herzlich begrüßt, dann habe ich ein Geschenk, eine Kette, als Willkommensgeschenk bekommen. Ich bin ein paar Monate jeden Samstag von acht bis neun in der Früh in die Kirche gegangen. Vor zwei Monaten habe ich eine Nachricht bekommen, er sagte ich solle am Samstag kommen und nach römisch 40 fahren, wir sind nach römisch 40 gekommen, dort gibt er einen Kurs. In diesem Kurs gehe ich zweimal im Monat, bis jetzt besuche ich diesen Kurs. Kommenden Samstag habe ich auch diesen Kurs.
F: Herr XXXX , ist dieser auch Mitglied in der Kirche?F: Herr römisch 40 , ist dieser auch Mitglied in der Kirche?
A: Ich weiß es nicht, ist sein Privatleben.
F: Welcher Funktion hatte XXXX in dem Heim?F: Welcher Funktion hatte römisch 40 in dem Heim?
A: Er war Leiter. Es gibt noch einige Leiter, aber er ist Leiter.
F: In welche Kirche gingen Sie dann?
A: In XXXX in die Kirche.A: In römisch 40 in die Kirche.
F: Welche Kirche ist das?
A: Katholische Kirche. Bevor ich in die Kirche ging, habe ich noch eine andere Frau kennen gelernt, sie hat mich mitgenommen in die Kirche, sie hat in der Kirche Musik gespielt. Ich bin seit zirka einem Jahr und zwei Monaten in dieser Richtung, dass ich meine Religion wechsle.
F: In welchem Kurs gehen Sie, zweimal im Monat?
A: Die Adresse weis ich nicht genau, aber das ist Richtung XXXX .A: Die Adresse weis ich nicht genau, aber das ist Richtung römisch 40 .
F: Was machen Sie in diesem Kurs?
A: Dort ist auch ein persischer Dolmetscher, dieser erzählt über das Christentum. Sie bereiten uns vor für die Taufe, es ist ein Taufkurs oder Taufvorbereitung.
F: Wo gehen Sie in die Kriche?
A: In XXXX , in die katholische Kirche.A: In römisch 40 , in die katholische Kirche.
F: Wie oft gehen Sie in die Kirche?
A: Jeden Samstag. Ich habe mich getäuscht, ich gehe jeden Sonntag in die Kirche. Manchmal gehe ich Samstag, manchmal Sonntag. Einmal war ich dort, ob sie für mich eine Unterkunft finden und sie haben gesagt ich solle am Samstag wieder kommen, ich war dann dort und ich habe meine Angelegenheit erklärt und haben dabei versucht mir zu helfen.
F: Aus welchem Grund benötigen Sie eine Wohnung?
A: Die Asylheime sind nicht gut. Wir sind einem Container. In unserem Zimmer wohnen vier Personen, wenn ich meine Bibel lese, dann bekomme ich Probleme mit meinen Mitbewohnern.
F: Welche Art von Problemen?
A: Die Leute fragen mich, warum ich die Religion meiner Großeltern gewechselt habe und sie belästigen mich, solange ich dort wohne. Als ich meine Religion wechseln mochte, sagte XXXX , dass es egal wäre, ob jemand weiß wenn ich meine Religion wechsle, aber ich war auch bei einem Psychiater und er hat gesagt, dass es gut ist, wenn ich meine Religion verstecke.A: Die Leute fragen mich, warum ich die Religion meiner Großeltern gewechselt habe und sie belästigen mich, solange ich dort wohne. Als ich meine Religion wechseln mochte, sagte römisch 40 , dass es egal wäre, ob jemand weiß wenn ich meine Religion wechsle, aber ich war auch bei einem Psychiater und er hat gesagt, dass es gut ist, wenn ich meine Religion verstecke.
F: In welcher Sprache lesen Sie die Bibel?
A: Farsi.
F: Woher haben Sie die Bibel auf Farsi?
A: Eine habe ich im Taufkurs bekommen und die sagten, dass die aus Teheran wäre. Eine weiter Bibel habe ich von einer Frau bekommen.
F: Ist der Taufkurs auch von der katholischen Kirche?
A: Ja.
F: Wie kam es dazu, dass Sie den Wunsch haben zum Christentum zu konvertieren?
A: Was ich in meine Augen real sehe, dann glaube ich das, was ich in der Welt der Muslimen sehe im Vergleich zur Welt des Christentums ist sehr unterschiedlich. Ich mag diese Religion, weil das jetzt in meinem Herzen ist und ich will das Leben mit dieser Religion weiter führen.
F: Gab es einen konkreten Anlass, der Sie veranlasst hat zum Christentum zu konvertieren?
A: Ja, weil meine Eltern getötet wurden, weil sie Muslime waren, die durch Muslime getötet wurden.
F: Interessierten Sie sich im Iran auch schon für das Christentum?
A: Ich kannte damals das Christentum nicht.
F: Besuchten Sie im Iran regelmäßig eine Moschee?
A: Es gab Moscheen, aber ich war nie in der Moschee.
F: Was sagte Ihre Bekannten und Freunde dazu, dass Sie nie in der Moschee waren?
A: Sie haben nichts gesagt, das ist ganz normal bei Jugendlichen.
F: Haben Sie eine Bestätigung von dem Taufvorbereitungskurs?
A: Ja
Anm.: Ast legt Bestätigungen vor. Diese werden kopiert und dem Akt beigelegt.Anmerkung, Ast legt Bestätigungen vor. Diese werden kopiert und dem Akt beigelegt.
F: Die Bestätigung des Kurses besagt, dass Sie die Taufvorbereitungen erst seit knapp eineinhalb Monaten besuchen, nicht seit eineinhalb Jahren, so wie Sie das angaben!
A: Ich interessiere mich seit eineinhalb Jahren für das Christentum und seit eineinhalb Monaten mache ich diesen Kurs.
F: In welcher Sprache wird der Gottesdienst abgehalten?
A: Es wird auf Deutsch gehalten, aber wir haben Dolmetscher und es wird übersetzt. Nachgefragt gebe ich an, dass ich hier im Taufkurs in der Kirche Dolmetscher habe.
F: Wann haben Sie den letzten Gottesdienst besucht?
A: Am vierten November. Nachgefragt gebe ich an, dass das in dem Taufvorbereitungskurs war.
F: Gehen Sie gelegentlich in XXXX in die Kirche?F: Gehen Sie gelegentlich in römisch 40 in die Kirche?
A: Ja. Nachgefragt gebe ich an, dass ich dort letzte Woche das letzte Mal dort war.
F: Was wurde dort gepredigt in der Kirche?
A: Über Jesus Christus und seine Geschichte.
F: Wer ist das Oberhaupt der katholischen Kirche?
A: Das weiß ich nicht. Ich habe nicht so viele Informationen, weil die meisten Vorbereitungskurse auf Deutsch gehalten werden und ich erst seit eineinhalb Monaten in dem persischen Vorbereitungskurs bin.
F: Haben Sie eine Lieblingsstelle in der Bibel?
A: Nein ich weiß nicht, es gibt genug Stellen, aber ich weiß nicht was ich sagen soll.
F: Wovon lernten Sie bei Ihrem letzten Vorbereitungskurs?
A: Wir haben über die Wunder von Jesus Christus gelernt, das letzte Wunder, dass ich gelernt habe, war das Jesus Christuns auf einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt hat.
F: Kennen Sie sonst noch Geschichten aus der Bibel?
A: Nein, weil ich habe keine Möglichkeit das zu lesen. Weil ich in einem Zimmer mit anderen lebe, es geht es nicht einmal, dass ich fünf Minuten das Buch aufmache und lese.
F: Sie interessieren sich seit eineinhalb Jahren für das Christentum, was machten Sie bis Sie in den Taufvorbereitungskurs das erste Mal vor eineinhalb Monaten gingen?
A: Ich war nur in der Kirche. Nachgefragt gebe ich an, dass ich in XXXX in der Kirche war.A: Ich war nur in der Kirche. Nachgefragt gebe ich an, dass ich in römisch 40 in der Kirche war.
F: Aus welchem Grund haben Sie sich ausgerechnet für die katholische Kirche entschieden?
A: Als ich mich für das Christentum entschieden hab, habe ich mich von XXXX beraten lassen, er hat mich zum Pfarrer in die Kirche gebracht wurde, sagte mir dieser herzlich Willkommen bei uns, er erzählte mir von seiner Religion, welche christlich katholisch ist. Ich habe auch keine Informationen über andere Glaubensrichtungen des Christentums, wie zum Beispiel Protestanten.A: Als ich mich für das Christentum entschieden hab, habe ich mich von römisch 40 beraten lassen, er hat mich zum Pfarrer in die Kirche gebracht wurde, sagte mir dieser herzlich Willkommen bei uns, er erzählte mir von seiner Religion, welche christlich katholisch ist. Ich habe auch keine Informationen über andere Glaubensrichtungen des Christentums, wie zum Beispiel Protestanten.
F: In welcher Sprache, hat Ihnen das der Pfarrer erzählt?
A: Er hat auf Deutsch gesprochen, aber XXXX hat gedolmetscht.A: Er hat auf Deutsch gesprochen, aber römisch 40 hat gedolmetscht.
F: Welcher christliche Feiertag wird in ein bis eineinhalb Monaten gefeiert?
A: Das ist die Geburt von Jesus Christus, am 25. Dezember.
F: Welche christlichen Feiertage kennen Sie noch?
A: Ich kenne mich nicht so gut aus, vielleicht noch Halloween.
F: In welchem Bezug steht Halloween zur christlichen Kirche?
A: Ich weiß nicht, aber ich weiß nur dass das ein Feiertag an diesem Tag ist. Es gibt auch noch eine Auferstehung, an dem Tag kommt Jesus Christus wieder zum Leben, diese Sachen habe ich beim ersten Kurs von Anfang an gelernt. Wo ich lebe, gibt es keinen Perser der konvertiert ist und es ist schwer mich zu unterhalten.
V: Dadurch, dass Sie erst seit vergleichsweise kurzer Zeit einen Taufvorbereitungskurs besuchen, entsteht der Eindruch, dass Sie nur konvertieren, um leicher einen Asylstatus zu erlangen, was sagen Sie dazu?
A: Es ist eine große und sehr wichtige Entscheidung für Menschen in seinem Leben, seine Religion zu wählen, das ist nicht so, wie Sie gesagt haben.
F: Wissen Sie in welchem Land Jesus Christus geboren wurde?
A: In Palästina, nachgefragt gebe ich an, dass das in Or Shalim war. Das war in einem Stall.
F: Übernehmen Sie auch sonst Aufgaben in der Kirche?
A: Momentan nicht. Nachgefragt gebe ich an, dass ich in der Vergangenheit auch keine Aufgaben in der Kirche übernommen habe.
F: Haben Sie schon einen Termin für Ihre Taufe?
A: Ich habe meinen Kurs noch nicht beendet.
F: Was sagt Ihnen der Begriff Kommunion?
A: Das weiß ich nicht, ich habe das zum ersten Mal gehört.
F: Welches Gebet wird von Christen häufig gesprochen?
A: Oh Gott vergib uns und wir Menschen vergeben uns auch einander und halt den Satan von uns fern.
F: Glauben Sie, dass es einen Unterschied zwischen Gott im Islam und im Christentum gibt?
A: Nein es ist nur ein Gott.
F: Missionieren Sie in Österreich?
A: Nein.
F: Was sagen Ihre Bekannten im Iran dazu, dass Sie konvertieren?
A: Sie sagen nichts, weil das ist mein privates Leben, ich habe es nicht erzählt, dass ich meine Religion gewechselt habe.
F: Aus welchem Grund haben Sie denen nicht davon erzählt?
A: Das hat keinen Grund. Wenn ich besser sagen soll, würde ich sagen, dass diese mich nicht danach gefragt haben.
F: Es ist im schiitischen Islam durchaus erlaubt, seine wahre Religion zu verschleiern, um Vorteile zu erlangen, was sagen Sie dazu?
A: Meine Meinung ist, dass wenn ich etwas von Herzen liebe, dann ist das so.
F: Treffen Sie bei den Taufkursen auch Gleichgesinnte, also auch Afghanen oder Iraner, die konvertieren möchten?
A: Ja sie wurden sogar getauft. Am 18. werden auch ein paar getauft.
F: Welchem Bekenntnis der islamischen Religion gehörten Sie an? (Schiit, Sunnit)
A: Ich war Schiit.
F: Wie sah Ihr Sozialleben in Afghanistan aus in Bezug auf Freunde, Bekannte, Aktivitäten usw.?
A: Ich war nie in Afghanistan. Im Iran hatte ich Kontakte mit meine Freunde, wir haben Fußball gespielt. Wo wir wohnten, gab es einen Platz, dort haben wir Fußball gespielt.
F: Haben Sie Angehörige in Europa oder in einem anderen Land?
A: Nein.
F: Haben Sie Verwandte in Österreich? Wenn ja welche und wo wohnen diese? Wie gestaltet sich der Kontakt zu diesen?
A: Nein
F: Haben Sie Deutschkurse besucht bzw. positive Prüfungen abgelegt?
A: Ja.
Anm.: Ast legt Bestätigungen vor. Diese werden kopiert und dem Akt beigelegt.Anmerkung, Ast legt Bestätigungen vor. Diese werden kopiert und dem Akt beigelegt.
F: Haben Sie in Österreich eine Schule besucht bzw. eine Ausbildung genossen? Wenn ja welche und wie lange?
A: Nein auch nicht.
F: Arbeiten Sie in Österreich bzw. haben Sie in der Vergangenheit in Österreich gearbeitet?
A: Nein, ich habe nicht gearbeitet. Ich habe einmal als Security in einem Konzert gearbeitet, da ist eine Band aus XXXX gekommen. Dann gibt es auch ein Sprachcafe und wir gehen dort hin, trinken Cafe und unterhalten uns.A: Nein, ich habe nicht gearbeitet. Ich habe einmal als Security in einem Konzert gearbeitet, da ist eine Band aus römisch 40 gekommen. Dann gibt es auch ein Sprachcafe und wir gehen dort hin, trinken Cafe und unterhalten uns.
F: Wenn Sie derzeit keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen, haben Sie sich um Arbeit bemüht?
A: Ja schon, ich war schon beim AMS, habe bis jetzt keine Antwort bekommen und liegen jetzt die Unterlagen. Von der Regierung ist jemand zu uns gekommen und hat uns getestet, welche Talente wir haben.
Anm.: Ast legt Mappe der XXXX vor mit Unterlagen auf Farsi.Anmerkung, Ast legt Mappe der römisch 40 vor mit Unterlagen auf Farsi.
Ich habe auch einen Kurs besucht, über die Gesetze und Verhalten, ich war dort dreimal habe aber nur eine Bestätigung bekommen
F: Wie ist Ihr Tagesablauf in Österreich? Antworten Sie nach Möglichkeit in Deutsch?
A: Ich stehe auf um neun Uhr, dann gehe ich duschen, dann ich trinke eine Tasse Tee, dann ein bisschen lesen und lernen deutsch, dann bisschen spazieren in Park oder zu Spar einkaufen, dann zurück Karte spielen mit Freunde, dann manchmal gehe ich zu Sporthalle mit unsere Freunde, manchmal Fußball spielen, manchmal Volleyball spielen, manchmal kochen, dann schlafen.
Anmerkung: AW beantwortet die Frage auf Deutsch.
F: Haben Sie in Österreich bereits Freundschaften geschlossen? Wie sieht Ihr soziales Umfeld aus?
A: Ja schon, ich habe Freundschaften geschlossen, ich spiele Fußball, manchmal spielen wir zwei Mannschaften gegeneinanden, Afghanen gegen Österreicher, dadurch wurden wir befreundet und wir haben bis jetzt Kontakt miteinander.
F: Wer sind Ihre österreichischen Freunde?
A: Die Österreicher, die in XXXX leben.A: Die Österreicher, die in römisch 40 leben.
F: Wer sind die afghanischen Freunde, mit denen Sie Fußball spielen?
A: Die Mitbewohner aus dem Asylheim. Aber die Araber und Somalier haben keine Lust auf Fußball.
F: In welcher Sprache verständigen Sie sich in Österreich?
A: Auf Deutsch.
F: Wo wohnen Sie in Österreich?
A: In XXXX , Oberösterreich. Bad Haller Straßer, genau weiß ich das nicht, ich bin neu dort.A: In römisch 40 , Oberösterreich. Bad Haller Straßer, genau weiß ich das nicht, ich bin neu dort.
F: Wovon leben Sie in Österreich?
A: Mit Hilfe des Staates.
F: Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft in Österreich vor? Wovon möchten Sie in Zukunft leben?
A: Ich will einer Arbeit nachgehen, die ich liebe und ich glaube ich möchte als Schweißer arbeiten.
F: Haben Sie Privatbesitz in Österreich?
A: Nein
F: Haben Sie in Österreich eine Freundin oder Lebensgefährtin? Wenn ja wie heiß sie?
A: Ich hatte schon ein. Nachgefragt gebe ich an, dass ich aktuell keine Freundin habe.
F: Sind Sie in Österreich in einem Verein aktiv tätig?
A: Nein
F: Gehen Sie einer ehrenamtlichen Tätigkeit nach?
A: Nein.
F: Sind Sie in Österreich schon mit dem Gesetz in Konflikt geraten?
A: Nein.
F: Es liegt ein Bericht der Polizeiinspektion XXXX vom 05.04.2016 wegen Körperverletzung vor. Möchten Sie sich dazu äußern?F: Es liegt ein Bericht der Polizeiinspektion römisch 40 vom 05.04.2016 wegen Körperverletzung vor. Möchten Sie sich dazu äußern?
A: Ich habe niemanden geschlagen, dass war eine Diskussion zwischen zwei Volksgruppen, die andere Volksgruppe hat mich " XXXX " genannt, die anderen waren auch Hazara. Ich habe auch eine Zeugin, sie hat das auch gesagt, die Zeugin heißt Susanna. In dem Moment ist Susanna zu mir gekommen und hat mich Richtung Garten geschickt. Im Garten waren viele Leute, aber Jassim ist über eine andere Tür gekommen, wir haben die Tür so gehalten, dass er nicht reinkommt, er ist trotzdem reingekommen und hat mich dann geschlagen. Ich bin zu Boden gefallen, habe aus der Nase geblutet, Susanna ist dann zu uns gekommen, hat uns getrennt, sie hat mich mitgenommen in Ihr Büro und meine Verletzungen versorgt. Sie hat danach die Polizei angerufen, die ist gekommen, wir haben die gesamte Geschichte der Polizei erzählt, diese hat die Ambulanz angerufen und wurde nach Kirchdorf in das Krankenhaus gebracht, ich glaube es war Kirchdorf.A: Ich habe niemanden geschlagen, dass war eine Diskussion zwischen zwei Volksgruppen, die andere Volksgruppe hat mich " römisch 40 " genannt, die anderen waren auch Hazara. Ich habe auch eine Zeugin, sie hat das auch gesagt, die Zeugin heißt Susanna. In dem Moment ist Susanna zu mir gekommen und hat mich Richtung Garten geschickt. Im Garten waren viele Leute, aber Jassim ist über eine andere Tür gekommen, wir haben die Tür so gehalten, dass er nicht reinkommt, er ist trotzdem reingekommen und hat mich dann geschlagen. Ich bin zu Boden gefallen, habe aus der Nase geblutet, Susanna ist dann zu uns gekommen, hat uns getrennt, sie hat mich mitgenommen in Ihr Büro und meine Verletzungen versorgt. Sie hat danach die Polizei angerufen, die ist gekommen, wir haben die gesamte Geschichte der Polizei erzählt, diese hat die Ambulanz angerufen und wurde nach Kirchdorf in das Krankenhaus gebracht, ich glaube es war Kirchdorf.
F: Sind Sie mit amtswegigen Erhebungen vor Ort unter Wahrung Ihrer Anonymität, eventuell unter Beiziehung der Österreichischen Botschaft und eines Vertrauensanwaltes einverstanden?
A: Ja
F: Sie könnten in eine sichere, derzeit ungefährliche Provinz in Afghanistan gehen. Was sagen Sie dazu?
A: Nein, das geht nicht, in einem Land, wo ich keine Unterkunft bei einem Bekannten habe, kein Geld habe, wie soll ich dort leben, das ist nicht möglich.
F: Wären Sie im Fall einer Rückkehrentscheidung an einer freiwilligen Rückkehr und Integrationsprojekten in Afghanistan interessiert?
A: Nein
AW werden die aktuellen Länderinformationsblätter zu Afghanistan ausgehändigt. Es wird eine 2 wöchige Frist zur Stellungnahme eingeräumt.
F: Hatte Sie ausreichen Zeit, Ihre Probleme vollständig und ausführlich zu schildern?
A: Ja.
F: Möchten Sie noch etwas hinzufügen?
A: Ich will gern